Salzkottener SPD fordert einheitliche Lösung bei Tempo 30
„Chaos im Schilderwald“

Salzkotten (WB). Seit Sommer 2019 wurden im gesamten Kreisgebiet viele neue Tempolimits mit 30 Stundenkilometern errichtet. Grundsätzlich begrüßt die Salzkottener SPD diese Maßnahme. Der Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner und der schwächeren Verkehrsteilnehmer habe für die SPD höchste Priorität, teilen die Sozialdemokraten mit. Dennoch gibt es auch Anlass zu Kritik.

Mittwoch, 06.05.2020, 09:32 Uhr aktualisiert: 06.05.2020, 09:34 Uhr
In Lichtenau sind Senioren offenbar aktiver als in Salzkotten. Denn dort gilt Tempo 30 vor Altenheimen von 6 bis 22 Uhr, in der Sälzerstadt hingegen von 8 bis 20 Uhr. Die Salzkottener SPD fordert nun vom Kreis Paderborn eine einheitliche Regelung.

An einigen Stellen scheine die Auswahl der entsprechenden Abschnitte sowie die Beschilderung sehr fragwürdig. Oftmals sei nicht eindeutig zu erkennen, welcher Abschnitt wirklich betroffen sei und an welcher Stelle die Geschwindigkeitsbegrenzung wieder aufgehoben sei, bemängelt der Fraktionsvorsitzende Michael Sprink. Noch dazu seien bei fast allen Verkehrszeichen zwei Zusatzzeichen mit dem Grund der Beschränkung angebracht, etwa Kindergarten oder Altenheim, und mit einer zeitlichen Einschränkung.

Unterschiedliche Regelungen in den Kommunen

„Dass diese genannten Einrichtungen einen besonderen Schutz brauchen ist unumstritten, aber die zeitliche Einschränkung erscheint doch sehr willkürlich. Ein Beispiel zeigt das Chaos, dass die Kreisverwaltung mit diesem Schilderwald erzeugt: In Lichtenau sind Seniorinnen und Senioren offenbar aktiver und morgens früher sowie abends später unterwegs. Anders ist nicht zu begründen, warum die Zeiten so unterschiedlich sind“, so Michael Sprink. Zum anderen werde bei der Schulwegsicherung am Ölweg in Salzkotten offenbar nur der Weg zur Schule, nicht aber der Weg zurück berücksichtigt – aufgrund des schlechten Straßenzustandes sollte hier ohnehin nur Tempo 30 erlaubt sein, meint die SPD.

Die Sozialdemokraten kritisieren dabei vor allem zwei Punkte: die unterschiedlichen Regelungen in den Kommunen des Kreises und die unhaltbare Unübersichtlichkeit, die damit für alle Verkehrsteilnehmer entstehe.

Durchgangsstraßen noch mal explizit überprüfen

„Wir fordern deshalb von der zuständigen Kreisverwaltung, dass sie Stellung zur Entstehung dieser Situation bezieht und zum anderen endlich sinnvolle Lösungen vorschlägt und diese dann ebenso zeitnah umsetzt, wie sie die Schilder im Sommer 2019 mit großem Aktionismus aufgestellt hat. Unser Lösungsvorschlag liegt seit September vergangenen Jahres auf dem Tisch: Eine einheitliche Ausweitung des Tempolimits, damit für die Verkehrsteilnehmer eine verlässliche Regelung entsteht“, fordert Sprink. Gleichzeitig sollten angrenzende Straßen betrachtet und auch hier gegebenenfalls Lücken geschlossen und eine einheitliche Geschwindigkeitsbegrenzung eingerichtet werden. „Das schafft nicht nur Sicherheit, sondern ist auch für die Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Passanten mit einer deutlichen Steigerung der Lebens- und Aufenthaltsqualität verbunden. Neben der B 1 durch Salzkotten gibt es weitere ‚Rennstrecken‘ durch Wohngebiete. Dazu zählen die Lange Brückenstraße, der Lohweg oder die Simonstraße“, erläutert Sprink weiter. Es müssten deshalb zukünftig die Durchgangsstraßen durch Wohngebiete noch mal explizit überprüft und damit die Sicherheit im Straßenverkehr verbessert werden.

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