Premiere der Heimatbühne Thüle – Souffleuse ist Rückhalt des Teams Wenn sie schweigt, läuft’s

Salzkotten (WB). Am besten läuft es, wenn sie gar nicht gebraucht wird. Und dennoch möchte keiner auf sie verzichten. Die Souffleuse der Heimatbühne Thüle – in diesem Jahr ist es Elisabeth Jäger – gibt den Schauspielern das gute Gefühl, dass es auch dann irgendwie weiter geht, wenn der Text einfach mal weg sein sollte. So war es auch bei der Premiere des Dreiakters „Der Papageien-Mord“ am Samstag vor rund 300 Besuchern.

Von Marion Neesen
Erika Hasenfuß (Sonja Eschenbüscher) flieht in die Arme ihres Mannes Manfred (Reinhold Vossebürger). Soeben haben die Hotelgäste die Leiche der Schauspielerin Pauline Leclerc entdeckt. Rüdiger Glücklos (Max Kühne), Pensionsinhaberin Luise Lauscher (Angelika Heinzner), Hausmädchen Hannah (Annkatrin Küsterarend) und Maurice (Magnus Gerdes) sind entsetzt.
Erika Hasenfuß (Sonja Eschenbüscher) flieht in die Arme ihres Mannes Manfred (Reinhold Vossebürger). Soeben haben die Hotelgäste die Leiche der Schauspielerin Pauline Leclerc entdeckt. Rüdiger Glücklos (Max Kühne), Pensionsinhaberin Luise Lauscher (Angelika Heinzner), Hausmädchen Hannah (Annkatrin Küsterarend) und Maurice (Magnus Gerdes) sind entsetzt. Foto: Neesen

Elisabeth Jäger ist von der ersten Probe an – und davon gibt es jedes Jahr mehr als 30 – mit dabei. „Im Laufe der Zeit muss ich immer weniger helfen“, berichtet die 59-Jährige, dass die Akteure mehr und mehr an Textsicherheit gewinnen. Während der Aufführung sitzt sie unter der Bühne und liest den gesamten Dialog des Geschehens mit. Ihr Textbuch ist bunt markiert, jeweils eine Farbe für die agierenden Schauspieler. „Auch die Pausen habe ich vermerkt, damit ich nicht schon losquatsche, wenn eigentlich künstlerisches Schweigen vorgesehen ist“, sagt Elisabeth Jäger. Meistens kann sie auf die Sprünge helfen, wenn der Hänger kommt. „Lassen die Schauspieler aber ganze Sätze aus und das Stichwort für den Partner fehlt, dann wird es schwierig und sie müssen selber sehen, dass sie klar kommen“, sagt sie.

Weitere Vorstellungen folgen

Sonja Eschenbüscher ist froh, dass die Souffleuse da ist und vertraut ihr voll und ganz. „Es reicht schon ein Stichwort und man ist wieder voll im Text“, sagt die diesjährige Debütantin. Schon mehrfach hatte Sonja Eschenbüscher eine Rolle bei der Theaterbühne übernommen, doch zweimal kam eine Schwangerschaft dazwischen, so dass sie kurzfristig einen Rückzieher machen musste. In diesem Jahr spielt sie die Erika Hasenfuß und agiert äußerst routiniert. Weitere Debütanten sind Maximilian Kühne als erfolgloser Künstler Rüdiger Glücklos und Magnus Gerdes als Angestellter der selbstgefälligen Diva Pauline Leclerc, die beide ihre Aufgaben hervorragend meistern.

Die Heimatbühne Thüle präsentiert bereits ihr 47. Stück. Auf etwa 30 Akteure kann sie zurückgreifen. „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir eine solch’ große Anzahl an Laienschauspielern haben“, freut sich Vereinsvorsitzender Reinhard Kappius, dass es auch in Zukunft in Thüle Theater geben wird. „Wir achten aber auch darauf, dass nicht in jedem Jahr die gleichen Gesichter auf der Bühne zu sehen sind“, ergänzt die diesjährige Regisseurion Marion Klemme. Kappius sieht die jährlichen Aufführungen als große Gemeinschaftsleistung. Denn immerhin backen die Thüler für das Theatercafé jedes Jahr rund 100 Torten. Drei Vorstellungen haben die Thüler am Wochenende bereits absolviert. Dass Elisabeth Jäger jedes Mal recht sprachlos war, spricht in diesem Fall für die Darsteller. Weitere Aufführungen sind an den Samstagen 16. und 23. Januar um 19 Uhr sowie an den Sonntagen 17. und 24. Januar um 16 Uhr (Theatercafé von 14 Uhr).

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