Projekt »Heder Lab« startet in Altem Postamt Salzkotten
Starthilfe für Jungunternehmer

Salzkotten (WB/han). Weltbekannte Unternehmen sind in Hobbykellern oder Garagen geboren. Das kann klappen, doch optimale Bedingungen sehen anders aus und machen sicher vieles leichter.

Freitag, 04.10.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 04.10.2019, 17:04 Uhr
Haben das Gründerzentrum »Heder Lab« in Salzkotten aus der Taufe gehoben: (von links) Marc Keppler (Silberweiss), Udo Deppe (Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten, Jürgen Behlke (IHK), Dr. Yvonne Groening (MyConsult), Carsten Jochheim (Müller Elektronik), Bürgermeister Ulrich Berger, Christian Müller (Müller Elektronik) und Andreas Schmidt (Sambase). Foto: Hanne Hagelgans

Starthilfe in eine erfolgreiche Selbstständigkeit will jungen Unternehmern in Salkotten künftig das »Heder Lab« bieten. Im Alten Postamt in der Langestraße finden sie Büro-Infrastruktur und (vielleicht noch wichtiger) den Kontakt zu Gleichgesinnten, kompetente Ansprechpartner und jede Menge Expertise.

Im Erdgeschoss des geschichtsträchtigen und stadtbildprägenden Gebäudes hat die Werbeagentur Silberweiss ihren Sitz. Die Räume im ersten und zweiten Obergeschoss sollen künftig bis zu fünf junge Unternehmen nutzen können – und zwar für eher symbolische Mietpreise: Gründer, die aktuell noch studieren, zahlen 19 Euro, der reguläre Preis liegt bei 49 Euro, größere Start-ups mit mehreren Personen zahlen 199 Euro im Monat.

Ein Trägerverein für das Projekt, für das die Anregung aus der örtlichen Wirtschaft gekommen ist, hat sich am Freitag in Salzkotten gegründet. Den Vorsitz übernimmt Dr. Yvonne Groening (Unternehmensberatung MyConsult). Zu den Gründungsmitgliedern gehören die Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten, die Sambase GmbH, Müller Elektronik, die Anwaltskanzlei WKF Salzkotten sowie die Marketingagentur Silberweiss.

Und auch die Stadt Salzkotten sitzt mit im Boot. Der Rat hat in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich gegen Stimmen aus Teilen der Grünen, der FDP und der Linken die Unterstützung des Projektes beschlossen.

Nächster Schritt auf dem Weg zum Gründerzentrum ist nun die Beantragung von Fördermitteln aus dem Leader-Programm. Geplant ist, eine Vollzeit- und eine Teilzeitkraft einzustellen, die sich um die Logistik, aber auch inhaltlich um die Gründer kümmern.

An die Gründer werden durchaus wichtige Ansprüche gestellt. So prüft eine Ausschuss, das sogenannte Heder-Lab-Board, wer mitmachen darf. Um die Starthilfe nutzen zu können, sollte die Geschäftsidee sinnvoll und vielversprechend, außerdem möglichst innovativ und nachhaltig sein.

In einem Businessplan sollten valide Zahlen und die wirtschaftlichen Unternehmensziele verbindlich festgeschrieben sein. Hat ein Unternehmen die Startphase hinter sich, hilft die Salzkottener Wirtschaftsförderung bei der Suche nach einem eigenen Firmensitz.

Das Projekt läuft zunächst bis ins Jahr 2022, soll aber auch darüber hinaus weitergehen. Die Kosten belaufen sich in den ersten drei Jahren auf insgesamt 450.504 Euro. Abzüglich des Eigenanteils der Wirtschaftsunternehmen und der Fördermittel beteiligt sich die Stadt Salzkotten mit 105.401 Euro.

Eine Konkurrenz zur Paderborner »Garage 33«, die nach einem ählichen Konzept arbeitet, sieht Jürgen Behlke, Geschäftsführer der IHK-Zweigstelle Paderborn-Höxter, keineswegs. »Es gibt noch viel zu wenig Projekte dieser Art. Wir würden uns noch mehr davon auch in der Fläche wünschen«, betont er.

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