Caritas bietet neue Wohnform in Salzkotten an
Senioren-WG schließt Lücke

Salzkotten (WB). Eintopf oder Schnitzel mit Kartoffelsalat zum Mittagessen, Flachbildfernseher oder Badewanne – diese Fragen des Alltags oder besonderer Anschaffungen werden in der Senioren-Wohngemeinschaft Sälzer Lagune in Salzkotten künftig gemeinsam geklärt. Mit der neuen WG am Ortseingang will die Caritas eine Lücke im Angebot der Wohnformen im Alter schließen.

Mittwoch, 05.06.2019, 12:59 Uhr aktualisiert: 05.06.2019, 13:02 Uhr
Simone Stellbrink (Leiterin der Sozialstation der Caritas Salzkotten) Christian Bambeck, Lisa Meschede (Stadt Salzkotten), Helmut Grewe, Stephanie Neumann und Bürgermeister Ulrich Berger (von links) vor dem Neubau am Salzkottener Ortseingang. Foto: Neesen

Nichts für Eigenbrötler ist die Senioren-WG, die derzeit in unmittelbarer Nachbarschaft zum gleichnamigen Salzkottener Freibad entsteht. Der Fokus im Zusammenleben wird auf Gemeinsamkeit gerichtet, gerade um einer Vereinsamung älterer Menschen entgegenzuwirken. »Wir wollen vielfältige Wohnformen für Senioren abdecken. Jeder soll eine für seine Bedürfnisse optimale Art des Wohnens finden«, stellte gestern Christian Bambeck, Geschäftsführer des Caritasverbandes Büren, das Konzept der Senioren-WG vor. Ziel sei es, so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und gleichzeitig Unterstützung anzubieten. »Das Leben in der WG orientiert sich am ganz normalen Leben zu Hause«, erklärte Stephanie Neumann von der Caritas. Dazu gehörten die gemeinsame Organisation des Alltags sowie die Vorbereitung der Mahlzeiten oder

So viel kostet das Wohnen in der Senioren-WG

Künftige WG-Bewohner müssen mit folgenden Kosten (Stand 1.5.2019) rechnen: Je nach Größe des Zimmers fällt Miete in Höhe von 495 bis 584 Euro an. Hinzukommen 205 Euro Haushaltsgeld für Lebensmittel, Versicherung und Anschaffungen. Bei einem Pflegegrad 2 beträgt die monatliche Pauschale für Pflege, Hauswirtschaft und Betreuung rund 2270 Euro. Davon können über die Pflegekasse 689 Euro und über den Wohngruppenzuschlag 214 Euro geltend gemacht werden, so dass ein Eigenanteil von 1367 Euro verbleibt. Insgesamt kostet das Wohnen in der WG dann zwischen 2067 und 2156 Euro. Für Bewohner ohne Pflegegrad liegt die monatliche Pauschale für Pflege, Hauswirtschaft und Betreuung bei rund 1938 Euro. Pflegekasse und Wohngruppenzuschlag können nicht in Anspruch genommen werden, so dass sich die monatlichen Kosten auf 2638 bis 2727 Euro belaufen.

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Für sein Zimmer ist jeder selbst verantwortlich

Fernsehabende. Ständig vor Ort sein werde eine Betreuungskraft als Sicherheit im Hintergrund, die Hilfestellung gibt. Jeder Bewohner habe gleichzeitig seinen eigenen Rückzugsbereich. »Für sein Zimmer ist wie in einer Mietwohnung jeder selbst verantwortlich und kann auch seine eigenen Möbel mitbringen«, so Stephanie Neumann, »wir wollen uns unterscheiden von einer stationären Eichrichtung.« Einziehen können Menschen mit Pflegegrad, aber auch ohne. Wichtig sei vor allem, dass die WG zusammenpasse und die Bewohner sich wohlfühlten, so Stephanie Neumann. Derzeit stellt das Caritasteam die Wohngemeinschaft zusammen. Vier Zimmer sind bereits vergeben.

Insgesamt neun Zimmer mit Bad in einer Größe von 45 bis 50 Quadratmetern stehen der WG auf einer Gesamtfläche von etwa 400 Quadratmetern im Erdgeschoss zur Verfügung. Zum Herzstück soll eine große Wohnküche mit Ess- und Aufenthaltsbereich werden. Investor und Bauträger ist die Familie Grewe, die am Standort Alte Bleiche rund vier Millionen Euro investiert. In den Geschossen über der WG werden 13 Wohnungen von 68 bis 205 Quadratmeter vermietet, zudem zieht ein Versicherungsbüro ein.

Pflegeleistungen können zugebucht werden

Die Wohngemeinschaft ist ein anbieterorientiertes Angebot. Während die künftigen Bewohner ihren Mietvertrag mit der Hausverwaltung Grewe schließen, können Zusatzleistungen für Betreuung und Pflege ausschließlich bei der Caritas zugebucht werden. Pflegeleistungen und eine Wohngruppenpauschale können über die Pflegekasse bzw. Sozialleistungen des Kreises Paderborn refinanziert werden.

»Die Wohngemeinschaft Sälzer Lagune reiht sich ideal in das bereits bestehende Angebot in Salzkotten ein. Jeder kann in Salzkotten seine individuelle Wohnform finden«, sagte gestern Bürgermeister Ulrich Berger bei der Besichtigung des Neubaus. Die Lage bezeichnete er als »mitten im Leben« und freute sich, dass der Name des benachbarten Freibades aufgegriffen wurde. Ebenso verwies er auf die ideale medizinische Betreuung in unmittelbarer Nachbarschaft.

Bis Anfang August soll alles fertig sein, so dass die WG einziehen kann. Wie genau der Alltag dann aussieht, haben die Bewohner selbst in der Hand.

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