Wasserrechte im Stadtgebiet Salzkotten bis 2048 gesichert
Läuft!

Salzkotten (WB). Wer morgens am Wasserhahn dreht, macht sich meist keine Gedanken darüber, ob etwas herauskommt oder nicht. Ganz so selbstverständlich sei das aber nicht, erklärte gestern Barbara Späth aus dem Dezernat Wasserwirtschaft bei der Bezirksregierung Detmold. Dahinter stehe ein aufwendiges Verfahren. Weil aber dieses in Salzkotten gut gelaufen sei, wird das Wasser auch die nächsten 30 Jahre fließen.

Donnerstag, 07.02.2019, 04:00 Uhr
»Wasser marsch« in den Salzkottener Haushalten: Der Wassermeister und Leiter des Wasserwerkes Hans-Josef Haase zapft in der Salzkottener Wasseraufbereitungsanlage quellfrisches Trinkwasser. Für die nächsten 30 Jahre sind die Rechte gesichert. Foto: Jörn Hannemann

Vertreter der Bezirksregierung überbrachten am Mittwoch den Bewilligungsbescheid darüber, dass in Salzkotten aus vier Brunnen bis zum Jahr 2048 weiterhin 1,6 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr gefördert werden dürfen. »Das reicht aus, um die Salzkottener Bürger zu versorgen. Erweiterungspotenzial ist schon eingerechnet«, so der Leiter der Stadtwerke, Ludwig Bewermeier.

Viele Gutachten notwendig

Bevor die Bezirksregierung ihren Bewilligungsbescheid erteilt, muss eine Kommune eine Reihe von Gutachten vorlegen und den Bedarf begründen. »Dabei soll sichergestellt werden, dass die Wasserentnahme keine negativen Auswirkungen auf Mensch, Tier und Landschaft hat«, sagte Ronny Abraham, zuständiger Jurist bei der Bezirksregierung, »die Stadt muss dieses Verfahren mit hoher Sensibilität angehen«.

Welche Herausforderungen dabei zu meistern sind, zeigt der Brunnen 3. Er liegt in der Nähe der B 1 aus Richtung Paderborn kommend und mitten im Vogelschutzgebiet Hellwegbörde. Für den Nachweis, dass mit der Grundwasserentnahme keine erheblichen Beeinträchtigungen auf geschützte Arten einhergehen, musste die Stadt eine gesonderte »Natura 2000«-Vorprüfung vorweisen.

Langwieriges Verfahren

Im Verlauf der öffentlichen Beteiligung hatte es in Salzkotten keine Einwände gegeben, was Abra­ham und Späth auf die gute Vorarbeit zurückführten. »Ein solches Verfahren dauert zwei bis drei Jahre«, so Barbara Späth, »entnommen werden darf schließlich nur so viel Wasser, wie wieder regeneriert werden kann. Grundwasserentnahme und Grundwasserneubildung müssen im Gleichgewicht stehen.«

Die Bewilligung wird üblicherweise für 30 Jahre ausgesprochen, muss aber alle zehn Jahre aktualisiert werden. Dass Genehmigungen nicht erteilt werden, sei selten, so die Vertreter der Bezirksregierung. Meist werde im Verlauf des Verfahrens gegengesteuert. Dann müssen Gemeinden gegebenenfalls Wasser zukaufen.

Versorgung aus vier Brunnen gewährleistet

»Wir können mit unseren vier Brunnen die Wasserversorgung eigenständig gewährleisten«, sehen sich Bürgermeister Ulrich Berger und Ludwig Bewermeier in der glücklichen Lage, »das Heft des Handelns in der Hand zu haben und beste Qualität zu adäquaten Preisen« bieten zu können. Die vor 26 Jahren getroffene Entscheidung, das Wasserwerk als Eigenbetrieb zu führen, erweise sich damit als richtige, so Berger.

Ausreichend Grundwasser ist im Salzkottener Boden offenbar auch nach dem trockenen Sommer vorhanden. »Ein paar Regenwochen können wir aber dennoch ganz gut gebrauchen«, sagte Barbara Späth.

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