Markierungen fehlen seit Monaten – Behörden sind uneins Keine Linie auf der Verner Straße

Salzkotten (WB). »Neue Fahrbahndecke« und »Markierung fehlt« – das sind keine außergewöhnlichen Verkehrshinweise. Wer von Salzkotten nach Verne – oder auch umgekehrt – fährt, könnte allerdings meinen, es fehle an Farbe. Denn seit mehr als einem halben Jahr lassen die weißen Streifen auf der neuen Fahrbahndecke auf sich warten.

Von Marion Neesen
Auf der Landstraße zwischen Salzkotten und Verne fehlt seit Monaten die Markierung. Die Geister scheiden sich an einem Radweg, der laut Regionalplan darauf markiert werden soll. Straßenbauexperten halten die Verner Straße dafür aber für zu schmal.
Auf der Landstraße zwischen Salzkotten und Verne fehlt seit Monaten die Markierung. Die Geister scheiden sich an einem Radweg, der laut Regionalplan darauf markiert werden soll. Straßenbauexperten halten die Verner Straße dafür aber für zu schmal. Foto: Jörn Hannemann

Autofahrer beschweren sich zunehmend über diesen Mangel, der insbesondere in der Dunkelheit zum Risiko werde. Warum die Fahrbahn nach der Erneuerung ihre Markierungen nicht zurückbekommen hat, ist offenbar ein Behördendilemma. »Diese Straße müsste abends gesperrt werden«, schreibt WV-Leser Manfred Schulz, dass bei Dunkelheit und Regen die Orientierung schwer falle.

Regionalplan sieht Radweg vor

Auf der L 636 zwischen Salzkotten und Verne wurde die Fahrbahndecke erneuert. Verantwortlich für die Sanierung ist der Baulastträger, also der Landesbetrieb Straßen.NRW, teilt der Kreis Paderborn auf WV-Anfrage mit. Üblicherweise werde bei einer Sanierung anschließend die bis dahin vorhandene Markierung wieder aufgebracht. Dazu sei keine Verkehrsanordnung der Straßenverkehrsbehörde, also des Straßenverkehrsamtes des Kreises Paderborn, nötig, so Kreissprecherin Michaela Pitz.

»Richtig«, sagt Rainer Schütte, Diplom Ingenieur bei Straßen.NRW, »aber nur, wenn über die Nutzung nicht neu diskutiert wird und die Straße weiter so genutzt wird wie vor der Instandsetzung. Der Regierungspräsident möchte aber auf der Verner Straße einen Radweg einrichten«, so Rainer Schütte zum Regionalplan. Weil eine Entscheidung zum Radweg noch nicht gefallen sei, habe Straßen.NRW zunächst darauf verzichtet, neue Fahrbahnmarkierungen aufzubringen.

Fahrbahn für einen Radweg zu schmal

Rainer Schütte betont aber gleichzeitig, dass die Straße zu schmal für einen eigens ausgewiesenen Radweg sei. »Wir werden mit Macht unsere Auffassung vertreten, dass die Straße zu schmal und ein Radweg darauf zu gefährlich ist. Der passt nicht auf die Straße«, so Schütte. Der bisherige Seitenstreifen sei erfahrungsgemäß sicherer; eine Verbreiterung der Straße sei wegen der Bäume beiderseits nicht machbar. Außerdem sei im Regionalplan der Radweg bereits gekürzt und nur noch bis zum Eiserweg vorgesehen. Denkbar sei auch ein parallel geführter Bürgerradweg. Dazu sei aber Grunderwerb notwendig.

Michaela Pitz bestätigt, dass es in Sachen L 636 bereits mehrere Abstimmungsgespräche zwischen der Stadt Salzkotten, dem Kreis Paderborn, der Kreispolizeibehörde, der Bezirksregierung Detmold und dem Baulastträger Landesbetrieb Straßenbau NRW gegeben habe. Dabei sei es auch um die Frage gegangenen, ob Flächen für Radfahrer aufgebracht werden dürfen.

»Nach dem bisherigen Regelwerk geht das nicht. Derzeit werden beim Land jedoch neue Richtlinien erarbeitet, die regeln sollen, wie die Markierung von älteren Straßen, die saniert werden, mit dem neuen technischen Regelwerk in Einklang gebracht werden kann«, so Pitz. Bisher habe der Straßenbaulastträger deshalb eine vorläufige gelbe Markierung aufgebracht und die erforderliche Warnbeschilderung angebracht. »Sobald die Richtlinien da sind, werden die vorläufigen durch dauerhafte Markierungen ersetzt«, heißt es aus dem Kreishaus.

Ministerium könnte entscheiden

Sobald ist mit einer Entscheidung aber offenbar nicht zu rechnen. »Wir als Stadt Salzkotten sind in diesem Fall nur Zuschauer, da es sich um eine Landesstraße handelt«, sagt Bürgermeister Ulrich Berger und vermutet, dass die unterschiedlichen Auffassungen der Bezirksregierung und Straßen.NRW über den einseitigen Radweg wohl an höherer Stelle, sprich im Landesverkehrsministerium, in Einklang gebracht werden müssen. Wünschenswert sei sicherlich ein beidseitiger Radweg. Gleichzeitig müsse aber auch der geplante Bau der B 1 in den Überlegungen berücksichtigt werden. Die Fahrbahn zu markieren, sei im Winter ohnedies nicht möglich. Salz und Kälte verhinderten, dass die Farbe auf der Straße bliebe, so Rainer Schütte. Gleichzeitig sieht er kein großes Sicherheitsproblem. Die Straße sei mit gut sichtbaren Leitpfosten begrenzt und es gelte Tempo 70.

WV-Leser Manfred Schulz will die L 636 jedenfalls künftig bei entsprechenden Licht- und Wetterverhältnissen meiden und fährt lieber über die Bundesstraße 1 und die Straße Sundern in den Wallfahrtsort Verne.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6371933?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851069%2F