Tina Straub eröffnet erstes Atelier für Mosaikkunst in OWL Steinchen für Steinchen Faszination

Salzkotten (WB). Der erste Eindruck ist fröhlich und bunt, der zweite edel und hell, und schließlich machen sich ungläubiges Staunen und Respekt breit. Das alles vermag Tina Straub innerhalb weniger Minuten zu vermitteln. Die 53-Jährige eröffnet zum Sälzerfest ihr Mosaikatelier »Famoos« in der Lange Straße. Doch dahinter steckt mehr als eine Geschäftseröffnung.

Von Marion Neesen
Tina Straub mag Farben. Das kommt in ihren Werken unverkennbar zum Ausdruck. Besonders gern arbeitet sie mit venezianischen Smalten und englischem Porzellan. Doch auch ganz viele andere Materialen kommen zum Einsatz.
Tina Straub mag Farben. Das kommt in ihren Werken unverkennbar zum Ausdruck. Besonders gern arbeitet sie mit venezianischen Smalten und englischem Porzellan. Doch auch ganz viele andere Materialen kommen zum Einsatz. Foto: Jörn Hannemann

Tina Straub kannte eigentlich keine besonderen künstlerischen Talente in sich. »Ich kann zum Beispiel nicht malen«, sagt sie, »und hatte auch keine herausragend guten Noten im Kunstunterricht.« Ein Faible für Italien und Farben, das schon, das war vorhanden. Auch genäht und mit Ton gearbeitet hatte sie schon. »Und wenn ich gar nichts hatte, habe ich die Wohnung umgebaut«, erzählt Tina Straub.

Die Niederntudorferin war Lehrbeauftragte für Italienisch und Russisch an der Uni Paderborn und arbeitet in der freien Wirtschaft als Trainerin für Mindmapping. Mit Mosaik hatte sie überhaupt nichts am Hut.

Plötzliche Eingebung

So scheint das Erlebnis, das für Tina Straub einen ganz neuen Lebensweg bereithielt, völlig unerklärlich. »Ich bin mitten in der Nacht aufgewacht und habe einfach nur diese Buchstaben gesehen: Mosaik. Mehr nicht. Und ich wusste: Das ist meins. Ich hatte etwas gefunden, wonach ich gar nicht gesucht hatte«, erinnert sich Straub. Noch in der Nacht blätterte sie durchs Internet, um mehr zu erfahren über diese Kunstform. Am gleichen Morgen fuhr sie zur Glasmalerei Peters in Paderborn und besorgte sich eine Kiste Scherben. Nächster Halt war am Baumarkt, wo sie das nötige Material und Werkzeug kaufte. »Als an diesem Tag mein erstes Mosaik entstand, wusste ich, dass ich nie wieder etwas anderes tun wollte«, sagt Tina Straub.

Das war 2014. Inzwischen hat sie ihren Lehrauftrag aufgegeben und steht kurz vor der Eröffnung ihres ersten Ateliers, das sie »Famoos« (Fine Art Mosaikobjekte Straub) getauft hat. Das ging ebenso spontan und schnell wie die Entdeckung ihrer neuen Leidenschaft selbst.

»Vor sieben Wochen habe ich den Laden an einem Freitag entdeckt. Montags habe ich Kontakt mit dem Vermieter aufgenommen und donnerstags den Vertrag unterschrieben«, sagt Tina Straub. Damit eröffnet sie als Mitglied der Deutschen Organisation für Mosaikkunst (DOMO) nach ihren Informationen das erste Atelier in Ostwestfalen.

Wandbilder mit Hintergrund

Tina Straubs Begeisterung für Mosaikkunst und ihre Schaffenskraft sind bewundernswert und finden Ausdruck in wunderschönen Wandbildern und dekorativen Gegenständen, die nicht nur bunt und fröhlich, sondern auch hintergründig sind. Aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, sollen so manche Objekte verschiedene Perspektiven auf das Leben symbolisieren. Ihre Serien »Greif nach den Sternen« und »Princess Punk« liegen ihr besonders am Herzen.

Gerne arbeitet Tina Straub mit venezianischen Smalten, die das Licht faszinierend schön reflektieren, und englischem Porzellan oder sie fügt neben Scherben und Steinen alle möglichen Materialen in ihre Werke ein. Ob Tisch oder Fensterbank, Tasse oder Teekanne – auch Alltagsgegenstände lassen sich mit Mosaik veredeln. Sogar Sängerin Sarah Connor hat eine ihrer Teekannen erworben. »Ich kann die Arbeit so genießen, dass ich oft stundenlang gar nicht merke, wie die Zeit vergeht«, erzählt Tina Straub. Mosaikkunst hat für sie gleichermaßen etwas Gestalterisch-Künstlerisches wie Meditatives. »Man kann total abtauchen in die Arbeit und ist ganz frei von Gedanken«, schwärmt sie. Deshalb möchte sie ihre Erfahrungen und die Leidenschaft für die Mosaikkunst weitergeben. Im Atelier an der Lange Straße (ehemals Wein Taplik) wird sie Workshops anbieten. Jeder könne dieser Art der Kreativität nachgehen, besondere Talente brauche es dafür nicht.

Workshops im Bereich Burn-Out-Prävention

Gemeinsam mit Ehemann Roger, der psychotherapeutischer Heilpraktiker ist, wird Tina Straub zudem Workshops im Bereich der Burn-Out-Prävention anbieten. »Die Teilnehmer können damit einen Anker setzen sowie Werte und Ziele für ihr Leben schaffen«, ist Tina Straub überzeugt von der therapeutischen Wirkung der Mosaikkunst. Zum Sälzerfest am 25. März geht es offiziell los im Atelier Famoos.

Wer möchte, kann sich vorab auf Tina Straubs Internetseite informieren. So ähnlich ging es ja auch bei ihr mit einem ganz neuen Leben los.

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