Initiative in Holsen mit Artenschutzpreis ausgezeichnet Trafoturm wird Tierhotel

Salzkotten (eb/WB). Aus einem 100 Jahre alten Trafoturm ist in Holsen nicht nur eine Naturschutzeinrichtung, sondern ein Anlaufpunkt fürs ganze Dorf geworden. Dafür haben die Initiatoren jetzt den mit 2500 Euro dotierten Artenschutzpreis erhalten.

Uwe Varlemann, Kommunalbetreuer beim Energieversorger Innogy, hat den mit 2500 Euro dotierten Artenschutzpreis an Johannes und Marlies Sandbothe und ihre Mitstreiter am Artenschutzturm in Holsen überreicht.
Uwe Varlemann, Kommunalbetreuer beim Energieversorger Innogy, hat den mit 2500 Euro dotierten Artenschutzpreis an Johannes und Marlies Sandbothe und ihre Mitstreiter am Artenschutzturm in Holsen überreicht. Foto: Hans Büttner

Mit großer Leidenschaft haben sich die Holsener, allen voran Johannes und Marlies Sandbothe, für den Erhalt des alten Holsener Trafo- Turms eingesetzt. Für diese uneigennützige Energieleistung bekamen die Dorfbewohner jetzt den Artenschutzpreis überreicht, den der Energieversorger Innogy vergibt.

Fast 100 Jahre lang hatte der alte, aus Bruchstein gemauerte Turm im Herzen von Holsen für die richtige Spannung gesorgt. Dann wurde er von der modernen Technik außer Betrieb gesetzt. Mit dem Ende seiner Funktion war aber nicht das Ende des Turms eingeläutet. Das Ehepaar Sandbothe, auf dessen Grundstück der Turm steht, hatte sich an den Koloss so gewöhnt, dass es sich für seinen Erhalt einsetzte.

Das Nutzungskonzept überzeugte auch den Eigentümer des Turms, der ihn darum an das Ehepaar Sandbothe verkaufte. Es sah vor, den Turm als Natur- und Artenschutzeinrichtung umzugestalten.

Zahlreiche Helfer ermöglichen das Projekt

Mehr als 1000 Arbeitsstunden haben Johannes und Marlies Sandbothe und viele Holsener bisher in den Turm und in die Gestaltung der Außenanlagen investiert. Decken wurden eingezogen, Nistkästen gebaut, Anstricharbeiten erledigt, eine Kräuterschnecke gebaut, ein kleiner Garten angelegt und als zusätzliche Attraktion entstand im Erdgeschoss des Turms ein kleines Technikmuseum, in dem über die Geschichte des Turms und des Dorfes anhand von Exponaten und Dokumenten informiert wird.

»Ganz viele Hände haben das Werk ermöglicht«, sagte Marlies Sandbothe, die dabei besonders die Aktivitäten der Kinder des Kindergartens Hoppetosse für den Bau des Insektenhotels, Sascha Stümmler für die Erstellung des Museums, die Holsener Landfrauen für die Gestaltung der Kräuterschnecke und die KLJB für die Ausführung der Pflasterarbeiten lobte. Dass ihre Arbeit von Erfolg gekrönt ist, zeigen die Belegungszahlen. »Das Insektenhaus ist voll belegt, in den Nistkästen haben schon zahlreiche Vogelarten ein neues Zuhause gefunden, und selbst ein Turmfalke hat sich die Wohnung schon ausgesehen«, erzählt Marlies Sandbothe nicht ohne Stolz.

Und dass auch das Museum viel Anklang findet, haben die Besucher im Gästebuch dokumentiert. Zwei Mal im Jahr soll es demnächst Veranstaltungen am Turm geben: einmal zur Information und einmal zum Klönen am Turm. Das Preisgeld kam übrigens gerade passend. Das Dach muss repariert werden.

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