Die Corona-Zahlen im Kreis Paderborn am Donnerstagnachmittag: 976 aktive Fälle – Appell vom Gesundheitsamt
„Die Lage ist ernst“

Paderborn (WB/en) -

Der Kreis Paderborn vermeldet am Donnerstag (Stand: 11 Uhr) 105 neue Corona-Fälle. Den Neuinfektionen stehen 93 weitere Menschen gegenüber, die mittlerweile als genesen gelten. Die Zahl der aktiven Fälle ist daher um zwölf auf 976 gestiegen.

Donnerstag, 22.04.2021, 14:30 Uhr aktualisiert: 22.04.2021, 15:14 Uhr
Röhrchen für einen Test auf das Coronavirus (Symbolbild). Foto: dpa

„Die meisten Infektionen geschehen derzeit im privaten Bereich, beim Kaffeetrinken oder der Party“, erläutert die Leiterin des Paderborner Kreisgesundheitsamtes, Dr. Constanze Kuhnert. Die leitende Amtsärztin bittet die Menschen im Kreisgebiet deshalb eindringlich, persönliche Treffen so weit wie möglich, mindestens aber auf das Erlaubte zu reduzieren. So sind Partys und vergleichbare Feiern generell untersagt. Im öffentlichen Raum sind der Mindestabstand von 1,5 Meter und die Maskenpflicht unbedingt zu achten. Steigende Infektionszahlen bedeuten immer auch vollere Intensivstationen. Aktuell müssen 66 Patienten im Krankenhaus behandelt werden, 19 von ihnen auf der Intensivstation. „Die Lage ist ernst“, betont Krisenstabsleiter Michael Beninde.

Unter Moderation des Kreises Paderborn tagen regelmäßig der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes des Kreises, das Kreisgesundheitsamt sowie Vertreter der örtlichen Krankenhäuser und der Kassenärztlichen Vereinigung zur Lage. Anfang der Woche fand eine Videokonferenz zur Erörterung der Situation in den Krankenhäusern und in der Notfallversorgung statt. Ärzte und Pflegekräfte arbeiten am Limit, noch ist die Lage unter Kontrolle, noch gibt es freie Intensivkapazitäten, und auch die rettungsdienstliche Notversorgung funktioniert problemlos. „Hier müssen aber alle mitziehen, auch die Bevölkerung durch Einhaltung der Corona-Regeln “, unterstreicht Beninde.

Die 976 Fälle verteilen sich folgendermaßen auf die zehn Kommunen: Paderborn (544), Delbrück (108), Bad Lippspringe (79), Salzkotten (62), Hövelhof (60), Büren (38), Borchen (27), Bad Wünnenberg (25), Altenbeken (19), Lichtenau (14). Der Kreis hatte am Mittwoch 116 Neuinfektionen bekannt gegeben.

Die Zahl der aufsummierten und laborbestätigten Coronavirus-Infektionen seit Ausbruch der Pandemie beträgt 8655, die der Corona-Erkrankten, die eine akute Infektion überstanden haben und als genesen gelten, liegt bei 7532. 2778 Menschen befinden sich in Quarantäne. 147 Menschen sind in Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion verstorben.

Inzidenzwert: Kreis Paderborn

Das Landeszentrum Gesundheit (LZG) weist für den Zeitraum vom 15. bis 21. April – wie bereits berichtet – eine Sieben-Tages-Inzidenz von 137,7 aus (Stand: Donnerstag, 0 Uhr).

Der Inzidenzwert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Der offizielle Wert des LZG* (siehe unten „Melde- und Übermittlungsverzug“) ist ausschlaggebend, wenn es um die Reduzierung und Verschärfung von Schutzmaßnahmen geht. In der ab dem 19. April 2021 gültigen Fassung der Coronaschutzverordnung des Landes sind die Werte von 100 und 50 über drei Tage von Bedeutung (siehe unten „§ 16: Corona-Notbremse“).

Hier folgen die letzten sieben Werte des LZG für den Kreis Paderborn: 137,7 - 162,1 - 155,0 - 153,3 - 153,3 - 152,4 - 144,6. Sie sind auf der Website des Landeszentrums aufgelistet und dort über folgende Einstellungen zu finden: „Paderborn > Verlauf > alle Fälle > 7 Tage > pro 100.000“. Zu beachten ist, dass die Werte dynamisch sind; das heißt, dass sie rückwirkend verändern können. Zumeist steigen sie. Denn das LZG weist den vom Kreis Paderborn übermittelten Fällen das Datum zu, „an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat“.

Inzidenzwert: Kommunen im Kreis Paderborn

Der Kreis Paderborn veröffentlicht auf seiner Website (hier geht es direkt zum Dashboard) für die Städte und Gemeinden „kreiseigene Inzidenzwerte, die auf unseren veröffentlichten und berechneten Zahlen beruhen“:

Der Stand am 22. April (11 Uhr): Altenbeken: 98,8 (Vortag: 153,6) – Bad Lippspringe: 271 (271) – Bad Wünnenberg: 74,1 (107) – Borchen: 104,5 (149,3) – Büren: 97,6 (74,4) – Delbrück: 162,6 (187,6) – Hövelhof: 135,1 (178,1) – Lichtenau: 28,4 (28,4) – Paderborn: 193,2 (199,8) – Salzkotten: 108,2 (104,2).

Auf dem Dashboard gibt der Kreis unter dem Reiter „Copyright“ Erläuterungen zur Sieben-Tages-Inzidenz (siehe unten).

Inzidenzwert: Blick in die Nachbarkreise

Der Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen liegt am Donnerstag bei 173,4 (Vortag: 170,5) und in Deutschland bei 161,1 (160,1). Der Blick in die Paderborner Nachbarkreise ergibt nach LZG-Angaben folgendes Bild: Gütersloh 209,6 (198,4) – Hochsauerlandkreis 139,7 (132) – Höxter 77 (63,5) – Lippe 170,6 (180,4) – Soest 115,6 (118).

Die Coronazahlen im Kreis Paderborn am 22. April.

Die Coronazahlen im Kreis Paderborn am 22. April. Foto: Kreis Paderborn

Impfzahlen

Laut Impfbericht der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat es in den Arztpraxen des Kreises Paderborn bis einschließlich Mittwoch 17.340 Erstimpfungen (Dienstag: 15.871) und 22 (14) Folgeimpfungen gegeben. Im Kreis-Impfzentrum in der Salzkottener Sälzerhalle wurden bis dahin 39.730 (38.578) Erstimpfungen und 10.377 (10.186) Folgeimpfungen durchgeführt. Durch mobile Teams sind bisher 11.056 (11.056) Menschen geimpft worden (Erstimpfung). Die Folgeimpfung haben davon bisher 7040 (7040) Menschen erhalten (www.corona-kvwl.de/impfbericht) . Impfungen in Krankenhäusern sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Hintergrund

Weitere Informationen

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Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr und am Samstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/3083333 zu erreichen. Beantwortet werden allgemeine Fragen zu Covid-19: www.kreis-paderborn.de/corona. Der Kreis Paderborn hat zudem eine Impfseite www.kreis-paderborn.de/impfen und eine Schnelltest-Seite inklusive Teststellen www.kreis-paderborn.de/schnelltest erstellt.

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter. Unter der Rufnummer 116117 werden Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung beantwortet – kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr.

Hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona. Und hier geht es direkt zur aktuellen Fassung der Coronaschutzverordnung, die ab dem 19. April 2021 gilt. Darin:

§ 16: Corona-Notbremse

(1) Liegt in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen bezogen auf 100000 Einwohner (7-Tages-Inzidenz) nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit an drei Tagen hintereinander über dem Wert von 100, treten ab dem zweiten darauffolgenden Werktag, frühestens aber am Tag nach der Bekanntmachung der Feststellung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales gemäß Satz 2, die folgenden Einschränkungen gegenüber den vorstehenden Regelungen in Kraft: ...

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales stellt für die betroffenen Kreise und kreisfreien Städte das Vorliegen der Voraussetzungen nach Satz 1 sowie den Tag fest, an dem die Einschränkungen nach Satz 1 in Kraft treten, und macht diese Feststellung bekannt. Die Feststellung wird aufgehoben, wenn die 7-Tages-Inzidenz in dem betroffenen Kreis oder der kreisfreien Stadt nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit an drei Tagen hintereinander wieder unter dem Wert von 100 liegt; am Tag nach der Bekanntgabe der Aufhebung der Feststellung durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales treten die Einschränkungen nach Satz 1 wieder außer Kraft.

(2) Kreise und kreisfreie Städte nach Absatz 1 Satz 1, die über ein ausreichendes, flächendeckendes und ortsnahes Angebot zur Vornahme kostenloser Bürgertestungen nach § 4a der Coronavirus-Testverordnung vom 8. März 2021 des Bundesministeriums für Gesundheit (BAnz AT 09.03.2021 V1) verfügen, können durch Allgemeinverfügung im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales bestimmen, dass statt der Einschränkungen nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 bis 8 die Nutzung der entsprechenden Angebote von einem tagesaktuellen bestätigten negativen Ergebnis eines Schnell- oder Selbsttests nach § 4 Absatz 4 abhängig ist.

§ 16a: Besondere regionale Infektionslagen, Hotspot-Strategie

(1) Die Bestimmungen dieser Verordnung gehen widersprechenden und inhaltsgleichen Allgemeinverfügungen der nach § 17 Absatz 1 zuständigen Behörden vor; die Absätze 2 und 3 bleiben unberührt. Unbeschadet davon bleiben die zuständigen Behörden befugt, im Einzelfall auch über diese Verordnung hinausgehende Schutzmaßnahmen anzuordnen. Soweit Regelungen im Wege der Allgemeinverfügung getroffen werden sollen, bedarf diese des Einvernehmens des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales.

(2) Kreise und kreisfreie Städte, in denen die 7-Tages-Inzidenz nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit nachhaltig und signifikant über dem Wert von 100 liegt oder in denen sonst besondere kritische infektiologische Umstände vorliegen, prüfen die Erforderlichkeit über diese Verordnung hinausgehender zusätzlicher Schutzmaßnahmen und können diese im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales anordnen. Die angeordneten Maßnahmen sind im Hinblick auf die Erforderlichkeit fortlaufend zu überprüfen.

(3) Kreise und kreisfreie Städte, in denen die 7-Tages-Inzidenz nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit nachhaltig und signifikant unter dem Wert von 50 liegt, können im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales abstimmen, inwieweit Reduzierungen der in dieser Verordnung festgelegten Schutzmaßnahmen erfolgen können.

(4) Ausnahmen von Geboten und Verboten dieser Verordnung können die zuständigen Behörden nur in den ausdrücklich in dieser Verordnung vorgesehenen Fällen erteilen.

Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug

Das LZG führt zum Meldeprozess auf seiner Website folgendes aus: „Dargestellt wird der jeweilige Meldestand, den die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anhand der örtlichen Meldungen feststellen und an das LZG übermitteln. Das LZG seinerseits leitet die Daten täglich im Laufe des Abends an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, beide weisen einmal täglich zum Tageswechsel einen aktualisierten Stand aus. Dieser mehrstufige Meldeprozess ist vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern arbeits- und zeitaufwändig und unterliegt einer ständigen Qualitätssicherung. Daher kommt es immer wieder vor, dass die Angaben auf der örtlichen, der Landes- und der Bundesebene nicht vollständig deckungsgleich sind. Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden.

Erläuterung des LZG zur Inzidenz: „In die 7-Tage-Inzidenz geht die Anzahl aller Fälle ein, deren Meldedatum innerhalb der vergangenen 7 Tage vor dem Berichtszeitpunkt fällt. Bei der Eingabe von Fällen in das Infektionsmeldesystem wird jedem Falldatensatz ein Meldedatum zugewiesen. Dabei handelt es sich um dasjenige Datum, an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat.“

Das RKI schreibt zu einem möglichen Melde- und Übermittlungsverzug auf seiner Website: „Für die Gesamtzahl pro Bundesland/Landkreis werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen (Melde- und Übermittlungsverzug). Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt.

Kreis Paderborn: Erläuterungen zur Sieben-Tages-Inzidenz

„Die Sieben-Tages-Inzidenz ... ist ein wichtiger Indikator für den Stand und die Entwicklung der Pandemie. Laut Corona-Schutzverordnung des Landes NRW ist der Inzidenzwert, der täglich vom Landeszentrum für Gesundheit (LZG) für die Kreise und kreisfreien Städte veröffentlicht wird, maßgeblich für eine Verschärfung bzw. Lockerung der Schutzmaßnahmen. Deshalb veröffentlichen wir als Inzidenzwert für den gesamten Kreis den vom LZG ausgewiesenen Wert. Für die Städte und Gemeinden veröffentlichen wir kreiseigene Inzidenzwerte, die auf unseren veröffentlichten und berechneten Zahlen beruhen. ...

Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden. So meldet der Kreis Paderborn Personen mit einem positiven Schnelltest (POC-Test) als Infektionsfall und veröffentlicht diese, noch bevor er durch einen PCR-Test bestätigt wurde. Das LZG veröffentlicht hingegen gemäß den bundesweiten RKI-Vorgaben Infektionsfälle mit einem positiven PCR-Test. Alle Beteiligten sind grundsätzlich bemüht, diese Abweichungen möglichst gering zu halten. Sie sind aber teils aufgrund der Abläufe im Meldeprozess, teils aber auch aus den unterschiedlichen Aufgabenstellungen der verschiedenen Ebenen nie gänzlich vermeidbar.“ Quelle (Reiter „Copyright“): https://kreispaderborn.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/4ad5b9cf6f3f4307a3ae29e9a399e63f

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