Am Naturkundemuseum Paderborn entsteht eine wilde Wiese – Besucher erhalten kleine Tütchen mit Saatgut
Mehr Lebensraum für Schmetterlinge

Paderborn -

Dr. Sven Mecke und Dagmar Gorny vom Naturkundemuseum lassen eine wilde Wiese für Schmetterlinge anlegen, Totholz aufschichten und Insektenquartiere aufstellen. Sie engagieren sich damit für den Naturschutz.

Sonntag, 18.04.2021, 22:44 Uhr aktualisiert: 18.04.2021, 22:50 Uhr
Das hübsche Tagpfauenauge gehört zur Gruppe der Edelfalter. Foto: Krzysztof Niewolny

Angelegt und bearbeitet wird die Wiese vom Amt für Umweltschutz und Grünflächen. Das regionale Saatgut wurde von der Naturschutz-Stiftung Senne und dem Kreis Paderborn zur Verfügung gestellt. Die Idee zum Projekt „Wilde Wiese“ bekam Dagmar Gorny durch die bevorstehende Ausstellung „Hochstapler, Trunkenbolde, Schnüffler und andere verrückte Schmetterlinge“, die vom 10. Juli bis zum 3. Oktober im Naturkundemuseum zu sehen sein wird.

„Uns ist es ein großes Anliegen, den Erhalt der Artenvielfalt nachhaltig zu unterstützen. Deshalb lassen wir auf einem derzeit als Rasenfläche genutzten Gelände eine Schmetterlingswiese entstehen. Besucher des Museums und des Schlossparks können der Natur ganz nah sein und die Tiere und Pflanzen der gerade entstehenden Wiese in naher Zukunft direkt von den umgebenden Wegen beobachten“, so Gorny. Die Fläche soll Schmetterlingen, Bienen und anderen Insekten wertvolle Nahrungsquellen bieten. Vögel können auf ihr ganzjährig Nahrung finden und die angrenzenden Hecken als Brutmöglichkeit nutzen.

Mitmach-Aktion für Kinder im Mai geplant

Theoretisch gibt es in Deutschland fast 4.000 Schmetterlingsarten. Praktisch werden es weniger, denn die Lebensräume werden seltener. „Auch mit kleinen Projekten kann man gegensteuern. Jeder kann zulassen, dass auf Flächen wächst, was Schmetterlingen Nahrung und Schutz bietet“, so Mecke. 60 Schmetterlingsarten seien bereits ausgestorben, beinahe 500 vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet. Der Rückgang betrifft nicht nur seltene Arten, sondern auch ganz gewöhnliche Schmetterlinge, wie Mecke weiß: „Der Artenrückgang geht quer durch die Bank und selbst viele Allerweltsarten wie zum Beispiel das Tagpfauenauge sind im Bestand merkbar zurückgegangen.“ Gründe seien unter anderem der Klimawandel mit seinen extremen Dürre- und Hitzeperioden sowie die intensive Landwirtschaft mit Pestiziden, Düngemitteln und häufiger Wiesenmahd. Bis auf der Wiese die erste Blume blühen und Insekten eintreffen werden, wird noch einige Zeit vergehen. „Man braucht nur etwas Geduld, und darf die Fläche nur noch ein oder zweimal im Jahr mähen. Dann tut sich schon was auf der Wiese“, berichtet Mecke.

Am 16. Mai veranstaltet das Naturkundemuseum anlässlich des Internationalen Museumstags eine Mitmach-Aktion für Kinder – sofern es die Corona-Auflagen zulassen. Dabei können die Kinder selbst etwas zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen. Sie stellen unter Anleitung „Seedballs“ (Samenkugeln) her. Außerdem erfahren sie, wie Schmetterlinge leben und was sie dazu beitragen können, um mehr Lebensraum für Falter zu schaffen.

Naturkundemuseum verteilt Tütchen mit regionalem Saatgut

Das Naturkundemuseum verschickt aber auch ein „Blumenmeer“. Ab sofort wird kostenlos regionales Saatgut verteilt. Die Saattütchen beinhalten Samen von Pflanzen, die speziell auf unsere Region abgestimmt sind. Wer ein Tütchen für eine „Wilde Wiese“ haben möchte, wird gebeten sich unter d.gorny@paderborn.de beim Naturkundemuseum zu melden. Außerdem erhalten alle Besucherinnen und Besucher der städtischen Museen und Galerien Saatgut geschenkt. Die Aktion gilt, solange der Vorrat reicht.

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