Political Correctness, Cancel Culture, linke Identitätspolitik – ein Debattenbeitrag
Freiheit für Meinungen, die wir hassen

Paderborn -

Eine Idee, an der auch ein Bad Wünnenberger beteiligt ist, hat diese Woche für mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Zwei Gründer stellen in „Der Höhle der Löwen“ einen Einweghandschuh vor, mit dem Frauen Tampons und Binden „diskret“ im Mülleimer entsorgen sollen. Sie bekommen den Deal, in den sozialen Netzwerken schlägt ihnen aber massiv Kritik entgegen. In der Sache berechtigt, persönliche Attacken gehen aber zu weit. Auch in Paderborn gab es zuletzt Fälle, bei denen die politische Korrektheit übertrieben wurde. Die Cancel Culture entwickelt sich zur Gefahr für die Demokratie. Von Matthias Band ,  
Samstag, 17.04.2021, 12:24 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 17.04.2021, 12:24 Uhr
Eugen Raimkulow (links) aus Bad Wünnenberg und Andre Ritterwürden aus Olfen in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“: Im Nachgang hagelte es Kritik an der Produktidee. Foto: Bernd-Michael Maurer / TVNOW
Bleiben wir zunächst bei den Einweghandschuhen: Die Erfinder erfüllen viele Klischees. Ihr Produkt nennen sie „Pinky Gloves“, also pinke Handschuhe, vermutlich weil alle Frauen die Farbe Pink mögen. Das stimmt natürlich nicht. Nach eigenen Angaben kamen die Gründer, die sich bei der Bundeswehr kennengelernt haben, auf die Produktidee, als sie mal zusammen mit Frauen in einer WG lebten und sich über die Hygieneartikel im Mülleimer „wunderten“. Das alles bestätigt Frauen in der Überzeugung, dass Männer wenig über die Periode wissen und das männliche Geschlecht sich davor ekelt. Frauen müssen sich aber selbstverständlich nicht für ihre Periode schämen, geschweige denn „schmutzig“ fühlen, wie einige kritische Stimmen fragten. Hinzu kommt, dass die Plastikhandschuhe nicht umweltfreundlich sind. Sie sind auch viel teurer als normale Gummihandschuhe. Und welche Frau braucht so etwas überhaupt? Kurzum: Es handelt sich einfach um ein überflüssiges Produkt. Die Gründer haben sich mittlerweile entschuldigt und mitgeteilt, dass „wir noch viel lernen müssen und einige Blindspots haben“. Ein Vorwurf in der Debatte lautete allerdings auch, wie sich Männer überhaupt anmaßen können, Produkte für Frauen zu erfinden. Das ist jedoch genauso falsch wie die Meinung, dass Weiße keine Gedichte von Schwarzen übersetzen dürfen oder alle alten, weißen Männer Rassisten sind. Natürlich können Männer Produkte für Frauen erfinden und umgekehrt.
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