Woche für das Leben: Paderborner Erzbischof Becker fordert Kultur des Lebens, die niemanden im Leid allein lässt
„Das Wertvollste, was wir geben können“

Paderborn -

Die Zuwendung zu Kranken und Sterbenden „ist ein existenzrelevantes Geschehen. Der Dienst am Nächsten ist unverzichtbar für eine humane Gesellschaft“, betont der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker in seinem Grußwort zur diesjährigen Woche für das Leben.

Freitag, 16.04.2021, 14:05 Uhr aktualisiert: 16.04.2021, 16:40 Uhr
Erzbischof Hans-Josef Becker fordert in seinem Grußwort zur Woche für das Leben 2021 unter dem Leitwort „Leben im Sterben“ eine „Kultur des Lebens, die niemanden ausschließt oder in seinem Leiden allein lässt“. Foto: Besim Mazhiqi/Erzbistum Paderborn

Von diesem Samstag an nimmt die bundesweite Aktionswoche der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bis zum Samstag, 24. April, Aspekte der menschenwürdigen Begleitung von Sterbenden in den Blick. Die Woche steht unter dem Leitwort „Leben im Sterben“

Angesichts der aktuellen Debatte um den assistierten Suizid hat die Aufklärung über die vielfältigen Möglichkeiten der Hospiz- und Palliativversorgung dabei einen besonderen Stellenwert. Die Corona-Krise habe deutlich gezeigt, dass Menschen in Leid, Einsamkeit und Abschied aufeinander angewiesen seien, erklärt der Paderborner Erzbischof in seinem Grußwort: „Wir sind sprachlos, dass Menschen durch die Corona-Pandemie isoliert werden und manchmal ohne eine letzte begleitende Nähe sterben müssen.“ Nicht jedem Menschen sei es möglich, am Ende seines Lebensweges mit Zuspruch und einem gemeinsamen Gebet „das Schöne und Schwere des eigenen Lebens vertrauensvoll in Gottes Hand zu legen“.

Die diesjährige Woche für das Leben lenke den Blick auf jene Zeitspanne, die ein letztes Abschiednehmen ermöglichen soll. „Denn ‚Leben im Sterben‘ bedeutet, den sterbenden Menschen auf seinem letzten Weg nicht allein zu lassen, ihn zu begleiten und ihm dadurch eine letzte Geborgenheit zu schenken und eine neue Hoffnung zu vermitteln“, verdeutlicht Erzbischof Becker.

Die Begleitung von Sterbenden habe Papst Franziskus in seiner Botschaft zum Weltkrankentag als „geschwisterliche Liebe“ bezeichnet. „Für uns Christinnen und Christen findet das Liebesgebot Jesu in dieser Weise der Zuwendung seine besondere Realität. Zugleich ist dieser Dienst ein unmissverständliches Signal für eine Kultur des Lebens, die niemanden ausschließt oder in seinem Leiden allein lässt“, macht der Paderborner Erzbischof klar.

Signal für eine Kultur des Lebens

Die Begleitung von Kranken und Sterbenden, die von Menschen in palliativen Einrichtungen, Ambulanzen und in der häuslichen Pflege selbstlos geleistet wird, werde gesellschaftlich oft nicht genug gesehen, stellt Erzbischof Hans-Josef Becker fest und ergänzt: „Ich danke allen für ihre großherzige Sorge um unsere notleidenden, kranken oder sterbenden Mitmenschen. Ihre Hilfe ist als sichtbares Zeichen der Liebe Gottes zu uns das Wertvollste, was wir einander geben können.“

Von Auftaktgottesdienst bis Online-Infotagung

Der bundesweite Auftakt der diesjährigen Woche für das Leben findet an diesem Samstag, 17. April, mit einem ökumenischen Gottesdienst um 10.30 Uhr im Dom zu Augsburg statt. Daran nehmen unter anderem teil der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Georg Bätzing, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm als EKD-Ratsvorsitzender sowie Regionalbischof Axel Piper (Kirchenkreis Augsburg) und Bischof Dr. Bertram Meier (Augsburg). Der Gottesdienst wird auch im Live­stream übertragen (www.woche-fuer-das-leben.de).

Die Woche für das Leben

Die Woche für das Leben geht auf eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) zurück, die in besonderer Weise auf den „Schutz des ungeborenen Lebens“ aufmerksam machen wollten. So lautete auch das Motto der ersten Woche für das Leben im Jahr 1991. Drei Jahre später schloss sich der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland der Aktion an. Mittlerweile ist die bis heute einzigartige Initiative ein Plädoyer für die Würde und den Schutz des menschlichen Lebens in all seinen Phasen. Kirchengemeinden, Einrichtungen und Verbände in allen 27 katholischen Bistümern und 24 evangelischen Landeskirchen nehmen an der Woche für das Leben teil und machen sie damit bundesweit bekannt.

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Im Themenheft zur diesjährigen Woche für das Leben setzen sich Mediziner, Theologen und Seelsorger in verschiedenen Beiträgen mit dem Thema „Leben im Sterben“ auseinander. Das Heft ist als gedrucktes Exemplar direkt auf der Homepage www.woche-fuer-das-leben.de kostenlos zu bestellen.

Im Erzbistum Paderborn werden zwei Online-Infotagungen zum diesjährigen Thema der Woche für das Leben angeboten: Jeweils am Samstag, 17. und am 24. April, werden dabei Fachreferenten aus den Bereichen der Palliativ- und Hospizdienste sprechen.

Die Päpstliche Akademie für das Leben nennt die Palliativ­bewegung „die menschlichste Antwort auf die Bedürfnisse von schwerkranken und sterbenden Kindern, Erwachsenen und gebrechlichen älteren Menschen, um sicher zu stellen, dass sie bis zum Ende betreut werden können.“

Die Teilnahme an den Online-Veranstaltungen ist kos­tenlos. Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung gibt es online unter https://www.erzbistum-paderborn.de/veranstaltungen/informationstagung-zur-woche-fuer-das-leben/

Informationen zur Aktionswoche gibt es auch unter www.woche-fuer-das-leben.de

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