Paderborn kündigt Mitgliedschaft im Verein Deutsche Sprache – AfD wirft Bürgermeister „Sprachzensur“ vor
Streit um gendergerechte Sprache

Paderborn -

Die Stadt Paderborn kündigt ihre Mitgliedschaft im Verein Deutsche Sprache (VDS). Das hat der Haupt- und Finanzausschuss am Freitag mit den Stimmen fast aller Parteien beschlossen. Von Matthias Band
Dienstag, 30.03.2021, 08:43 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 30.03.2021, 08:43 Uhr
In der Paderborner Politik ist eine Diskussion nicht nur ums sogenannte Gendersternchen entbrannt, sondern generell um gendergerechte Sprache und den Verein Deutsche Sprache. Foto: dpa
Nur AfD-Vertreter Marvin Weber stimmte gegen den Beschlussvorschlag von Bürgermeister Michael Dreier (CDU). Hintergrund ist ein Streit um gendergerechte Sprache und Äußerungen des Vereinsvorsitzenden in der Öffentlichkeit. Verein lehnt * ab Auf seiner Homepage schreibt der Verein, der das sogenannte Gendersternchen und eine gendergerechte Sprache ablehnt: „Der gemeinnützige Verein Deutsche Sprache e. V. tritt dafür ein, dass Deutsch nicht zu einem Feierabenddialekt verkommt, sondern als Sprache von Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft erhalten bleibt. Wir sind ein weltweit tätiger Verband mit mehr als 36.000 Mitgliedern, darunter über die Hälfte mit Wohnsitz außerhalb der Bundesrepublik.“ Unter anderem mache sich der Verein dafür stark, dass „der Einsatz für die deutsche Sprache auch ohne deutschtümelnde oder nationalistische Ziele möglich“ sei. Der VDS sei überparteilich und habe Mitglieder aus allen Parteien im Bundestag. Auch Anglizismen sind dem Verein ein Dorn im Auge. Gendergerechte Sprache Immer mehr Unternehmen, Hochschulen, Stadtverwaltungen und Behörden verwenden neue sprach­liche Formen wie etwa den Genderstern („Student*innen“) oder den Unterstrich („Bürger_innen“). Damit sollen auch Menschen angesprochen werden, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen.
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