Schummelvorwürfe an der Uni Paderborn
„Betrug ist kein Kavaliersdelikt“ – Exmatrikulation droht

Paderborn -

Haben Studierende der Universität Paderborn bei einer Online-Prüfung geschummelt? Die Universität spricht von einem „begründeten Anfangsverdacht“. Den mutmaßlichen Betrügern droht im schlimmsten Fall die direkte Exmatrikulation.

Freitag, 05.03.2021, 04:09 Uhr aktualisiert: 05.03.2021, 10:42 Uhr
Studierende der Universität Paderborn werden verdächtigt, bei einer Online-Prüfung betrogen zu haben. Die Uni droht nun mit harten Sanktionen. Foto: Jörn Hannemann

„Wir sind der Meinung, dass Betrug bei einer Klausur kein Kavaliersdelikt ist und daher konsequent geahndet werden muss“, betont der zuständige Studiendekan der Fakultät Maschinenbau Prof. Dr. Hans-Joachim Schmid. Das sei man der großen Anzahl an ehrlichen Studierenden schuldig.

Während einer Klausur zum Thema Thermodynamik mit knapp 400 Teilnehmern hätte sich die überwiegende Mehrheit korrekt an die Regeln gehalten. Bis zu drei Teilnehmer hätten jedoch die Situation ausgenutzt, dass Vorlesungen wegen der Corona-Pandemie digital stattfinden und Prüfungen von zu Hause geschrieben werden, so der Vorwurf. Details zum konkreten Vorgehen wollte der Lehrstuhlinhaber nicht öffentlich nennen, um nicht eine „Anregung zur Nachahmung“ zu geben. Im Nach-hinein hätten Beteiligte jedoch mit der Tat geprahlt. Unter drei unterschiedlichen Pseudonymen tauchten Nachrichten auf, in denen Teilnehmer damit angaben, in der Klausur betrogen zu haben. Das Verfahren der Online-Prüfung sei laut Hans-Joachim Schmid noch relativ neu. Ein Stück weit Vertrauen ist angesagt.

„Wir erwarten von unseren Absolventen, die in der Regel Führungspositionen in der Wirtschaft anstreben, dass sie auch gewisse moralische und ethische Mindeststandards einhalten. Wer sich so verhält, verletzt diese massiv und hat daher auch keinen Anspruch auf Nachsicht.“ Die Uni droht mit harten Sanktionen – von der Wertung der Klausur als Fehlversuch bis hin zu hohen Geldstrafen und direkter Exmatrikulation. Das sei auch den Studierenden bekannt gewesen, da sie vor der Klausur eine Selbstverpflichtung unterschreiben mussten.

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