Welche Folgen hat die Pandemie für Karneval und Schützenwesen?
Uni Paderborn fragt, was die Menschen vermissen

Paderborn -

Wie gehen die Karnevalsvereine mit der Corona-Pandemie um? Vor welchen Herausforderungen stehen sie, und welche Folgen haben die Ausfälle der karnevalesken Veranstaltungen für die Region? Diesen und weiteren Fragen gehen Wissenschaftler der Universität Paderborn am Kompetenzzentrum für Kulturerbe nach.

Mittwoch, 03.03.2021, 01:38 Uhr aktualisiert: 03.03.2021, 11:42 Uhr
Auch der Umzug in der Karnevalshochburg Delbrück musste in diesem Jahr Corona-bedingt ausfallen. Foto: Jörn Hannemann

Eine Online-Umfrage, an der alle Interessierten teilnehmen können, soll nun Antworten liefern. Außer Risiken wollen die Forscher auch Potenziale ermitteln, die sich aus der Pandemie für die Weiterentwicklung des Kulturerbes Karneval ergeben könnten. Die Teilnahme an der Umfrage ist bis 15. April unter folgendem Link möglich: go.upb.de/UmfrageKarneval .

„Mit der Umfrage wollen wir herausfinden, was der Ausfall der tradierten Rituale, Bräuche und Feste für die Vereine, aber auch für die Menschen in der Region bedeutet. Für viele hat der Karneval eine integrative Kraft und ist Ausdruck von Gemeinschaft, Frohsinn und regionaler Identität“, erklärt Projektmitarbeiter Jonas Leineweber von der Uni Paderborn. Die Wissenschaftler seien unter anderem daran interessiert, was die Menschen durch den Ausfall der Feste besonders vermissten, wie die zivilgesellschaftlichen Trägergruppen die Krise bewältigten und welchen Beitrag die Vereine in dieser herausfordernden Zeit leisteten, heißt es in der Mitteilung der Universität.

Projektmitarbeiter Jonas Leineweber von der Universität Paderborn.

Projektmitarbeiter Jonas Leineweber von der Universität Paderborn. Foto: Kirsten Hötger

Ziel der jüngst gestarteten Sonderstudie unter Leitung von Prof. Dr. Eva-Maria Seng sei es, die Auswirkungen der Corona-Krise auf das immaterielle Kulturerbe und insbesondere auf gesellschaftliche Rituale, Bräuche und Feste zu erforschen. Außer den Folgen der Pandemie für den Karneval untersuchen die Paderborner Wissenschaftler auch Auswirkungen auf das Schützenwesen in Westfalen und die Schwörtags­tradition in Baden-Württemberg. Durch die Corona-Pandemie sei die kulturelle Praxis von Brauchtums- und Geselligkeitsvereinen in ihrem Wesenskern getroffen, betont Leineweber. „Geselligkeit und Gemeinschaft ist in der Krise nur schwer zu vermitteln und miteinander in Einklang zu bringen. Feste, Rituale und Bräuche müssen derzeit abgesagt, unter Einhaltung der Abstands- und Hygienevorschriften modifiziert oder in digitale Formate transformiert werden“, sagt Leineweber.

Welche Potenziale ergeben sich durch die Krise?

Doch gerade in der ersten Phase der Krise habe sich gezeigt, dass die Vereine durch ihr soziales Engagement, insbesondere im Bereich des gesellschaftlichen Zusammenhalts, einen wertvollen Beitrag leisten könnten. Deshalb wollen die Wissenschaftler auch herausfinden, welche Potenziale sich durch die Krise für die Vereine ergeben und sich als Anlass für die Weiterentwicklung und Transformation der Kulturform im Hinblick auf ihre Resilienz erweisen könnten. Auf Grundlage der Umfrage-Ergebnisse sollen Strategien entwickelt werden, wie die Vereine in verschiedenen Bereichen, beispielsweise der Digitalisierung und Vereinskommunikation, weiterentwickelt werden können.

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