Stadt Paderborn stellt fünfstellige Summe in Rechnung – Großbrand am Rosenmontag 2016
Westfleisch: Streit um Löschkosten

Paderborn -

Die Bilder vom Flammeninferno am Rosenmontag 2016 beim Unternehmen Westfleisch haben sich vielen Paderbornern ins Gehirn gebrannt. Die Feuerwehr war damals mit fast 400 Kräften im Einsatz. Wie am Montag bekannt wurde, streiten sich Stadt und das Unternehmen immer noch über die Kosten für den Einsatz.

Dienstag, 02.03.2021, 04:47 Uhr aktualisiert: 02.03.2021, 16:16 Uhr
Ende Februar 2016 ist das Unternehmen Westfleisch bei einem verheerenden Brand zerstört worden. Foto: Jörn Hannemann

Der Fall landet am Mittwoch, 10. März, vor dem Verwaltungsgericht in Minden. Es geht um einen Teilbetrag in fünfstelliger Höhe. Hätte man den Einsatz komplett berechnet, wäre dieser um ein vielfaches höher, sagte Feuerwehrchef Ralf Schmitz auf WV-Anfrage.

Nach Angaben des Verwaltungsgerichts habe das Unternehmen den Kostenbescheid der Stadt Paderborn abgelehnt. Westfleisch begründet dies damit, dass die in Rechnung gestellten Einsatzmittel nicht erforderlich gewesen seien. Außerdem bestehe aus Sicht von Westfleisch kein Anspruch auf Kostenerstattung.

Erhebliche Mengen Ammoniak gelagert

Ralf Schmitz erklärte, dass ein Löscheinsatz der Feuerwehr zum Beispiel bei einem Wohnungsbrand grundsätzlich für Betroffene kostenlos sei. Anders sehe es allerdings bei Betrieben aus, die zum Beispiel mit Gefahrstoffen arbeiteten. Bei Westfleisch seien erhebliche Mengen Ammoniak gelagert gewesen. Dadurch sei das Löschwasser belastet worden.

Dem Unternehmen seien unter anderem die Kosten für die Entsorgung der Gefahrstoffe und des kontaminierten Wassers in Rechnung gestellt worden. Außerdem mussten so genannte ABC-Erkunder eingesetzt werden, die während des Brandes mehrfach Luftmessungen vorgenommen hätten. Und auch der Einsatz überörtlicher Kräfte müsse bezahlt werden. Geregelt ist die Kostenberechnung im Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG).

Übrigens: Auch Privatleute können zur Kasse gebeten werden, wenn die Wehr löschen muss. Zum Beispiel gilt das dann, wenn ein Auto im Betrieb in Brand gerät. Anders sieht es aus, wenn der Wagen seit geraumer Zeit geparkt war, so Schmitz.

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