Auch in Paderborn: Ausbildung junger Menschen und zahlreiche Betriebe in Gefahr
Fahrlehrer wollen gegen das Land NRW klagen

Paderborn -

Die Ausbildung von Fahrschülern befindet sich seit dem 16. Dezember im Leerlauf. Fahrlehrer aus Paderborn wollen gegen die Coronaschutzverordnung des Landes NRW klagen. Das berichtet Horst Limburg, Leiter des Fahrschulbezirks Paderborn. Die beiden Landtagsabgeordneten Daniel Sieveke (CDU) und Marc Lürbke (FDP) wollen das Thema anpacken. „Bei den nächsten Öffnungsschritten dürfen die Fahrschulen nicht vergessen werden“, betont Sieveke.

Dienstag, 02.03.2021, 02:36 Uhr aktualisiert: 02.03.2021, 10:06 Uhr
Abstand garantiert: Wie soll man sich bei der Motorradausbildung anstecken können, wollen Fahrlehrer wissen. Foto: Ingo Schmitz

Zwar gab es seit Beginn des aktuellen Lockdowns in NRW die Möglichkeit zum eingeschränkten Betrieb für all diejenigen Fahrschüler, die eine berufsbezogene Ausbildung durchlaufen oder die bereits mehr als die Hälfte der verpflichtenden Ausbildungsstunden absolviert haben. Doch den Fahrschulen gehen jetzt langsam aber sicher die Kandidaten aus, weil immer mehr Betroffene dieses Personenkreises inzwischen ihre Prüfungen abgelegt haben. Gleichzeitig stapeln sich aber die Fahrschüler in der Warteschleife, die sich zum Zeitpunkt des Lockdowns gerade am Anfang ihrer Ausbildung befanden oder die sich jetzt anmelden wollen oder müssen, weil sie im Sommer eine Berufsausbildung beginnen. Gerade im ländlichen Raum sei der Führerschein für Azubis unerlässlich. Die Situation sei ein großes Ärgernis – für Fahrschulen und -schüler.

Horst Limburg, Leiter des Fahrlehrerbezirks, warnt vor einem weiteren Stau bei der Fahrschul-Ausbildung.

Horst Limburg, Leiter des Fahrlehrerbezirks, warnt vor einem weiteren Stau bei der Fahrschul-Ausbildung. Foto: Oliver Schwabe

„Unsere Fahrlehrer fordern das NRW-Ministerium auf, den Präsenzunterricht wieder zuzulassen, wie für die Abschlussklassen der weiterführenden Schulen“, sagt Horst Limburg. Außerdem sei nicht nachvollziehbar, „warum wir mit Fahrschülern fahren dürfen, die mindestens die Hälfte der vorgeschriebenen Fahrstunden absolviert haben. Es macht keinen Unterschied, ob jemand eine Fahrstunde oder 15 Stunden hat. Der Fahrlehrer und der Fahrschüler tragen beide eine FFP2-Maske. Das Fahrzeug wird vor jeder Fahrt 15 Minuten gelüftet, im Inneren desinfiziert und alle Daten werden schon auf Grund des Fahrlehrergesetzes dokumentiert“, erläutert Limburg, der sich auch über die Ungleichbehandlung mit Fahrschulen in Baden-Württemberg und Niedersachsen ärgert, wo der Fahrschulbetrieb laufe.

Außerdem macht er sich dafür stark, dass jetzt – passend zum Saisonbeginn – mit der praktischen Zweiradausbildung begonnen werden darf. Ein Ansteckungsrisiko sei gerade bei dieser praktischen Ausbildung wohl ausgeschlossen, ein Verbot geradezu widersinnig.

Das sagen Daniel Sieveke (CDU) und Marc Lürbke (FDP)

Die beiden Landtagsabgeordneten Daniel Sieveke (CDU) und Marc Lürbke (FDP) befinden sich seit Wochen mit den Fahrlehrern im Gespräch. Sie sehen gerade im ländlichen Raum die dringende Notwendigkeit, dass die Fahrschulausbildung dringend fortgesetzt werden muss. „Wenn es um Friseure und den Einzelhandel geht, dürfen die Fahrschulen nicht vergessen werden“, sagte Sieveke. Gegen kleine, feste Theoriegruppen sei aus seiner nichts einzuwenden. Während die Theorie zudem auch Online funktioniere, brauche es Lösungen für den praktischen Unterricht. Gerade bei der Motorradausbildung dürfte es kein Argument geben, diese zu blockieren, meint Marc Lürbke. Jetzt beginne die Saison. „Es macht Sinn, dass wir die Fahrschulen jetzt öffnen“, fasst der CDU-Abgeordnete Sieveke die Situation zusammen.

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„Zwischen Motorrad und Begleitfahrzeug ist ja der Abstand gewährleistet“, meint er. Außerdem erinnert Limburg das Ministerium daran, diesmal nicht die im Jahr 2020 eingeführte Bescheinigung B196 zu vergessen. Die besagt, dass Personen, die mindestens 25 Jahre alt und seit fünf Jahren im Besitz des Autoführerscheins sind, die Möglichkeit zu einer Weiterbildung haben. Damit dürfen sie Leichtkrafträder mit bis zu 125 Kubikzentimetern (maximal 15 PS) bewegen. Limburg: „Damit wollte man aus Umweltgründen erreichen, dass Arbeitnehmer vom Auto auf ein Leichtkraftrad umsteigen.“ Dieses Ziel werde derzeit blockiert.

„Wir wollen nicht mehr täglich hunderte Anrufe von Fahrschülern und Eltern entgegen nehmen und sie immer wieder vertrösten müssen. Sie müssen sich auch darauf einstellen, dass es für sie teurer wird. Nach so einer langen Pause werden mehr Fahrstunden fällig. Daher bitten wir die NRW-Regierung, sich unverzüglich mit dem Problem auseinander zu setzen“, sagt der Bezirksleiter. Wie sollen sonst die jungen Menschen, die sich alle in der Warteschleife befinden, an den benötigten Führerschein kommen?

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