Gut 14.000 Euro sind für Schutzmaßnahmen in kleinem Paderborner Theater ausgegeben worden
Das Amalthea ist coronafest

Paderborn -

Das Amalthea-Theater ist seit Mittwoch gut gegen das Coronavirus gewappnet. Mitarbeiter der Hövelhofer Firma Berenbrinker montierten drei Plexiglasscheiben, die künftig die Künstler auf der Bühne vom Publikum trennen. Zudem sollen drei Luftentkeimungsanlagen und ein Ventilator außen am Gebäude das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, minimieren.

Mittwoch, 24.02.2021, 23:02 Uhr aktualisiert: 25.02.2021, 14:00 Uhr
Während Andreas Schelp und Arlindo Ribeiro Lourenco (von rechts) von der Firma Berenbrinker die Scheiben montieren, hoffen Hansgeorg Enzian (links) und Erwin Grosche, dass der Kulturbetrieb samt der Sicherheitsvorkehrungen bald wieder anlaufen kann. Foto: Oliver Schwabe

Erwin Grosche, der im Mai eine Doppelvorstellung geben soll, schaute sich am Mittwoch schon einmal an, was da auf ihn zukommt.

„Wir haben für alle Maßnahmen zusammen über 14.000 Euro bei der DTHG beantragt, 12.700 Euro wurden ausgezahlt“, sagte Klaus H. Sindern, der mit Hansgeorg Enzian und weiteren Mitstreitern das Kleinkunstjuwel an der Jühengasse am Leben hält. Den zehnprozentigen Eigenanteil habe die Firma Westfalenwind für den Verein übernommen, weil der sonst finanziell überfordert gewesen wäre.

Bei „Neustart Kultur“ handelt es sich um das Förderprogramm für pandemiebedingte Investitionen der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft (DTHG) in Köln. Ziel ist es, Kultureinrichtungen einen Neubeginn nach der Corona-Pandemie zu ermöglichen. Die Antragsfrist lief Ende November 2020 aus.

Die drei Spuckschutzscheiben aus Plexiglas im Amalthea sind jeweils zwei Meter hoch und 1,50 Meter breit. Die Luftentkeimer des Herstellers Viromed aus Pinneberg sollen die mit Aerosolen verbundene Gefahr beseitigen. „Das sind medizinische Geräte, das Beste an Filtertechnik, was es gibt“, ist Klaus H. Sindern vom Nutzen völlig überzeugt. Nach Angaben des Herstellers lösen die Entkeimungsgeräte die Aerosole in der Raumluft auf und zerstören in kürzester Zeit alle enthaltenen Viren. Es handele sich um mehr als einfache Raumluftfilter oder Raumluftreiniger. Zwei der drei Geräte werden im Publikumsraum des Amalthea stehen, eines in der Lounge.

Neustart für September geplant

Im vergangenen Herbst war das Amalthea-Team noch davon ausgegangen, dass Spuckschutzwände ausreichen, um den Saal mit 50 Personen füllen und im Januar wieder loslegen zu können. „Aber dann wurde die Situation durch die steigenden Infektionszahlen immer brisanter“, erinnert sich Hansgeorg Enzian. Zwischenzeitlich wich das Amalthea auf andere Auftrittsorte wie die Aula des Theodorianums aus, bis schließlich Ende des Jahres gar nichts mehr ging.

Nun soll im September der Neustart mit einem regulären Programm erfolgen. Der Zuschauerraum ist mit 50 Quadratmeter bekanntlich sehr klein und reicht für maximal 67 Sitzplätze aus. „Wir werden die erste Reihe nicht besetzen und hoffen, dass wir das Theater wieder zu 80 Prozent auslasten können“, kündigte Hansgeorg Enzian an. Man setze dabei vor allem auf Paderborner Künstler, weil es dann einfacher sei, kurzfristig auf die Pandemie-Lage zu reagieren.

Erwin Grosche ist ohnehin eine feste Größe im Amalthea. Er soll bereits am 7. und 8. Mai eine Doppelvorstellung seines Programms „Wie aus heiterem Himmel – Gedankenblitze und poetische Niederschläge“ geben. „Man muss sehen, ob der Kontakt zum Publikum so da sein wird, wie es die Kleinkunst braucht“, ist er auf den Auftritt im technisch aufgerüsteten Saal gespannt. Dass ihn die Schutzscheiben irritieren könnten, glaubt Grosche nicht: „Wenn ich auf der Bühne stehe, ist mir die restliche Welt völlig egal. Erst wenn ich wieder runtergehe, merke ich, dass Corona ist.“ Wenn sich das Publikum durch die Vorkehrungen wohlfühle, sei das Ganze eine gute Lösung.

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