Dr. Ulrich Polenz geht davon aus, dass es in Heimen im Kreis Paderborn keine große Ausbrüche mehr geben wird
„Gemeinsam schon viel erreicht“

Paderborn -

Im Kreis Paderborn sind nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung mittlerweile alle 6300 Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen, die geimpft werden wollen, gegen das Coronavirus geimpft. Nur einige wenige benötigen noch ihre Zweitimpfung.

Montag, 22.02.2021, 12:03 Uhr aktualisiert: 22.02.2021, 12:08 Uhr
Dr. Ulrich Polenz, Bezirksstellenleiter der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Foto: Jörn Hannemann

„Eine großartige Leistung der Heime, die diese Impfungen neben der täglichen Arbeit vorbereiten und organisieren mussten, und der mobilen Impfteams“, sagt Dr. Ulrich Polenz, Bezirksstellenleiter der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Große Corona-Ausbrüche in den Heimen würden wir deshalb nicht mehr erleben, betont Polenz. Von den 131 Toten, die im Kreis Paderborn an oder mit Corona verstorben sind, lebten Polenz zufolge 104 in einem Alten- oder Pflegeheim.

Die Impfkapazität in der Sälzerhalle soll unterdessen stufenweise erhöht werden, kündigt Polenz an. Mit dem Start der Impfung in Schwerpunktpraxen rechne er im März. „Berichte über Impfreaktionen verunsichern gerade jetzt viele Menschen und führen dazu, dass etliche Menschen ihre Impftermine ungenutzt verstreichen lassen. Nach der Impfung kommt es bei vielen Menschen zu grippe­ähnlichen Symptomen wie Fieber, Abgeschlagenheit und Kopf- und Gliederschmerzen. In der Regel klingen diese Beschwerden innerhalb von zwei Tagen von allein wieder ab“, erklärt Polenz. Die Einnahme schmerzstillender Medikamente werde selten, der Gang zum Arzt noch seltener notwendig. In England seien mehrere Millionen Menschen mit dem Impfstoff von Astra-Zeneca geimpft worden. Polenz: „Ernstzunehmende Impfreaktionen sind nicht aufgetreten.“ Der Impfstoff schütze vor der bei uns besonders verbreiteten britischen Mutante und vor schweren Verläufen bei allen bisher bekannten Mutanten. „Er ist wirksam und sicher. Jeder, der die Gelegenheit hat, sich damit impfen zu lassen, sollte sie nutzen.“

Solange unklar sei, ob Geimpfte das Virus übertragen könnten, sollten alle – auch die Geimpften – weiter alle vier Stunden den Mund mit Mundwasser spülen. So könnten sie die Viruslast um bis zu 90 Prozent vermindern und damit auch die Verbreitung der Mutationen eindämmen, betont Polenz. Das gelinge auch durch das weiterhin erforderliche strikte Befolgen der Hygieneregeln: Abstand halten, Maske tragen, Hände des­infizieren.

Polenz: „Wir haben im vergangenen Jahr gemeinsam schon sehr viel erreicht. Wir können bald wieder zum normalen Leben zurückkehren, wenn wir weiter gemeinsam richtig handeln. Statt lange darüber zu diskutieren, wer wann in der Vergangenheit anders hätte handeln sollen, sollten wir vielleicht versuchen, unseren Mitmenschen das Leben mit der Pandemie ein klein wenig zu erleichtern.“

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