MIT-Chef Raphael Schäfers sieht viele Vorteile für Bad Lippspringe – Kritik aus Paderborn stößt auf Widerspruch
„Vom City-Outlet profitieren alle“

Bad Lippspringe -

Die Kritik aus dem Oberzentrum Paderborn an den Plänen für ein City-Outlet in Bad Lippspringe erntet in der Kurstadt deutlichen Widerspruch. Raphael Schäfers, Vorsitzender des Bad Lippspringer Stadtverbandes der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT), erklärte auf Anfrage dieser Zeitung: „Ich bin total überzeugt von der Idee des City-Outlets.“

Samstag, 06.02.2021, 03:00 Uhr aktualisiert: 06.02.2021, 06:30 Uhr
Wie entwickeln sich künftig die Innenstadt und der Handel in Bad Lippspringe. Ein Gutachten sieht gute Chancen für ein City-Outlet. Foto: Per Lütje

Bürgermeister Ulrich Lange betonte in einer Mitteilung, die Stadt werde die weiteren Schritte in Ruhe angehen. Auch die Bürger sollten an dem Projekt beteiligt werden. Andreas Bose von der Werbegemeinschaft sagte, der Vorstand wolle sich zunächst über das Gutachten informieren und in der kommenden Woche über das weitere Vorgehen beraten.

„Seit Donnerstag steht das Telefon nicht mehr still“, sagte Juwelier Raphael Schäfers, nachdem diese Zeitung über die Outlet-Pläne berichtet hatte . Manchen hätten die Pläne unvorbereitet getroffen, sagte Schäfers: „Es ist aber wirklich eine gute Sache.“ Kritik, ein City-Outlet mit 9000 Quadratmetern Fläche würde nicht zu einer Kur­stadt passen, wies der Bad Lippspringer MIT-Chef zurück . „Passen denn 30 Leerstände in der Innenstadt zu einer Kurstadt? Mir ist eine lebendige Fußgängerzone lieber“, betonte Schäfers.

Auch den Hinweis auf fehlende Parkplätze in der City ließ Schäfers nicht gelten. „Wir haben das auch zur Gartenschau prima hinbekommen. Da gibt es zum Beispiel Park & Ride. Natürlich muss sich hier ein Verkehrsplaner der Sache annehmen.“ Letztlich würden auch Gastronomie und Hotels von dem Projekt profitieren.„Vom City-Outlet profitieren alle, ganz Bad Lippspringe“, sagte Schäfers. Der Unternehmer betonte aber auch: „Ich würde mich freuen, wenn wir bei diesem Thema alle Bürger mitnehmen würden. Eine gute Information für alle halte ich für sehr wichtig.“

Die heimische Werbegemeinschaft zeigte sich unterdessen überrascht von den Plänen. Andreas Bose ist gemeinsam mit Heinz Josef Heggemann deren Vorsitzender. Bose: „Wir hatten vorab keine Information über das City-Outlet.“ Heggemann und Bose wollen nun erst einmal genaue Informationen von der Stadt zu dem Vorhaben einfordern. „Vielleicht können wir das Gutachten einsehen. Dann werden wir in der kommenden Woche im Vorstand der Werbegemeinschaft darüber sprechen“, sagte Bose.

Derweil teilte die Stadt Bad Lippspringe am Freitag weiter mit, dass sie „mit mehreren Maßnahmen die Weiterentwicklung der Innenstadt und des innerstädtischen Handels vorantreiben“ wolle. Vor diesem Hintergrund habe die Stadt bereits im Jahr 2019 ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die Umsetzung eines ­City-Outlets nach dem Vorbild von Bad Münstereifel zu prüfen.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass das Gutachten zu einem positiven Ergebnis gekommen ist. Die weiteren Schritte werden wir auch mit Unterstützung von langjährig erfahrenen Experten und unter Beteiligung der Bürger in Ruhe angehen“, sagte Bürgermeister Lange.

Das Gutachten der Ecostra GmbH aus Wiesbaden, die über deutschland- und europaweite Expertise in der Bewertung von Einzelhandelsstandorten verfüge, sieht, wie am Donnerstag berichtet, für die Realisierung eines City-Outlets in Bad Lippspringe gute Chancen. Die wichtigsten Rahmenbedingungen erfülle die Stadt laut dem Gutachten.

Als nächster Schritt werde nach Angaben des Bürgermeisters eine Prüfung durch einen ausgewiesenen Vermietungsexperten für Outlet-Flächen erfolgen. Wenn alle weiterführenden Planungen und Gespräche in dem geplanten Zeitrahmen geführt werden könnten, wolle der Bürgermeister die Erkenntnisse im nicht-öffentlichen Teil der nächsten Ratssitzung am Montag, 1. März, vorstellen.

Am Dienstag, 2. März, soll es dann eine Informationsveranstaltung für die Bürgerinnen und Bürger geben, die voraussichtlich digital durchgeführt werde.

 

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