Gedenktag der heiligen Agatha – Hochamt am Sonntag in der Busdorfkirche
Sie soll Menschen vor Feuer schützen

Paderborn -

Am 5. Fe­bruar wird der Gedenktag der heiligen Agatha begangen. Die Heilige und Märtyrerin, die im dritten Jahrhundert lebte, ist Patronin zahlreicher Kirchen, Schutzheilige der Feuerwehren, sie wird zum Schutz vor Bränden angerufen. Zu ihrer Ehre gibt es in vielen Kirchengemeinden bis heute lebendige Gelübde mit Prozessionen und Gottesdiensten. In Kirchen und Kapellen finden sich vielfältige Darstellungen der heiligen Agatha, die jeweils an ihr Martyrium erinnern.

Freitag, 05.02.2021, 03:00 Uhr
Pfarrer Peter Scheiwe ist Priester des Erzbistums Paderborn, Feuerwehrmann und kommt aus Olpe. Er fühlt sich der heiligen Agatha eng verbunden. Hier ist er in der Paderborner Busdorfkirche und steht unter einer Agatha-Figur (rechts). Foto: Thomas Throenle/Erzbistum Paderborn

Begeistert erzählt Pfarrer Peter Scheiwe aus Paderborn-Schloß Neuhaus von der Rolle der heiligen Agatha in seinem bisherigen Leben. Der Priester des Erzbistums Paderborn wurde in Olpe im Sauerland geboren und hat deshalb die Verehrung der heiligen Agatha fast „mit der Muttermilch aufgenommen“, wie er selbst von sich sagt. „Als Olper ist man mit der Heiligen bestens vertraut, ihr Festtag ist in Olpe ein politisches Statement, denn der Rat der Stadt erneuert jährlich ein uraltes Gelübde.“ Pfarrer Scheiwe ist aber auch leidenschaftlicher Feuerwehrmann, der gemeinsam mit seinen Feuerwehrkameraden unter anderem zu Bränden ausrückt, um Leben, Hab und Gut zu retten.

„Die Teilnahme am Festgottesdienst in der Martinus-Kirche in Olpe mit der Erneuerung des Agatha-Gelübdes war für mich eine feste Tradition. Unvergessen sind die Prozessionen durch die Stadt, bei denen das Allerheiligste in einer Monstranz und ein Reliquiar mit Reliquien der heiligen Agatha bei einem nächtlichen Zug mit Fackeln und roten Agatha-Laternen mitgeführt wurden“, sagt der 63-Jährige.

Die heilige Agatha bringt Pfarrer Scheiwe auch mit seinem Engagement bei der Feuerwehr in Verbindung. Er ist nicht nur Notfallseelsorger, sondern rückt gemeinsam mit seinen Kameraden aus, wenn Menschen in Not sind. „Ich schätze den oft gefährlichen Einsatz der Feuerwehrleute für andere Menschen sehr. Da kann man eine Schutzpatronin wie die heilige Agatha gut gebrauchen“, ist Pastor und Feuerwehrmann Peter Scheiwe überzeugt.

Patronin der Feuerwehr

„Die geflügelte und einprägsame Bitte an den heiligen Florian ‚O heiliger Sankt Florian, schon unser Haus, zünd andre an‘ könnte dazu geführt haben, dass in Westfalen der männliche Heilige Sankt Florian der weiblichen Heiligen als Patronin der Feuerwehr etwas den Rang abläuft“, vermutet Michael Streit vom Paderborner Erzbistumsarchiv. In Westfalen seien allerdings Hausinschriften zu entdecken, auf denen die heilige Agatha um Schutz vor Feuer und Brand angerufen wird.

Als Patronin der Feuerwehr findet sich das Bildnis der heiligen Agatha auf zahlreichen Feuerwehrstandarten und -fahnen, weiß der kommissarische Leiter des Erzbistumsarchivs. In Delbrück gibt es beispielsweise die Agatha-Prozession, an der sich die Feuerwehren des gesamten Stadtgebietes beteiligen: Feuerwehrleute tragen bei der Prozession eine barocke Agatha-Figur durch die Stadt. In diesem Jahr wird in Delbrück am Sonntag, 7. Februar, um 10.30 Uhr das Agatha-Hochamt gefeiert, an dem Feuerwehrabordnungen mit ihren Standarten teilnehmen, die Prozession muss coronabedingt ausfallen.

Michael Streit vom Erzbistumsarchiv hält eine Figur der Heiligen im Arm.

Michael Streit vom Erzbistumsarchiv hält eine Figur der Heiligen im Arm. Foto: Thomas Throenle/Erzbistum Paderborn

Feuerwehrmann und Pfarrer Peter Scheiwe erklärt die an vielen Orten im Erzbistum Paderborn lebendige Tradition der Agatha-Prozessionen und die Beteiligung der Feuerwehren mit den Worten: „An einer Wallfahrt nimmt man teil und pilgert zum Heiligen hin, zu einem bestimmten Ort. Bei der heiligen Agatha ist es anders: Menschen gehen nicht zu ihr hin, sondern die Heilige geht raus, sie verlässt den Kirchenraum und kommt zu den Menschen, um sie und ihr Hab und Gut vor Feuer zu schützen und zu retten. So wie auch die Feuerwehr, die kommt und da ist, um zu helfen.“

Agatha in Busdorfkirche

Die heilige Agatha hat in der Paderborner Busdorfkirche einen festen Ort. Sie wird hier seit dem 25. Januar 1712 verehrt. Das hat der damalige Paderborner Fürstbischof Franz Arnold von Wolf-Metternich zur Gracht so angeordnet. In der Busdorfkirche findet sich im südlichen Seitenschiff eine Agatha-Figur aus dem 18. Jahrhundert. Jeweils am Sonntag, wenn der Festtag der heiligen Agatha darauf fällt, oder am auf den 5. Februar folgenden Sonntag wird diese Heiligenfigur seit 1955 bei einer Prozession von Feuerwehrleuten getragen. In normalen Jahren gestaltet der Feuerwehrmusikzug den Gottesdienst musikalisch. Diesmal feiert Domkapitular Benedikt Fischer am 7. Februar um 10 Uhr das Agatha-Hochamt in der Busdorfkirche und selbstverständlich ist die Paderborner Feuerwehr dabei: Der Leiter der Feuerwehr Paderborn, Leitender Branddirektor Ralf Schmitz, ist stolz, dass er bisher noch nie beim Gottesdienst zu Ehren der heiligen Agatha gefehlt hat, er war schon 23 Mal dabei.

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