Ortsvorsteher-Serie, Teil 5: Franz Driller ist der dienstälteste Ortsvorsteher im Stadtgebiet von Paderborn
„Benhausen braucht Perspektiven“

Benhausen -

Benhausen

ist hinter Schloß Neuhaus, Elsen, Wewer, Sande, Marienloh und Dahl der zweitkleinste Stadtteil – knapp gefolgt von Neuenbeken. Mit Franz Driller ist in Benhausen der dienstälteste Ortsvorsteher im Amt. Seit 1999 kümmert er sich vor Ort um die Belange der Bürger.

Donnerstag, 04.02.2021, 07:45 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 14:06 Uhr
Diplom-Bauingenieur Franz Driller ist seit 1999 Ortsvorsteher in Benhausen. Foto: Oliver Schwabe

Geprägt habe ihn sein Vater, der Mitglied des Gemeinderates gewesen sei, berichtet Franz Driller. Als Bauingenieur habe er ständig mit der Verwaltung und der Politik zu tun, was ihm den Zugang deutlich erleichtere. „Da hatte es mein Vorgänger im Amt deutlich schwerer. Ich bin beruflich bedingt sowieso häufiger in der Verwaltung unterwegs. Dann kann ich auch die Dinge ansprechen, die gerade für Benhausen wichtig sind“, erzählt der 65-Jährige.

Eines der wichtigsten Projekte ist aus seiner Sicht die Unterführung der Bahnstrecke am Benser Bogen, die seit Jahren auf sich warten lässt. „Für einen Bauschaffenden sind die Zeitabläufe völlig irritierend. Ursprünglich war die Fertigstellung für 2017 geplant. Jetzt scheint frühestens 2022 realistisch zu sein. Wir brauchen die Unterführung aber dringend wegen der Rettungszeiten. Es kann nicht sein, dass ein Notarzt 17 bis 20 Minuten vor verschlossenen Schranken steht“, fasst der Ortsvorsteher zusammen, was viele Menschen im Ort denken.

Für die Bürger des Ortes sei er jederzeit erreichbar, was durch seine Selbstständigkeit erleichtert werde, sagt Driller. Und wenn mal eine Beschwerde oder ähnliches vorliege, dann könne das meiste mit einem Telefonat erledigt werden.

Als er das Amt übernommen hatte, sei sein erstes Großprojekt die Erneuerung des Sportplatzes gewesen. Gemeinsam mit Hermann-Josef Günnewig und Burkhard Wilmes habe man das Vorhaben auf den Weg gebracht. „Wir waren ein gutes Gespann“, erinnert sich Driller, der auch Vorsitzender des TV 1875 ist.

Ein weiteres Projekt sei die Windstiftung gewesen, die durch das Repowering von Windkraftanlagen entstanden sei. Dank der Stiftung hätten viele Menschen im Ort ihren Frieden mit den Anlagen schließen können. „Am Ende stand ein einvernehmliches Konzept, ohne dass der Weg zum Gericht nötig war“, berichtet Driller. Das Erfolgsrezept: Zwei Prozent des Windpark-Jahresumsatzes fließe in die Stiftung, mit der Vereine, Kindergärten und Schule unterstützt würden. Die Stiftung sorge für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Ortschaft, betont der Ingenieur. In der Vergangenheit sei es gelungen, mit der Windstiftung Positives zu bewirken. Die aktuellen Entwicklungen müsse man allerdings intensiv weiter verfolgen, weil mit der Ausweisung neuer Vorrangflächen das Thema wieder aktuell geworden ist.

Benhausen verfüge über ein intaktes Vereinsleben, eine funktionierende Infrastruktur und eine attraktive Wohnlage. Als „hochproblematisch“ stuft Driller jedoch die mangelnden Entwicklungsmöglichkeiten ein, was jüngst auch Thema beim ersten digitalen Dorfrat gewesen sei. „Die Resonanz der Videokonferenz war überragend, wir hatten 40 Teilnehmer“, freut sich Driller über das große Interesse. Die Quintessenz der Sitzung: „Benhausen braucht Zukunftsperspektiven“.

Eine könnte die Schaffung von neuem Wohnraum in Form einer Innenverdichtung sein. Eine andere ist die Idee, neue Wohnformen zu etablieren. Gerade altengerechtes Wohnen könnte für viele Benhauser, die zwar nicht im eigenen Haus aber im Ort wohnen bleiben möchten, attraktiv sein. Für das Projekt hat er auch schon eine Hofstelle im Auge, die entsprechend umgenutzt werden könnte.

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