Neubau in Schloß Neuhaus – Stadt investiert 1,2 Millionen Euro – Wehmut am Bauzaun
Freilichtbühne wird abgerissen

Paderborn -

In Schloß Neuhaus haben die Abrissarbeiten der Freilichtbühne begonnen. Das idyllisch im Wald gelegene Eingangsgebäude weicht einem Neubau. Die Stadt investiert 1,2 Millionen Euro in die neue Kultur-Spielstätte.

Mittwoch, 03.02.2021, 02:46 Uhr aktualisiert: 03.02.2021, 02:50 Uhr
Vom alten Eingangsgebäude der Freilichtbühne Schloß Neuhaus ist schon bald außer Holz, Steinen und Staub nicht mehr viel übrig: Anfang der Woche haben die Abrissarbeiten begonnen. Foto: Jörn Hannemann

Die Zuschauerbänke, auf denen wohl fast jeder Paderborner schon einmal ein Stück der Freilichtbühne verfolgt hat, sind abmontiert. Am Eingangsgebäude, wo jedes Jahr die Neuhäuser Schützen zum Königsschießen durchmarschieren, klafft jetzt ein gewaltiges Loch. Am Montag rollte der Abrissbagger der Bielefelder Fachfirma Wimmelbücker an, um das Theaterhaus dem Erdboden gleich zu machen. Der bisherige Bau entspricht schon länger nicht mehr den behördlichen Auflagen und Anforderungen.

So sieht der Entwurf des neuen Bühnenhauses der Freilichtbühne Schloß Neuhaus. Bauzeit soll ein Jahr sein.

So sieht der Entwurf des neuen Bühnenhauses der Freilichtbühne Schloß Neuhaus. Bauzeit soll ein Jahr sein. Foto: Plan Bee Architekten

Als Ersatz ist ein Neubau geplant mit dem der Verein neue Räume erhält. Im Erdgeschoss werden laut vorgestellter Planungen Flächen für einen Kiosk und Ticketverkauf zur Verfügung stehen. Auch eine barrierefreie Toilettenanlage ist vorgesehen. Im Obergeschoss sollen die Bühnentechnik, eine Werkstatt, ein Lager und ein Kostümfundus unterkommen. Anfang März beginnen die Arbeiten am alten Fundament, das wiederverwendet werden soll, um den vorhandenen Waldbestand zu schonen. Anfang April sollen die Rohbauarbeiten starten. Der eigentliche Neubau soll im Frühjahr 2022 abgeschlossen sein, so dass im Sommer 2022 wieder an alter Stelle der Vorhang für die Stücke der Freilichtbühne heben sollen. Der Bürger-Schützen-Verein Schloß Neuhaus muss sich also in diesem Jahr, sollte es wieder ein Schützenfest geben, übergangsweise auf eine Ausweichfläche für den Schießstand einstellen.

Am Bauzaun macht sich unterdessen auch Wehmut breit. „Gerade in diesen verrückten Zeiten von Corona, Social Distancing & Co. erinnert man sich jetzt an die schönen Zeiten dieses geschichtsträchtigen Ortes zurück“, erläutert ein Passant, der die Arbeiten verfolgt, aber zugleich auch den Handlungsbedarf sieht: „Das alte Gebäude war aber auch tatsächlich nicht mehr zeitgemäß.“

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