Neben Schulen sollen in Paderborn Gruppenräume der städtischen Kitas für zielgerichtetes Lüften ausgestattet werden
Grünes Licht für CO2-Ampeln

Paderborn -

Die Ampeln im Straßenverkehr sind längst Standard. Die CO2-Ampeln in den Schulen könnten es auch werden. Mit ihnen und weiteren Messgeräten will die Stadt Paderborn alle Klassen- und die Hälfte der Fachräume in den Schulen bis Mitte Februar ausrüsten. Auch die Kitas sollen damit ausgestattet werden. Für die Schulen kalkuliert der städtische Eigenbetrieb GMP mit 1200 Geräten, für die Kitas mit knapp 130.

Mittwoch, 03.02.2021, 02:23 Uhr aktualisiert: 03.02.2021, 07:26 Uhr
Es grünt so grün im Reismann-Gymnasium: Bei Einbruch der Dunkelheit ist bereits von weitem zu sehen, dass Schulen mit den CO2-Ampeln ausgestattet sind. Die Farbe Grün signalisiert, dass die Luftqualität in Ordnung ist. Foto: Jörn Hannemann

Nach Angaben des Energiemanagers des GMP, Jan Steinweg, geht die Verteilung zügig voran: „Noch sind nicht alle 1200 Geräte für die Schulen da, aber wir haben bereits 850 Ampeln ausgerollt, weitere stehen an der Pontanusstraße bereit, und in dieser Woche bestellen wir noch einen Schwung.“

Die Kitas wiederum sollen bis spätestens Mitte nächster Woche versorgt sein. Jede Gruppe bekommt ein mobiles Gerät. Es handelt sich sowohl um CO-Ampeln als auch um Messgeräte ohne Farbsignale, die zum Beispiel in Schlafräumen eingesetzt werden, wo Ampeln sonst die Ruhe stören würden.

Wie bereits berichtet, erinnern die CO-Ampeln, die die Stadt 200.000 Euro kosten, durch die Farben Grün, Gelb und Rot Lehrer und Schüler daran, regelmäßig zu lüften. Das soll für ausreichend frische Luft sorgen und die Infektionsgefahr inmitten der Corona-Pandemie verringern. „Das ist eine gute Erinnerungsstütze“, sagt die Leiterin der Lutherschule, Lena Schön. Die Ampeln meldeten sich alle 20 Minuten. Animiert durch die Geräte achteten die Kinder jetzt stark darauf, dass die Fenster immer wieder geöffnet werden. Schön: „Fast alle Kinder sagen, wir müssen jetzt wieder lüften. Es kommt eigentlich gar nicht dazu, dass die Ampel auf Rot schaltet.“

Eine Ampel in der 4b des Grundschulverbunds Riemeke-Theodor.

Eine Ampel in der 4b des Grundschulverbunds Riemeke-Theodor. Foto: Oliver Schwabe

Die Geräte messen die Kohlenstoffdioxid-Konzen­tration in der Luft. Bei einem Wert von 1000 ppm (Parts per Million) springen sie von Grün auf Gelb, bei 2000 ppm und mehr dann auf Rot. Ab einer Konzentration von 2300 ppm ist zusätzlich ein Warnton zu hören, der erst wieder verschwindet, wenn gelüftet und dadurch die verbrauchte Luft ersetzt wird.

Mit Hilfe der Geräte könne deutlich besser gelüftet werden, ist Jan Steinweg überzeugt. Auch außerhalb von Schulen und Kitas seien sie sinnvoll: „In Büros und Besprechungsräumen, wo Menschen eng zusammensitzen, haben sie eine enorme Relevanz.“ Deshalb biete sich ihre Verwendung für zielgerichtetes Lüften auch nach Ende der Pandemie an.

Der städtische Eigenbetrieb GMP hat bislang keine Probleme gehabt, genügend Geräte zu beschaffen. Man sei früh aktiv geworden und habe im September bei mehreren Herstellern nachgefragt, erzählt Jan Steinweg: „Das war damals noch ein Nischenmarkt, nur fünf bis zehn Geräte wären kurzfristig lieferbar gewesen.“ Dann sei man auf den damals noch eher unbekannten Hersteller Virtenio aus Berlin gestoßen, der gerade ein neues Gerät auf den Markt gebracht habe. „Mit der Firma haben wir gute Erfahrungen gemacht“, betont der Energiemanager. Jede Woche seien 150 Geräte zu einem Preis von letztlich 200 Euro geliefert worden.

Die CO-Ampeln können fest montiert oder von Raum zu Raum mitgenommen werden. Jan Steinweg rät: „Im Schulalltag ist die mobile Lösung die gefährlichere. Geräte könnten beschädigt oder gestohlen werden. Sie fest im Klassenraum zu installieren, ist das Sinnvollste.“

Sind denn zusätzliche Luftreiniger auch sinnvoll? Die Stadt hat zwar über ein Förderprogramm des Landes Zuschüsse für 100 Luftreiniger beantragt, aber der Energiemanager sieht sie eher skeptisch: „Sie sind richtig teuer, groß und ganz schön laut.“ Luftreiniger kämen als Notlösung für Räume infrage, die zwingend genutzt werden müssten, in denen das Lüften aber nur unzureichend möglich sei.

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