Stadt Paderborn will 500 Jahre Libori groß feiern
„Wir gehen in die Vollen“

Paderborn -

Trotz der frühzeitigen Absage des Frühlingsfestes durch die Werbegemeinschaft hält die Stadt an den Plänen für Libori fest. „Wir wollen 500 Jahre Libori nicht ins nächste Jahr schieben“, sagt Marketingchef Jens Reinhardt. Es werde auch nicht vorsorglich eine abgespeckte Variante geplant: „Wir gehen in die Vollen.“

Mittwoch, 03.02.2021, 06:05 Uhr aktualisiert: 03.02.2021, 07:16 Uhr
Zum Jubiläum 500 Jahre Libori in diesem Jahr plant die Stadt zunächst mit vollem Programm und hofft, dass die Paderborner Ende Juli endlich wieder gemeinsam feiern können. Foto: Jörn Hannemann

Das Konzept für die Jubiläumsausgabe des Volksfestes wird den Mitgliedern des Ausschusses für Märkte und Feuerwehr am 17. Februar vorgelegt. Nach entsprechender Zustimmung sollen dann die Aussteller informiert werden. Dabei betont Jens Reinhardt: „Wir machen das wie beim Weihnachtsmarkt. Wir sagen ihnen, dass wir mit ihnen planen, aber dass wir ihnen die rechtliche Zusage erst dann geben können, wenn definitiv feststeht, dass Libori stattfinden kann.“ Die Stadt könne nicht ewig abwarten und müsse jetzt planen, um sich Attraktionen zu sichern. „Wir wollen mit Highlights und Überraschungen kommen“, verspricht der Marketingchef zum runden Geburtstag ein besonderes Programm, ohne schon nähere Einzelheiten nennen zu wollen.

Für die Absage des Frühlingsfestes hat er Verständnis. Niemand könne heute wissen, wie die Situation im Mai sein wird. Libori beginnt erst Ende Juli und Jens Reinhardt stimmt optimistisch, dass die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Paderborn sich wieder auf den Schwellenwert 50 zubewegt.

Gleichwohl weiß die Stadt heute noch nicht, ob Besuchermassen auf dem Liboriberg angesichts der Corona-Pandemie möglich sein werden. „Wir müssen hoffentlich nicht zu viele Abstriche machen“, sagt Jens Reinhardt und betont: „Wir können bei einer Innenstadtveranstaltung wie Libori nicht steuern, wer da ist und wie viele es sind. Wir können keine Zäune um den Rathausplatz und den Bierbrunnen stellen.“ Sollte es wegen Corona keine Kirmes auf dem Liboriberg geben können, werde man nicht krampfhaft nach einer Alternative anderswo suchen. „ Wir wollen kein Tivoli 2 in Schloß Neuhaus , die digitale Variante von Libori im vergangenen Jahr war eine interessante Erfahrung , aber jeder will das Original“, ist der Marketingchef überzeugt. Unter dem Titel „Tivoli“ hatten, wie berichtet, Paderborner Schausteller 2020 einen temporären Freizeitpark in Schloß Neuhaus nahe der Autobahn abgehalten, um nach der Absage von Volksfesten wenigstens etwas Geld zu verdienen.

Das Libori-Fest entwickelte sich aus der Verehrung des heiligen Liborius und aus dem 1521 vom damaligen Fürstbischof genehmigten Magdalenenmarkt, der Händler und damit Geld in die Stadt holen sollte. „Das war ein Fall von Wirtschaftsförderung“, weiß der Leiter des Stadt- und Kreisarchivs Paderborn, Wilhelm Grabe. Mit seinem Kollegen Andreas Gaidt und Domvikar Hans Jürgen Rade verfasst er das Buch „500 Jahre Libori“, das im Juli im Bonifatiusverlag erscheinen wird und den Schwerpunkt auf die weltliche Seite des Festes legt. Eine ähnliche Kombination aus Kirmes und religiösen Feiern gebe es in Deutschland nur noch beim Volksfest Kiliani in Würzburg, weiß Wilhelm Grabe.

Einen Bericht über die 500-jährige Geschichte von Libori mit zahlreichen historischen Fotos lesen Sie hier.

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