Lob und Kritik in den sozialen Medien – Politik stellt Hilfen für Online-Initiativen bereit
SB-Entscheidung sorgt für viele Reaktionen

Paderborn -

Die Nachricht über die Einigung zwischen der Werbegemeinschaft Paderborn und dem SB Zentralmarkt ist am Wochenende in den sozialen Medien zum Teil hitzig debattiert worden. Viele loben die Entscheidung, dass von diesem Montag an die Einlasskontrollen im SB verschärft werden, um Privatkunden den Zugang zu verwehren. Es gibt aber auch Kritik.

Montag, 01.02.2021, 03:00 Uhr
Gut besucht ist auch während des aktuellen Lockdowns der SB-Zentralmarkt an der Steubenstraße. Foto: Jörn Hannemann

Der SB-Zentralmarkt an der Paderborner Steubenstraße ist ein Magnet für Kunden aus dem Hochstift und darüber hinaus. Klaus Leßmann, Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung im Kreis Höxter, teilte am Wochenende mit, dass die Vereinbarung aus seiner Sicht richtig sei, weil der SB nur für gewerbliche Wiederverkäufer und für die Gastronomie gedacht sei. Allein von den gewerblichen Kunden wäre der Parkplatz nicht so voll.

„Schade, dass es soweit kommt. Bei meinem letzten Einkauf ist mir sehr aufgefallen, wie viele Leute nur zum Bummeln kommen. Da wird die Oma noch mitgeschleppt und gemütlich hier und da geguckt. Ich gönne jedem seinen Einkauf. Aber im Moment sollte das kein Freizeitvergnügen für die ganze Familie sein“, schreibt eine Facebook-Nutzerin. Eine andere ergänzt: „Alle schimpfen und gehen dann trotzdem dahin.“

Ein Facebook-Nutzer schrieb: „Ich hoffe die Geschäftsführung lässt sich da langsam etwas einfallen. In Lippstadt ist das genauso übel. Da stehen 20 Leute Schlange für eine Tageskarte. In der Food-Abteilung ist es noch schlimmer. Da wird zehn Minuten lang jedes Stück Fleisch begutachtet. Einer, der für sein Restaurant einkaufen muss, bekommt die Krise.“ Wieder ein anderer meint: „Wenn die wirklich so kontrollieren, wird der SB in null Komma nichts pleite sein.“

Es gibt aber auch andere Meinungen: „Was wollt ihr? Wollt ihr, dass der SB auch irgendwann auf Staatshilfen angewiesen ist? Wollt ihr, dass der Laden auch irgendwann schließen muss? Auf Kosten der vielen Angestellten?“

Wie am Samstag berichtet , hatten neben Uwe Seibel (Werbegemeinschaft) und Allan Brülle (SB Zentralmarkt) auch Professor Dr. Johannes Beverungen, Vorsitzender des Handelsverbands OWL, Kai Buhrke, Geschäftsführer des Handelsverbands Paderborn und Höxter, sowie die Abgeordneten in Bund und Land, Carsten Linnemann und Daniel Sieveke, und Bürgermeister Michael Dreier über die Folgen der Corona-Krise für den Einzelhandel und die Innenstädte diskutiert.

Beverungen kritisierte, dass die Verlängerung des Lockdowns „die Existenznot bei Händlern in den Innenstädten massiv verschärft“. Die Folge seien weitere Umsatzverschiebungen in den Onlinehandel. Er fordert wie Buhrke von der Politik einen Fahrplan zur Wiedereröffnung und eine Anpassung der staatlichen Hilfen.

Carsten Linnemann sicherte zu, sich weiterhin für den Mittelstand stark zu machen. Er hielt am Donnerstag im Bundestag eine Rede und forderte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier direkt auf, die zugesagten Hilfszahlungen schneller und unbürokratischer auszuzahlen. Auch aufgrund seines Einsatzes habe die Bundesregierung inzwischen die Überbrückungshilfe 3 deutlich verbessert.

Daniel Sieveke betonte, dass das Land weitere 15 Millionen Euro für das Förderprogramm „Digitalen und stationären Einzelhandel zusammendenken“ bereitgestellt habe. „Das Programm hilft lokalen Händlern, sich für die Zukunft aufzustellen, etwa bei Online-Verkaufsmöglichkeiten oder anderen digitalen Prozessen“, so Sieveke. Bürgermeister Michael Dreier ist sehr dankbar für diesen konstruktiven Austausch und appellierte ebenfalls an den Handel, den Onlinemarkt stärker zu erschließen. „Gleichzeitig werden wir als Stadt den Handel nicht hängen lassen und auch weiterhin Flächen vor den Läden kostenlos zur Verfügung stellen.“

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