Auch FDP und Volt kritisieren Ausstattung der Schulen für Distanzunterricht – Logineo NRW als Alternative zur Lernstatt?
„Schlag ins Gesicht für Lehrer, Schüler und Eltern“

Paderborn -

In die Kritik der Stadtschulpflegschaft an der Ausstattung der Paderborner Schulen für Digital-Unterricht stimmen mit der FDP und Volt gleich zwei weitere Parteien ein. Auch die Grünen hatten sich, wie berichtet, schon für eine Verbesserung der Lernstatt ausgesprochen, die mehrfach auch durch Hackerangriffe lahmgelegt worden war.

Samstag, 23.01.2021, 02:00 Uhr aktualisiert: 23.01.2021, 05:24 Uhr
Der Distanzunterricht in Paderborn läuft nach Ansicht mehrerer Parteien und der Stadtschulpflegschaft noch nicht rund, was auch an der Plattform Lernstatt liegt. Foto: Jörn Hannemann

„Die Stadt Paderborn hat es im Sommer offensichtlich völlig verschlafen, die Rahmenbedingungen für einen digitalen Unterricht zu schaffen“, ärgert sich Verani Kartum, der für die Volt-Partei im Paderborner Stadtrat sitzt. Bereits im ersten Lockdown habe über Tage selbst der normale E-Mail-Versand innerhalb der Lernstatt nicht funktioniert – an Videokonferenzen sei gar nicht zu denken gewesen. Daran habe sich bis heute offenbar nur wenig geändert. „Wenn die Stadt im Oktober verspricht, die Schulen nach den Herbstferien mit dem Videokonferenz-Tool Microsoft-Teams auszustatten, dann aber weitestgehend untätig bleibt, ist das ein Schlag ins Gesicht für Lehrer, Schüler und auch für die Eltern“, schreibt Kartum in einer Mitteilung. Er frage sich, woran es liege, dass die städtischen Schulen nicht erst seit Corona im digitalen Schneckentempo unterwegs seien. „Mangelt es an der Bereitschaft der Stadt, das nötige Geld für die Schulen in die Hand zu nehmen oder am nötigen Know-how?“

Auch die FDP-Ratsfraktion sieht den Bedarf einer Suche nach alternativen Plattformen für den digitalen Unterricht. „Nicht nur die Tatsache, dass die Kapazitäten der Lernstatt an ihre Grenzen stoßen, ist ein großes Problem, sondern auch die Tatsache, dass es immer wieder gelingt, diese von außen zu manipulieren und einen Betrieb somit unmöglich zu machen“, sagt der schulpolitische Sprecher der FDP-Ratsfraktion, Sascha Pöppe. Alternativen gebe es einige, sei es die von der Stadtschulpflegschaft angesprochene Lösung mit Teams und entsprechenden Zusatzprogrammen oder die von der NRW-Landesregierung kostenlos bereitgestellte digitale Arbeits- und Kommunikationsplattform Logineo. Zuvor haben schon die Grünen für eine Weiterentwicklung der Lernstatt plädiert.

Wilfried Fuchs, stellvertretendes FDP-Mitglied im Schulausschuss, ergänzt: „Logineo wird bereits erfolgreich an vielen Schulen eingesetzt und stetig weiterentwickelt. So wurde ganz aktuell ein neues Videokonferenzsystem integriert und bereitgestellt.“ Das sieht auch FDP-Fraktionsvorsitzender Alexander Senn ähnlich: „Über viele Jahre war die Lernstatt ein Leuchtturmprojekt. Wir müssen aber anerkennen, dass die Entwicklung von Logineo NRW seit 2017 erheblich Fahrt aufgenommen und die Lernstatt in vielen Bereichen abgehängt hat.”

Die FDP will daher beantragen zu prüfen, welche Möglichkeiten eines Umstiegs es gibt und ob dies mit der gesamten Lernstatt möglich ist. Pöppe: „Darüber hinaus wollen wir die IT-Infrastruktur aller Schulen in Trägerschaft der Stadt überprüfen lassen. Es muss gewährleistet sein, dass ein flüssiger Betrieb innerhalb der jeweiligen Schulen möglich ist.”

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