Großprojekt des Paderborner Unternehmens Hartmann International soll Anfang 2022 startklar sein
Logistikflächen, die benötigt werden

Paderborn -

Als der Paderborner Unternehmer Andreas Hartmann am 13. März 2020 erstmals seine Pläne für einen Logistik-Park an der A33 öffentlich vorstellt, gab es in Deutschland 3062 bestätigte Corona-Fälle und insgesamt fünf Tote. Inzwischen beträgt die Zahl der Infizierten mehr als 2 Millionen Menschen und es gibt 47.622 Tote zu beklagen.

Mittwoch, 20.01.2021, 11:46 Uhr aktualisiert: 20.01.2021, 11:48 Uhr
Auf diesem Areal in Paderborn will die Spedition Hartmann einen Logistik-Park errichten. Feste Partner als Nutzer der Hallen gibt es noch nicht – dafür aber Interessenten.

Nach vielen wirtschaftlich guten Jahren war es also ein denkbar schlechter Zeitpunkt für den Start eines Großprojektes dieser Art. Doch Andreas Hartmann lässt sich nicht beirren: Der geschäftsführende Gesellschafter von Hartmann International hält an seinen Plänen fest und will in diesem Jahr mit dem Bau der insgesamt 20.000 Quadratmeter großen Hallen beginnen. Wobei der Begriff „Hallen“ nicht das in vollem Umfang umschreiben kannt, was von Anfang 2022 an in Paderborn-Mönkeloh möglich sein soll. Der Unternehmer ist sicher: „Bis dahin sollte die Corona-Lage weitestgehend im Griff sein.“

Hartmanns Überlegungen sind getrieben von mehreren Faktoren. Zum einen habe die Corona-Krise gezeigt, dass eine weltweite Pandemie zu erheblichen Lieferengpässen führen kann. Er ist überzeugt, dass die Unternehmen aufgrund dieser Erfahrung wieder ihre Bestände hochfahren und mehr Vorratshaltung betreiben werden, um Produktionsengpässe wegen fehlender Zuliefererteile zu verhindern. Ein weiterer Grund sei das stetig steigende Online-Geschäft.

„Das E-Commerce-Geschäft wächst deutlich schneller als die dafür notwendigen Logistikflächen. Deutschlandweit werden Logistikimmobilien knapp und freie Gewerbeflächen rar“, berichtet er. Das zeige sich auch bereits anhand vieler Anfragen, wobei es noch keine festen Partner für das neueste Hartmann-Projekt gebe. So weit im vor-aus wolle sich derzeit niemand verpflichten. „Es laufen Gespräche. Aber wir planen das Projekt ja auch nicht für die nächsten drei, sondern die nächsten 30 Jahre. Wir denken an die nächste Generation“, betont der Unternehmer.

Unternehmer Andreas Hartmann (links) und Vertriebsleiter Ileas Davidis haben im März 2020 das neue Projekt „Logistik-Park“ erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Unternehmer Andreas Hartmann (links) und Vertriebsleiter Ileas Davidis haben im März 2020 das neue Projekt „Logistik-Park“ erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Foto: Ingo Schmitz

Neben der idealen Verkehrsanbindung will Hartmann noch mit einem weiteren Argument punkten. Die Lagerflächen seien ausgerichtet für Multi-User. Heißt: Das Lager soll für alle Branchen geeignet seien. So sei es denkbar, dass Teilflächen zum Beispiel für Lebensmittel, Getränkelogistik oder auch Saatgut zur Verfügung gestellt werden und daneben – unter völlig anderen klimatischen Bedingungen – Pharmaunternehmen die davon abgetrennten Flächen nutzen. Auch die Industrie ist angesprochen.

„Wir suchen Firmen, die ihren eigenen Standort entlasten wollen“, sagt Hartmann. Mit dem Transport und Lagern der Güter allein sei es nicht getan. Es sei auch vorstellbar, dass Mitarbeiter von Hartmann für die Unternehmen bestellte Ware aus Übersee in Paderborn montierten, um sie anschließend zum Zielort zu bringen. Mit dieser flexiblen Lösung könnten auch enge Kooperationen mit anderen mittelständischen Unternehmen, die wegen Produktionsspitzen ausgelastet seien, geschlossen werden. Modernste Lagertechnologie soll im Logistikpark Einzug halten. Deswegen ist auch eine High-End IT-In­frastruktur inklusive Glasfaser eingeplant. Auch Drohnen-Einsätze sind geplant.

Außerdem setzt das Unternehmen auf Nachhaltigkeit. Selbstverständlich sollen die Dächer mit Solar ausgestattet werden. Dazu laufen bereits Gespräche mit dem Paderborner Unternehmen Intilion (Tochter-Unternehmen von Hop­pecke Batterien), um Energiespeicher vor Ort zu realisieren. Die könnten zum Laden von E-Gabelstaplern eingesetzt werden. Auch eine Ladeinfrastruktur für Fahrzeuge sei in Planung.

Hartmann International macht mit der Bebauung den Lückenschluss auf dem eigenen Grundstück zwischen dem Self-Storage 24/7 und der bereits existierenden Umschlaghalle der Spedition. Das insgesamt 58.000 Quadratmeter große Areal ist übrigens die letzte Fläche in Mönkeloh, die die Stadt verkauft hat. Insgesamt hat Hartmann 165.000 Quadratmeter Gewerbeflächen im Bereich des Gewerbegebiets.

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