Dahler Sternsinger reagieren auf die Corona-Pandemie und bieten kontaktlosen „Drive-In“ an
Gottes Segen durchs Autofenster

Paderborn -

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Weil die anhaltende Corona-Pandemie auch vor den traditionellen Sternsinger-Aktionen in Paderborn-Dahl keinen Halt macht, mussten sich die Organisatoren der Kirchengemeinde St. Margaretha etwas Neues einfallen lassen. Den Segen Gottes gab es diesmal nicht als Expresslieferung vor die Haustür, sondern „zum Mitnehmen“ an der Dahler Mehrzweckhalle.

Montag, 11.01.2021, 03:20 Uhr aktualisiert: 11.01.2021, 06:16 Uhr
Sandra Petri-Jöring (links) hält den Kescher ins Auto von Sabine Wegener (rechts), Leiterin der Hauptschule in Mastbruch, die mit ihrer Mutter Emilie Wegener zum „Sternsinger-Drive-In“ nach Dahl gekommen ist. Foto: Jan Haselhorst

Die Idee ist simpel, leicht umzusetzen und kontaktlos. Wer seine Spende nicht schon im Vorfeld bei den Mitgliedern des Organisationsteams abgegeben oder die Spendendosen im Frischmarkt Ising und der Bäckerei Ahles Kostbarkeiten gefüttert hatte, bekam am Sonntag per „Drive-In“ die Gelegenheit zur guten Tat. Das Geld kommt in diesem Jahr Kindern in der Ukraine zugute, die rund um die Uhr versorgt werden, weil ihre Eltern im Ausland arbeiten. In elf Caritas-Tageszentren in der Ukraine werden den Kindern Gemeinschaft, psychologische Betreuung und Seelsorge, Hausaufgabenhilfe, Kunst- und Handwerkskurse, Ausflüge, Sommercamps, Sport, Spiel und Spaß geboten. Die in Dahl gesammelten Spenden werden an das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ übergeben, von dort findet das Geld seinen Weg nach Osteuropa.

Die Ehrenamtlerinnen Sandra Petri-Jöring, Andrea Kreye und Manuela Fraune sind von der Spendenbereitschaft der Dahler Bevölkerung begeistert. „Normalerweise kommen bei der Sternsinger-Aktion knapp 6000 Euro zusammen. Schon jetzt sind wir bei 4000 Euro, und es fehlen noch die Auswertungen der Überweisungen“, freut sich Andrea Kreye. Zuvor hatte das Trio nicht mehr als 2500 Euro erwartet.

Beim „Drive-In“ an der Dahler Mehrzweckhalle ist ein Kescher das wichtigste Hilfsmittel für die Organisatoren. „Damit für niemanden ein Risiko besteht, haben wir uns für eine kontaktlose Variante entschieden. Der Autofahrer fährt vor und öffnet das Beifahrerfenster. Anschließend halten wir den Kescher hinein, dort wird die Spende hereingelegt und zum Schluss gibt es das Sternsinger-Tütchen“, erklärt Kreye den Vorgang. Die Tütchen sind von jungen Sternsingern zusammengestellt worden und gefüllt mit Segensgrüßen, einer Karte und Basteleien. „Normalerweise gehen 50 bis 70 Kinder von Tür zu Tür. Stattdessen haben sie uns in diesem Jahr sehr beim Basteln geholfen“, sagt Sandra Petri-Jöring. Dass trotz der Kurzfristigkeit alles rund lief, sei dem guten und langjährigen Miteinander geschuldet.

Die endgültige Entscheidung zur Absage der traditionellen Sternsinger-Aktion sei kurz vor dem Jahreswechsel erfolgt. In einer Videokonferenz mit dem Pastoralverbund habe man sich zu diesem Schritt entschlossen. „Das ganze Leben steht im Lockdown still, da können wir nicht die Ausnahme sein und zig Kinder von Haus zu Haus ziehen lassen“, erklärt Kreye. Die gesamte gemeinnützige Tradition ausfallen zu lassen, sei aber auch keine Option gewesen. „Ich denke, wir haben mit unserer Aktion einen guten Mittelweg gefunden“, sagt die Ehrenamtlerin. Sie freut sich über die vielen positiven Rückmeldungen im fast 3000 Einwohner zählenden Stadtteil. Trotz hoher Spendenbereitschaft, netter Worte und Anerkennung hoffen die Organisatoren aber, Gottes Segen im nächsten Jahr wieder auf die klassische Art und Weise zu übermitteln – ganz persönlich und ohne Kescher.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7759887?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F
Lockdown wohl bis Februar
Ein menschenleerer Platz ist in der Innenstadt Gifhorn in Niedersachen zu sehen. Hier gilt bereits zwischen 20.00 Uhr und 5.00 Uhr bis Ende Januar die Ausgangsbeschränkung.
Nachrichten-Ticker