Ärzte und Pflegefachkräfte sollten ebenso zügig geimpft werden wie das Personal in Altenheimen
Kliniken im Kreis Paderborn fordern schnellen Impfstart

Paderborn -

Während die Corona-Impfungen in Alten- und Pflegeeinrichtungen bereits begonnen haben, müssen Ärzte und Pflegekräfte in den Kliniken in NRW noch darauf warten. Diese Priorisierung des Landes trifft in den Kliniken im Kreis Paderborn auf Unverständnis.

Sonntag, 10.01.2021, 12:43 Uhr aktualisiert: 10.01.2021, 13:58 Uhr
Siegfried Rörig, Kaufmännischer Direktor des Brüderkrankenhaus St. Josef, und Dr. Josef Düllings, Hauptgeschäftsführer der St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH, fordern, dass Klinik-Mitarbeiter deutlich schneller geimpft werden sollten als bislang geplant. Foto: St.-Vincenz-Krankenhaus/Kronsbein

Die Verantwortlichen der St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH und des Brüderkrankenhauses St. Josef in Paderborn seien sich einig: Gerade das Impfen des Personals in den Risikobereichen, beispielsweise auf den Intensiv- oder Isolierstationen, müsse oberste Priorität haben, teilten die Krankenhäuser in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Das Klinikpersonal in anderen Bundesländern sei bereits geimpft worden. Das müsse schleunigst überall geschehen, fordern die Kliniken. „Der Impfstart für Ärzte und Pflegefachkräfte ab dem 18. Januar ist viel zu spät“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Die bisherige Priorisierung müsse daher dringend überarbeitet werden. NRW folgt mit der Priorisierung dem Plan der Bundesregierung: Zunächst werden Bewohner von Pflegeeinrichtungen geimpft, dann deren Beschäftigte und Menschen über 80 Jahre. Erst danach sind die Krankenhäuser an der Reihe.

„Wir haben großes Verständnis dafür, dass die Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeeinrichtungen priorisiert wurden. Doch wie kann es sein, dass unsere Mitarbeiter, die sich täglich um an Corona erkrankte Patienten kümmern und sich damit einem hohen persönlichen Risiko aussetzen, nicht mit gleichwertiger Priorität gegen das Virus immunisiert werden? Obwohl in einer Pandemie jeder Tag zählt, wurde das Klinikpersonal in NRW anscheinend vergessen“, kritisiert Dr. Josef Düllings, Hauptgeschäftsführer der St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH und Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren in Deutschland.

Gerade in OWL, wo es 2020 viele Corona-Hotspots gab, habe das Klinikpersonal kranke und schwerstkranke Patienten mit dem Corona-Virus versorgen müssen. „Trotz der umfänglichen Hygienemaßnahmen ist eine Ansteckung nicht eindeutig ausgeschlossen. Es ist richtig, zuerst jene vor einer Covid-19-Erkrankung zu schützen, die besonders von einer Ansteckung bedroht sind. Dazu zählen aber auf jeden Fall auch Ärzte und Pflegefachkräfte, die die Erkrankten jeden Tag versorgen“, sagt Siegfried Rörig, Kaufmännischer Direktor des Brüderkrankenhaus St. Josef.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte kürzlich an das Klinikpersonal appelliert, sich impfen zu lassen. Auch Dr. Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, betont: „Nur durch eine umfassende Impfung der Bevölkerung und vor allem auch der Mitarbeiter im Gesundheitswesen werden wir die Pandemie im Verlauf dieses Jahres überwinden können.“

Nach Angaben der Paderborner Kliniken sei die Impfbereitschaft in den Kliniken in OWL hoch. Das hätten Umfragen er­geben. Düllings: „Ein Dilemma: Wir sind seit Wochen bereit, kommen aber nicht an die Reihe.“

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