Deutlich weniger Ausbildungsverträge im Hochstift abgeschlossen
Berufliche Bildung: DGB fürchtet Langzeitschäden

Paderborn -

Die Pandemie trifft den Ausbildungsmarkt im Hochstift nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hart. Die Corona-Krise drohe Langzeitschäden auf dem Ausbildungsmarkt zu hinterlassen. Es wurden, so der DGB, 18 Prozent weniger Ausbildungsverträge im Kreis Paderborn und im Kreis Höxter abgeschlossen als in der globalen Finanzkrise 2009/2010.

Freitag, 08.01.2021, 23:06 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 23:10 Uhr
DGB-Regionsgeschäftsführerin Anke Unger sorgt sich um die Situation der Auszubildenden. Foto: Bernhard Pierel

Die Corona-Krise treffe auf einen ohnehin schon angespannten Ausbildungsmarkt. Schon vor Corona sei gut jeder dritte Jugendliche mit Hauptschulabschluss ohne Ausbildung geblieben. Alle Vorzeichen zeigten schon jetzt, dass das Ausbildungsjahr 2021 kaum besser werde. Vor allem junge Menschen mit niedrigen oder mittleren Schulabschlüssen sowie Jugendliche aus Einwandererfamilien drohten zu den Verlierern der Krise zu werden. Dazu komme, dass nur noch jeder fünfte Betrieb überhaupt noch ausbilde. Damit schneide sich, schreibt der DGB, die Wirtschaft ins eigene Fleisch: Der Ausbildungsplatzmangel von heute sei der Fachkräftemangel von morgen.

Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ mit seinen Ausbildungsprämien möge als Erste Hilfe dienen. Es setze aber nur an den Krisensymptomen an. „Wir brauchen in der Ausbildung strukturelle Änderungen. Nötig ist eine Ausbildungsgarantie nach dem Vorbild Österreichs, die den Jugendlichen, die keinen betrieblichen Ausbildungsplatz bekommen, den Einstieg in das erste Ausbildungsjahr in einer außerbetrieblichen Ausbildung bietet. Das ist allemal besser, als die Jugendlichen durch die zahllosen Warteschleifen im Übergangsbereich zu schleusen“, fasst Anke Unger, DGB-Regionsgeschäftsführerin, die prekäre Situation von jungen Menschen auf der Suche nach einer beruflichen Perspektive zusammen.

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