Mit Blick in die Nachbarkreise – offensichtlich Datenverzug beim LZG
Offizieller Inzidenzwert im Kreis Paderborn wieder gesunken

Paderborn (WB/LaRo) -

Der offizielle Inzidenzwert im Kreis Paderborn liegt am Mittwoch (Stand 0 Uhr) bei 83,2. Das meldet das Landeszentrum für Gesundheit (LZG). Am Vortag lag die Sieben-Tages-Inzidenz bei 91,3. Offensichtlich liegt aber wieder ein Datenverzug vor. Mit Blick auf die Meldezahlen des Kreises sollte der Wert höher sein.

Mittwoch, 06.01.2021, 08:01 Uhr aktualisiert: 06.01.2021, 09:26 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Wie mehrfach berichtet, wurde eine zu niedrige Inzidenz zuletzt mit den Feiertagen erklärt. Allgemein kann es zu Übermittlungs- und Meldeverzügen kommen* (siehe Ausführungen am Ende des Textes). Wir weisen darauf hin, wenn der offizielle Inzidenzwert deutlich abweicht. Mit Blick auf die vom Kreis gemeldeten Fallzahlen der vergangenen sieben Tage (337) ergibt sich ein Wert von 109,4. Das LZG bezog lediglich 256 Fälle in seine Berechnung.

Der Inzidenz-Wert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Der offizielle Wert des LZG ist ausschlaggebend für die Kreise und kreisfreien Städte in NRW, wenn es um Allgemeinverfügungen geht.

Der Wert in Nordrhein-Westfalen liegt bei 115,3 (Vortag: 116,9). Der Blick in die Nachbarkreise ergibt am Mittwoch nach LZG-Angaben folgendes Bild: Gütersloh 179,5 (183,3) – Lippe 126 (122,9) – Höxter 179 (163,3) – Hochsauerlandkreis 62,7 (65,4) – Soest 86,2 (90,1).

Fünf neue Todesfälle waren am Dienstag im Kreis Paderborn zu beklagen. Damit stieg die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben sind, auf 102. Zudem meldete das Kreisgesundheitsamt 33 neue Infektionsfälle.

Unterdessen wurden bislang im Kreis Paderborn mehr als 2000 Bewohner und Mitarbeiter von über 20 Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen geimpft, teilte die Kreisverwaltung am Dienstag mit. Das NRW-Ministerium hat zudem die Öffnung des Paderborner Impfzentrums für Mitte Februar in Aussicht gestellt.

Weitere Informationen

Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr und am Samstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/3083333 zu erreichen. Beantwortet werden allgemeine Fragen zu COVID-19. www.kreis-paderborn.de/corona

Hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona.

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält und weiter ausgebaut wird. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter. Zudem ist der Informationsservice der Rufnummer 116117 erweitert worden (kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr). Beantwortet werden dort Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung.

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* Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug

Das LZG führt zum Meldeprozess auf seiner Website folgendes aus: „Dargestellt wird der jeweilige Meldestand, den die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anhand der örtlichen Meldungen feststellen und an das LZG übermitteln. Das LZG seinerseits leitet die Daten täglich im Laufe des Abends an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, beide weisen einmal täglich zum Tageswechsel einen aktualisierten Stand aus. Dieser mehrstufige Meldeprozess ist vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern arbeits- und zeitaufwändig und unterliegt einer ständigen Qualitätssicherung. Daher kommt es immer wieder vor, dass die Angaben auf der örtlichen, der Landes- und der Bundesebene nicht vollständig deckungsgleich sind. Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden. Möglich ist ebenso, dass örtlich zusätzliche Informationen, z.B. über die Falldefinitionen des Meldewesens hinaus verfügbar sind, die im Meldewesen nicht abgebildet werden. Manche Daten, insbesondere zu den Zahlen der Genesenen und den aktuell Infizierten können zudem nur geschätzt werden, sind also nicht eindeutig bestimmbar. Alle Beteiligten sind grundsätzlich bemüht, diese Abweichungen möglichst gering zu halten. Sie sind aber teils aufgrund der Abläufe im Meldeprozess, teils aber auch aus den unterschiedlichen Aufgabenstellungen der verschiedenen Ebenen nie gänzlich vermeidbar.“

Das RKI schreibt zu einem möglichen Melde- und Übermittlungsverzug auf seiner Website: „Für die Gesamtzahl pro Bundesland/Landkreis werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen (Melde- und Übermittlungsverzug). Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt.“

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