Landgericht Paderborn: 30-Jähriger wegen bewaffneten Drogenhandels verurteilt
Machete unterm Tisch

Paderborn -

Wegen bewaffneten Drogenhandels musste sich am Dienstag ein 30-Jähriger aus Schloß Neuhaus vor dem Paderborner Landgericht verantworten. Im Juli hatte die Polizei die Wohnung durchsucht. Gefunden wurden Drogen und Waffen.

Dienstag, 05.01.2021, 22:38 Uhr aktualisiert: 06.01.2021, 07:20 Uhr
Das Landgericht in Paderborn. Foto: Ingo Schmitz

Zu den „Fundstücken“ zählten 25 Gramm Marihuana, 216 Ecstasy-Pillen, 25 Gramm Heroin und ein kleines bisschen Kokain – das Ganze noch „angereichert“ um eine Machete mit einer 40 Zentimeter langen Klinge und eine scharfe Pistolenpatrone, Kaliber 7,65 Millimeter.

Zwar gab es zu der Patrone keine passende Pistole, aber dafür war die ohnehin recht martialisch geformte Machete so unter einem Wohnzimmertisch befestigt, dass sie aus Sicht der Ermittler mit wenigen Handgriffen hätte hervorgezogen und eingesetzt werden können. Dass im Zuge der weiteren Ermittlungen auch noch Handy-Fotos auftauchten, auf denen der Angeklagte und seine Lebensgefährtin bündelweise Geldscheine in der Hand hielten, untermauerte den Verdacht.

Wenn beim Drogenhandel auch Waffen im Spiel sind, sieht der Gesetzgeber mindestens fünf Jahre Haft vor. Die Kammer musste aber berücksichtigen, dass die Drogenmengen in diesem Fall vergleichsweise gering waren und der Angeklagte trotz seiner langjährigen eigenen Suchtgeschichte bisher nie mit Heroin zu tun gehabt hatte. Die Richter glaubten dem Beschuldigten, dass er das Heroin nur für jemand anders aufbewahrt hatte und es nicht selbst hatte verkaufen wollen. Ohnehin erwies sich das Geständnis des 30-Jährigen als Schlüssel zu seiner milden Strafe: Die Verteidiger Dr. Holger Rostek und Ben Becker hatten mit Staatsanwalt Frank Stegen und der Kammer zu einer Verständigung gefunden, wenn der Angeklagte alles zugeben würde.

Als Anerkennung für den dadurch möglichen kurzen Prozess und unter Betrachtung der niedrigen Drogenmenge kam letztlich ein minderschwerer Fall mit einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren heraus. Hinter Gitter muss der Neuhäuser erstmal nicht: Er soll eine stationäre Entzugstherapie machen, legte Richter Eric Schülke fest. Wenn er die Chance nicht nutzt, muss er seine Strafe absitzen – etwa ein Jahr Haft aus noch laufenden Bewährungen blüht ihm zusätzlich.

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