Kaufland übernimmt Real-Markt: Neueröffnung in Paderborn am 3. Februar
Gute Nachrichten für die Beschäftigten

Paderborn -

Aus dem Real-Markt am Südring wird ab Februar Kaufland. Damit verbunden ist – wie berichtet – eine zweitägige Schließung am 1. und 2. Februar. Gute Nachrichten gibt es für die 150 Real-Beschäftigten.

Dienstag, 05.01.2021, 07:24 Uhr aktualisiert: 05.01.2021, 08:38 Uhr
Der Ausverkauf im Real-Markt am Südring läuft auf Hochtouren. Der Parkplatz war auch am Montag voll. Foto: Jörn Hannemann

Sie sollen nicht nur übernommen werden, sondern ab Februar auch alle Tariflohn erhalten, erklärte Unternehmenssprecherin Andrea Kübler auf Anfrage dieser Zeitung am Montag. Die beiden schon vorhandenen Kaufland-Standorte im Riemeke-Viertel (bis Ende 2013 Marktkauf) und in Schloß Neuhaus (ehemals Famila) sollen nach Unternehmensangaben weiter fortgeführt werden.

Seit einer Woche läuft im Real der Ausverkauf. „Wir schließen, alles muss raus“, ist dort zu lesen. Mehr als 11.000 Quadratmeter Fläche hat der Supermarkt, über dessen Zukunft seit mehr als zwei Jahren spekuliert wurde. Vor Weihnachten hatte Kaufland die Erlaubnis vom Kartellamt erhalten, bundesweit ein Drittel der 279 Real-Filialen zu übernehmen. Dass Paderborn dazu gehört, galt als gesichert.

Aktuell laufen bei Kaufland die Überlegungen auf Hochtouren, wie die Verkaufsfläche des in die Jahre gekommenen Real-Marktes künftig aufgeteilt werden soll. Beim Sortiment gebe es erhebliche Unterschiede. Während Real als Vollsortimenter fungiert, hat Kaufland einen starken Lebensmittelschwerpunkt. Unklar ist zum Beispiel, was aus der Verkaufsfläche im Obergeschoss (derzeit Sport- und Spielwaren) werden soll, weil Kaufland dieses Sortiment in der bisherigen Größenordnung nicht führt.

Auf Anfrage teilte Kaufland mit, dass die Standorte im Riemeke (Foto) und Schloß Neuhaus bestehen bleiben.

Auf Anfrage teilte Kaufland mit, dass die Standorte im Riemeke (Foto) und Schloß Neuhaus bestehen bleiben. Foto: Jörn Hannemann

Während der beiden Schließungstage am 1. und 2. Februar soll der Markt mit neuer Ware beliefert und die Obst- und Gemüseabteilung umgebaut werden. Erneuert werden auch Waagen- und Kassensysteme. Nach der Eröffnung am 3. Februar soll der Markt nach und nach umgebaut und modernisiert werden – bei laufendem Betrieb, betont die Unternehmenssprecherin.

Ursula Jakob-Reisinger, Verdi-Gewerkschaftssekretärin und zuständig in OWL für den Bereich Handel, begrüßt den Wechsel zu Kaufland. Der Standort am Südring sei sehr gut, stellte sie fest. Außerdem würden die Mitarbeiter mit gleichen Rechten und Pflichten übernommen, sagte sie. Allerdings ergäben sich auch Vorteile für die bisherige Belegschaft. Weil Real vor einiger Zeit den Tarif-Vertrag verlassen habe, dürften sich die künftigen Kaufland-Beschäftigten nun auf Tariflöhne freuen. Diese lägen bis zu 30 Prozent über dem Real-Niveau. „Die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland gehört zu den Guten in der Branche. Es wird Tariflohn gezahlt und es gibt geordnete Betriebsrats-Strukturen“, stellte die Gewerkschaftssekretärin fest.

Unklar sei, was mit dem Personal geschehe, das derzeit im Non-Food-Bereich beschäftigt sei. Die Mitarbeiter seien wohl gefordert, sich weiter zu bilden.

Friedrich Klingenthal, Geschäftsführer des benachbarten Südring-Centers, dankte Real für die „sehr angenehme kollegiale Zusammenarbeit“ in den vergangenen Jahren. Auf Anfrage sagte er: „Wir freuen uns, dass es jetzt Klarheit über die Zukunft des Standorts gibt. Und wir wünschen uns mit dem neuen Betreiber eine gleich gute Zusammenarbeit wie mit Real. Außerdem wünschen wir Kaufland einen guten Start und nachhaltigen Erfolg!“

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