Neue Abstellmöglichkeiten blockieren Kurzzeitparkplätze am Paderborner Bahnhof – Räder vor dem Finanzamt müssen weg
Ärger an den Fahrradständern

Paderborn -

Die ersten Vorarbeiten für den Umbau des Paderborner Bahnhofes haben begonnen – und sorgen bereits jetzt für das erste Ärgernis.

Montag, 04.01.2021, 06:15 Uhr aktualisiert: 04.01.2021, 08:08 Uhr
Die Fahrradständer am Bahnhof stehen neuerdings dort, wo früher geparkt wurde, werden bislang aber kaum genutzt. Foto: Jörn Hannemann

Um den Vorplatz frei zu bekommen, musste die Stadt die Fahrradständer vor dem maroden Bahnhofsgebäude verlegen. So stehen sie neuerdings dort, wo vorher Kurzzeit-Parkplätze für Bahnhofsbesucher waren. Fünf Parkbuchten und damit die Hälfte der Parkmöglichkeiten sind seitdem von der langen Reihe an Absperrbügeln blockiert.

Skurrilerweise werden sie bislang aber kaum genutzt. Die Räder werden stattdessen weiterhin vor dem Bahnhof abgestellt. Zwei weitere Parkplätze sind weggefallen, weil dort – ebenfalls seit kurzer Zeit – mehrere blaue Fahrradboxen stehen, die bislang im Bereich des Bahnhofs an Gleis 1 standen und ebenfalls umverlegt worden sind. Die abschließbaren Metallboxen sind laut Stadt derzeit alle vermietet und gehören zur Radstation am Bahnhof.

Auch die Metallboxen der Radstationen, die als Mietgaragen für Fahrräder dienen, sind auf die Kurzzeitparkplätze umgezogen.

Auch die Metallboxen der Radstationen, die als Mietgaragen für Fahrräder dienen, sind auf die Kurzzeitparkplätze umgezogen. Foto: Jörn Hannemann

Diese neue Situation gefällt nicht jedem: So mancher Autofahrer befürchtet, nun noch schwerer einen Parkplatz in Bahnhofsnähe zu finden, um einen Menschen zum Zug zu bringen oder abzuholen. „Wir haben hier ohnehin schon so wenig Parkplätze. Der Parkdruck wird steigen“, ärgert sich ein älterer Mann. Eine weitere Folge: Als Ausweich werden die vorhandenen Behindertenparkplätze zugeparkt, was auch eine Momentaufnahme dieser Zeitung belegte.

„Diese Lösung wird so bleiben, bis der Umbau des Bahnhofs abgeschlossen ist beziehungsweise bis die neuen Fahrradparkhäuser fertig sind. Denn während des Umbaus des Bahnhofs muss der Vorplatz frei bleiben und kann nicht zum Abstellen von Fahrrädern genutzt werden. Dass die Ständer momentan nicht so genutzt werden, hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass wir im Moment Winter haben und dass bedingt durch Corona weniger Pendler unterwegs sind, die ihr Rad dort abstellen“, teilt die Stadt auf Anfrage dieser Zeitung mit.

Die aktuellen Planungen sehen derzeit zwei Fahrradparkhäuser neben dem neuen Bahnhof vor. Eine Anlage soll am Bahnsteig 1 auf den Flächen der ehemaligen Radstation errichtet werden. Dafür muss noch ein Gestattungsvertrag mit der Deutschen Bahn geschlossen werden. Die zweite Anlage soll einen Service-Bereich enthalten und im Bereich der Parkplätze gegenüber der Kreuzung Rathenaustraße verortet werden. Als Ersatz für die wegfallenden Pkw-Stellplätze sollen zukünftig die sich vor der Agentur für Arbeit befindlichen Parkplätze als Kurzzeitparkplätze ausgewiesen werden.

Unterdessen wendet sich das Ordnungsamt an die Eigentümer der Fahrräder, die ihre Fahrzeuge vor dem Finanzamt abgestellt haben. An die Rahmen sind knallgelbe Zettel gewickelt worden. Die Besitzer werden aufgefordert, ihre Räder bis zum 22. Januar zu entfernen. Bei Nichtbeachtung werden die Räder ansonsten einen Tag später entfernt und eingelagert.

Jedes Fahrrad bekommt einen gelben Zettel vom Ordnungsamt: Die Besitzer werden aufgefordert, ihr Rad vor dem Finanzamt zu entfernen. Steht es am 23. Januar immer noch da, wird es abtransportiert.

Jedes Fahrrad bekommt einen gelben Zettel vom Ordnungsamt: Die Besitzer werden aufgefordert, ihr Rad vor dem Finanzamt zu entfernen. Steht es am 23. Januar immer noch da, wird es abtransportiert. Foto: Jörn Hannemann

Der Grund: Ende Januar werden die alten Fahrradständer vor dem Finanzamt entfernt und durch Doppelstock-Ständer, wie man sie auch aus der Radstation kennt, ersetzt. Auf diese Weise entstehen 75 Fahrradabstellplätze vor dem Finanzamt, die voraussichtlich ab dem 13. März genutzt werden können. Im Zuge dieser Maßnahme werden auch weitere zehn Fahrrad-Abstellbügel vor dem Arbeitsamt aufgestellt. Noch quillt der Bereich vor dem Finanzamt über mit Rädern mit den gelben Zetteln. Wer sein eingelagertes Rad erst nach Fristende von der B.O.S.S.-Wache abhole, dem drohe keine Strafe oder Bußgeld, teilt die Stadt mit.

 

Die bisherigen Fahrradständer vor dem Finanzamt sollen abgebaut und gegen Doppelstock-Ständer ausgetauscht werden.

Die bisherigen Fahrradständer vor dem Finanzamt sollen abgebaut und gegen Doppelstock-Ständer ausgetauscht werden. Foto: Jörn Hannemann

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