Zahlreiche Festnahmen in Paderborn - großer Kokainfund in Baumstämmen
Rückblick auf 2020 – das Jahr der Drogenrazzien

Paderborn/Borchen -

Der Kampf gegen die Drogenszene ist im Jahr 2020 aus Sicht der Polizei äußerst erfolgreich verlaufen. Es gibt etliche Razzien und Festnahmen. Ein Fall sorgt besonders für Aufmerksamkeit. Ein Rückblick.

Freitag, 01.01.2021, 15:31 Uhr aktualisiert: 01.01.2021, 15:34 Uhr
Umgerechnet 1,2 Millionen Euro auf einem Haufen: Kriminalhauptkommissar Stephan Binder und Rauschgiftermittler Martin Wollschläger (von links) zeigen die zwölf Pakete mit reinstem Kokain, die im September in Borchen gefunden werden. Foto: Ingo Schmitz

 

Die Paderborner Polizei wird im September nach Borchen gerufen. Ein Holzunternehmer entdeckt in Baumstämmen, die er in Holland ersteigert hat, diverse Rauschgiftpakete. Die Polizei rückt mit etlichen Helfern an, die die komplette Holzlieferung untersuchen. 2000 Baumstämme müssen dafür umgeschichtet werden. Nach zwei Tagen Arbeit stellen die Ermittler insgesamt mehr als zwölf Kilogramm reinstes Kokain sicher. Die Drogen haben einen Marktwert von 1,2 Millionen Euro. Dieser außergewöhnliche Fall ist der bislang größte Kokain-Fund im Hochstift, betonen die Paderborner Ermittler. Wem das Kokain gehört, bleibt zunächst unklar. Nach ersten Ermittlungen stammen die Baumstämme aus Südamerika. Der Borchener Unternehmer, der völlig ahnungslos an das Rauschgift geraten sei, habe richtig gehandelt und den Fund umgehend gemeldet, betont die Polizei.

Zahlreiche Beschwerden gibt es auch in diesem Jahr von Anliegern rund um das Westerntor, wo mit Drogen gehandelt werde. Nach Absprache zwischen Stadt Paderborn, Kreis und Polizei nehmen die Behörden den Ort verschärft unter Kontrolle.

In unmittelbarer Nähe dazu klicken im August die Handschellen bei fünf Personen. Tatort: Borchener Straße. Es ist ein Erfolg nach wochenlangen Ermittlungen gegen mutmaßliche Top-Drogendealer. Bei Durchsuchungen stellen die Beamten große Mengen Kokain sowie größere Bargeldsummen sicher. Die fünf Tatverdächtigen sind laut ihren Pässen albanische Staatsangehörige und zwischen 18 und 28 Jahren alt. Sie sollen hier einen Drogen-Drive-In betrieben haben.

In Hövelhof entdeckt die Paderborner Polizei Ende September eine professionell aufgebaute Cannabisplantage und nimmt einen Tatverdächtigen fest. Bei dem Mann handelt es sich um einen 42-jährigen Landwirt aus Albanien. Die Cannabis-Anlage ist der bislang größte Fund dieser Art im Kreis Paderborn. Entdeckt werden 150 mannshohe Cannabispflanzen nahezu erntereif in voller Blüte sowie 160 Jungpflanzen. Betrieben wurde die Plantage mit 100 Speziallampen mit jeweils 600 Watt sowie ein Lüftungssystem aus Ventilatoren und Aktivfiltern.

Neben zahlreichen Ermittlungen gegen Einzeltäter aus dem Drogenmilieu feiert die Polizei Anfang Dezember einen weiteren Erfolg: Nach mehrwöchigen Ermittlungen werden drei mutmaßliche Drogendealer sowie ein Abnehmer festgenommen. Die Verdächtigen stammen aus Albanien. Sie agierten ähnlich der Dealer-Bande, die im August an der Borchener Straße ausgehoben wurde. Im Riemekeviertel, wo die neue Bande eine Wohnung angemietet hatte, sowie an der Westernmauer wurden „Kunden“ teilweise im Viertelstunden-Takt bedient.

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