Polizei Paderborn und Volksbank setzen auf speziell gestalteten Umschlag, um künftig Straftaten zu verhindern
Initiative gegen Betrug am Telefon

Paderborn -

Die Polizei im Kreis Paderborn und die Zweigniederlassung der Verbund-Volksbank OWL wollen den Kampf gegen Betrüger am Telefon nun gemeinsam angehen. Mit Hilfe eines speziell gestalteten Briefumschlags soll Telefonbetrügern das Handwerk gelegt werden, teilten Polizei und Volksbank mit.

Montag, 14.12.2020, 08:49 Uhr aktualisiert: 14.12.2020, 08:52 Uhr
Setzen sich gegen Telefonbetrug ein (von links): Kriminalhauptkommissar Randolf Latusek, Erster Kriminalhauptkommissar Karl-Heinz Peters, Leiter der Kreispolizeibehörde Paderborn und Landrat Christoph Rüther, Lin Thiele (Regionalleiter der Volksbank Paderborn) sowie Polizeidirektor Friedrich Husemann und Ralf Hils (Regionalleiter der Volksbank Paderborn). Foto: Kreis Paderborn

Insbesondere im Visier der Polizei stünden dabei falsche Polizisten oder sonstige Betrüger am Telefon. Schon häufig hat die Kreispolizeibehörde Paderborn über die dreiste Betrugsmasche am Telefon berichtet. Dabei haben es die Täter der Mitteilung zufolge auf das Vermögen älterer Menschen abgesehen. Nicht selten würden die gesamten Lebensersparnisse erbeutet.

Obwohl die Polizei sich intensiv um dieses Phänomen kümmere, würden auch im Kreis Paderborn immer wieder Seniorinnen und Senioren Opfer dieser Tätergruppen. Nicht selten gingen fünfstellige Beträge verloren, oft werde das Geld von den älteren Menschen direkt vor der Tat bei der Bank abgehoben. Bereits jetzt leisteten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreditinstitute im Kreis Paderborn gute Präventionsarbeit. „Viele Taten werden durch geschickt geführte Kundengespräche im Rahmen der Geldabhebung bekannt und verhindert“, schreibt die Polizei.

Leider gelinge es den Tätern aber immer wieder, die Opfer durch konkrete Handlungsanweisungen so zu instruieren, dass den Bankmitarbeitern keine Anhaltspunkte für eine bevorstehende Straftat mitgeteilt werden. In diesen Fällen komme es immer noch zu vollendeten Betrugsstraftaten. Aus diesem Grund hat das Kriminalkommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei einen Briefumschlag gegen Telefonbetrüger gestaltet, der nun bei den Volksbankfilialen im Kreis Paderborn zum Einsatz kommt – speziell in solchen Fällen, in denen ältere Menschen hohe Geldsummen abholen.

Auf dem Umschlag befinden sich konkrete Handlungsanweisungen für potenzielle Opfer. Er sei so strukturiert, dass er die ­gängigen Betrugsvarianten (Enkeltrickbetrug, Gewinnversprechen am Telefon, Schockanrufe und falsche Polizeibeamte) berücksichtige. Der Umschlag ist auf der Vorderseite mit Fragen bedruckt. Auf der Rückseite, also dort, wo der Umschlag geöffnet wird, ist die Aufschrift „Vorsicht Betrugsgefahr! Wenn Sie zwei oder mehr Fragen mit „Ja“ beantworten, will ein Betrüger ihr Geld! 110 wählen!“ aufgedruckt.

Dieser Umschlag soll in solchen Fällen helfen, in denen die Opfer von den Tätern so angeleitet würden, dass die Bankmitarbeiter keinen Verdacht schöpfen könnten und deshalb auch nicht wie sonst üblich die Polizei informierten. Zusätzlich würden die Bankmitarbeiter an die potenziellen Opfer appellieren, vor der Übergabe des Geldes an Dritte beziehungsweise vor der Entnahme des Geldes auf jeden Fall die Fragen zu beantworten. Im Idealfall werden diese Fragen noch vor Ort von den Betroffenen beantwortet. „Die Kreispolizeibehörde freut sich sehr, die Volksbank Paderborn als Kooperationspartner gewonnen zu haben, um gemeinsam gegen Betrüger am Telefon vorzugehen“, heißt es weiter in der Mitteilung. Angedacht sei auch die Zusammenarbeit mit weiteren Kreditinstituten im Kreis.

Wenn Sie Fragen haben, wie Sie Angehörige vor den Tätern schützen können, dann melden Sie sich bei der Polizei unter der Rufnummer 05251/306-3900. „Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne!“, schreibt die Polizei.

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