Protestaktion am Samstag auf dem Maspernparkplatz in Paderborn
„Ohne Kultur keine Kneipen“

Paderborn -

Die Situ­ation in der Gastronomie, der Veranstaltungsbranche, der Künstler und der Soloselbstständigen in der Corona-Krise treibt die Betroffenen auf die Straße. Nun gibt es einen ersten offiziellen Aufruf zu einer Protestveranstaltung am Samstag, 12. Dezember. Zentraler Punkt wird von 11 bis 15.30 Uhr der Maspernparkplatz vor der Paderhalle sein.

Mittwoch, 09.12.2020, 07:58 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 08:00 Uhr
Auch die Betreiber der Kneipe „Tuba“ an der Kasselerstraße beteiligen sich an dem Protest am Samstag. Foto: Jörn Hannemann

„Ohne uns wird es trocken, ohne uns wird es still!“, lautet der Protestaufruf, der von Petra und Carsten Brüseke, Betreiber der Kneipe „Tuba“ an der Kasselerstraße, unterzeichnet worden ist. Sie wenden sich an alle, die vom erneuten Lockdown betroffen sind. Sie kritisieren, dass die Forderungen des Hotel- und Gaststättenverbandes bislang ungehört geblieben seien. Die Novemberhilfen kämen zudem für manchen Betroffenen zu spät. „Zwölf Wochen Schließung im Jahr von 52 gefährden Einzelunternehmer, Soloselbstständige und weitere in ihrer Existenz. Wir als Gastronomen sollten uns darauf besinnen: Gemeinsam können wir etwas bewegen, auch mit unseren Freunden der Kultur und der Eventbranche. Sind wir mal ehrlich: Ohne Kultur gibt es auch keine Kneipenkultur. Laut DEHOGA stirbt jeder dritte Einzelunternehmer, aber auch nur dann, wenn wir uns nicht wehren. Also wehren wir uns und starten eine Aktion der Aufmerksamkeit, die auch unsere Freunde der Kultur- und Eventbranche mit einschließt. Ohne Kultur keine Kneipen, ohne Kneipen keine Kultur“, heißt es in dem Schreiben.

Die Veranstaltung, zu der ursprünglich mit 1200 Teilnehmern aus ganz Ostwestfalen-Lippe kalkuliert worden war, findet in enger Absprache mit den Behörden statt. Nach Angaben von Polizeisprecher Michael Biermann seien die Organisatoren sehr darum bemüht, dass alle Auflagen penibel eingehalten werden. Die Veranstalter werden am Samstag nach eigenen Angaben keine Unterwanderung durch „Querdenker oder Radikale jeder Richtung“ akzeptieren. „Alle diese Gruppen werden einen Platzverweis erhalten“, kündigen die Organisatoren an. Sie wollen die Veranstaltung darüber hinaus mit eigenen Ordnern begleiten.

Vom Ablauf her ist folgendes vorgesehen: Treffpunkt ist von 11 Uhr an für maximal 500 Teilnehmer auf dem Maspernparkplatz. Um 14 Uhr startet dort ein Trauermarsch mit maximal 100 Personen. Die Teilnehmer werden nach und nach mehrere Gaststätten ansteuern und dort Blumen niederlegen. Nach der Rückkehr zum Maspernplatz wird die Kundgebung um 15.30 Uhr enden.

Außer Redebeiträgen soll es dort auch Musik von Künstlern geben. Die Teilnehmer sind aufgerufen, kreative Plakate zu gestalten, um auf die Probleme der Branche hinzuweisen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7715170?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F
Union stürzt in Umfragen ab - Grüne weit vorn
Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock soll ihre Partei als Kanzlerkandidatin in die Bundestagswahl führen.
Nachrichten-Ticker