Dienstkleidung für Rettungsdienst: Kreis Paderborn will künftig 100.000 Euro sparen
Großeinkauf mit den Nachbarn

Paderborn -

Die Kreise Paderborn, Höxter und Lippe arbeiten in Zukunft bei der Beschaffung der Dienst- und Schutzkleidung für das Personal im Krankentransport und Rettungsdienst eng zusammen. Anstatt dass jeder weiterhin Jacken, Hosen und Poloshirts least, wird die Kleidung demnächst in Gestalt einer Einkaufsgemeinschaft erworben.

Montag, 07.12.2020, 12:09 Uhr aktualisiert: 07.12.2020, 12:20 Uhr
Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Die Einkaufsgemeinschaft, so erläutert die Kreisverwaltung Paderborn, mache es möglich, bessere Konditionen auszuhandeln. Die Aufgaben wie das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren, der Vergleich der Angebote und die Abwicklung des Vertrags sollen demnach untereinander aufgeteilt werden. „Damit verbunden sind Qualitätsverbesserung, Preisreduktion und verringerter Personalaufwand. Der Einkauf erfolgt allerdings stets für jeden der beteiligten Kreise und weiterhin auf eigene Rechnung“, erklärte die Sprecherin der Kreisverwaltung Maike Delang.

Damit das Ganze ins Rollen kommt, stimmte der Kreistag am 16. November außerplanmäßigen Mehrausgaben von 370.000 Euro für die Beschaffung von Kleidung zu. Die in einem Kooperationsvertrag festgeschriebene Einkaufsgemeinschaft zwischen den drei Kreisen bezieht sich nicht nur auf Dienstkleidung, sondern auch auf Rettungswagen. 32 einheitlich gestaltete Fahrzeuge sollen angeschafft werden, der Großteil schon bis Ende Januar 2021. Hierbei hat der Kreis Paderborn die Federführung.

Der Leasingvertrag des Kreises Paderborn für Dienst- und Schutzkleidung läuft noch bis zum 28. Februar 2021, derjenige für den Kreis Höxter endet am 30. April 2021 und das Pendant im Kreis Lippe am 30. Juni 2021. Die Kleidung soll künftig nicht nur gekauft, sondern auch selbst gereinigt werden – inklusive der Ausrüstung der Hilfsorganisationen. Die überplanmäßigen Mehrausgaben von 370.000 Euro im Kreis Paderborn erklären sich daraus, dass alle 300 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter erst einmal vollständig neu eingekleidet werden müssen. Und das kostet. Eine Hardshelljacke schlägt mit 176 Euro zu Buche, eine Softshelljacke mit 115, eine Hose mit 81, ein Poloshirt mit 15 und eine Fleecejacke mit 27 Euro. Das ergibt nach Berechnungen des Ordnungsamtes Gesamtkosten in Höhe von 369,748 Euro. Die Kosten für die Reinigung werden mit 144.228 Euro pro Jahr beziffert.

Mittel- und langfristig soll sich das neue Modell rechnen. Die Kreisverwaltung kalkuliert folgendermaßen: „Den Kosten der Ersteinkleidung im Jahr der Anschaffung sowie den laufenden jährlichen Kosten für Ersatzkleidung und Reinigung stehen jährliche Einsparungen für die wegfallenden Leasingraten sowie den Kostenerstattungen an die Hilfsorganisationen und Notärzte für deren eigene Kleidung gegenüber, so dass sich nach dem Ende der Vertragslaufzeit eine Einsparung in Höhe von ca. 100.000 Euro gegenüber dem Leasingmodell ergibt.“ Die Rechnung bezieht sich auf den Zeitraum von 2021 bis 2026.

Die Kooperation der drei Kreise zielt aber nicht nur auf Einsparungen, sondern auch auf Einheitlichkeit ab. Delang: „Insbesondere bei kreisüberschreitenden Einsätzen, wenn beispielsweise ein Notfallsanitäter aus Bad Lippspringe in Schlangen tätig wird, konnte es zu Irritationen kommen. Dies soll zukünftig vermieden werden, weil alle am Rettungseinsatz Beteiligten – Rettungssanitäter, Notärzte, Angehörige der Hilfsorganisationen – die gleiche Uniform tragen und als Helfer erkennbar sind.“ Nur die Abzeichen am Ärmel sollen künftig auf die Herkunft hinweisen.

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