Amazon-Verteilzentrum in Paderborn hat Betrieb aufgenommen
Tausende Pakete in nur einer Nacht

Paderborn -

Der Online-Handel ist explodiert: Nach „Black Friday“ und „Cyber Monday“ sind die Paketdienste nun im Dauerstress. Zehntausende größere und kleinere Kartons und Päckchen werden in diesen Tagen auch den Kunden im Kreis Paderborn zugestellt. Einige davon kommen direkt aus dem neuen Amazon-Verteilzentrum in Paderborn-Mönkeloh.

Mittwoch, 02.12.2020, 11:04 Uhr aktualisiert: 04.12.2020, 17:30 Uhr
Christian Wibbe leitet den Amazon-Standort in Mönkeloh. Seit sechs Wochen läuft der Betrieb. 450 Transporter rollen hier an den Werktagen vom Hof. Foto: Oliver Schwabe

120 Mitarbeiter sind hier in drei Schichten an sechs Tagen in der Woche tätig. Es rollen jeweils 450 Transporter vom Hof. Das Zielgebiet: Kunden im Hochstift, Münsterland, Kreis Soest und Teile von Niedersachsen.

Amazon-Verteilzentrum in Paderborn-Mönkeloh hat Betrieb aufgenommen

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Wenn es um Zahlen geht, ist der Online-Gigant zurückhaltend. „Wir sind in Paderborn gut vorbereitet auf das kommende Weihnachtsgeschäft. Geschäftszahlen kommunizieren wir allerdings nicht“, teilt ein Unternehmenssprecher mit. Die weiteren Angaben sind diffus: Demnach werden in Paderborn pro Tag mehrere tausend Pakete sortiert.

„Wir sind glücklich mit dem Standort und dem Gebäude“, stellt hingegen Standortleiter Christian Wibbe fest. Wie berichtet, hatte das Paderborner Unternehmen Bremer die Hallen errichtet, Amazon ist Pächter. Standortleiter Wibbe ist gebürtiger Paderborner, der in Borchen aufgewachsen ist, 15 Jahre bei der Luftwaffe war und danach 15 Jahre in Irland lebte. Mit dem Job bei Amazon hat er nun die Rückkehr in die Heimat geschafft, wo auch seine Eltern leben. „Ich kenne Mönkeloh noch, als das hier alles Acker war und Getreide wuchs“, berichtet Wibbe. Jetzt haben sich dort gleich mehrere Logistiker angesiedelt: Direkt nebenan ist DHL beheimatet, denen Amazon nun mit der eigenen Flotte und Logistik Konkurrenz macht. DHL-Sprecher Rainer Ernzer sieht das Engagement von Amazon gelassen: „Der Kuchen ist groß genug.“ Branchenkenner warnen jedoch bereits vor der extrem schnell wachsenden Logistiksparte, die Amazon mit Nachdruck aufbaut.

Wie innovativ Amazon aufgestellt ist, wird am Führungsteam am Standort deutlich: Hier gibt es nicht nur Verantwortliche speziell für die eingehenden sowie für die ausgehenden Waren, sondern darüber hinaus einen Changemanager. Der ist ausschließlich dafür zuständig, durch Veränderungen Verbesserungen zu erzielen.

Bis 2025 will Amazon komplett „grün“ sein. In der vergangenen Woche ist eine Flotte mit 32 E-Transportern an den Start gegangen. Die Schaffung der Ladeinfrastruktur sei eine große Herausforderung gewesen, sagt Wibbe. „Die grauen Mercedes-Vans sollen zunächst überwiegend im kompletten Stadtgebiet Paderborn und Bad Lippspringe eingesetzt werden. Die Reichweite soll bei 160 Kilometern liegen, wir müssen das aber in der Praxis noch testen“, berichtet der Standortleiter.

Amazon arbeitet in der Pandemie nach klaren Vorgaben: So wird die Belegschaft zum Teil mit extra gecharterten Bussen von den Haltestellen Maspernplatz und Bahnhofstraße nach Mönkeloh gefahren. Dadurch sollen Ansteckungsgefahren reduziert werden. Alle Fahrer müssen zudem vor Tourbeginn Fieber messen. Das sei genauso Pflicht wie der allmorgendliche Sicherheitscheck am Fahrzeug, betont Wibbe.

Vom Klick bis zur Auslieferung

Jede Nacht halten etwa im Stundentakt die Sattelschlepper an den großen Laderampen des Amazon-Verteilzentrums in Mönkeloh. An Bord sind die Pakete, die die Kunden aus der Region in den Amazon-Warenlagern Oelde, Bad Hersfeld oder auch Koblenz geordert haben. Das Sortieren kann beginnen.

Im Drei-Schicht-Betrieb werden die Pakete von insgesamt 120 Mitarbeitern aufgenommen und anschließend für die jeweiligen Touren zusammen gestellt. Kleine Pakete kommen in Taschen, sperrige werden einzeln verladen. „Nachts haben wir die meisten Mitarbeiter“, berichtet Standortleiter Christian Wibbe über den Sortierprozess.

Die Mitarbeiter tragen am Finger einen Scanner, der anzeigt, in welche Tasche das jeweilige Paket gehört. Farbsignale an den Fächern helfen zusätzlich bei der Zuordnung. Anschließend werden die Taschen mit Hilfe von Rollwagen zu den einzelnen Laderampen gezogen. Auch hierbei ist der Scanner behilflich. Wenn der Fahrer seinen Van beladen hat, errechnet ein komplexes Programm die Route. Hierbei werden auch die Liefertermine der Kunden berücksichtigt, sagt Wibbe. So könne es sein, dass ein Fahrer an einem Tag zu unterschiedlichen Zeiten in ein und derselben Straße zweimal zu sehen sei.

Die erste Welle der beladenen Transporter verlasse um 9.30 Uhr den Hof, die letzten Fahrer starteten um 12.30 Uhr. Der Arbeitstag endet damit, dass die leeren Pakettaschen wieder am Standort abgegeben werden.

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