Protest mit Traktoren in Paderborn und Bad Wünnenberg
Bauern blockieren Lidl – Polizei ermittelt

Paderborn -

Mit 50 Traktoren haben Landwirte am Montagabend die Zufahrt zum Lidl-Logistikzentrum in Paderborn-Mönkeloh blockiert. Anschließend trafen sich 30 Trecker-Fahrer vor dem Netto-Logistikzentrum in Bad Wünnenberg und versperrten dort die Straße.

Dienstag, 01.12.2020, 20:35 Uhr aktualisiert: 01.12.2020, 22:14 Uhr
Symbolbild/dpa

Die Paderborner Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der Nötigung und des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

Bundesweit gab es am Montag Proteste von Landwirten, die sich gegen den erheblichen Preisdruck der Handelsketten richteten. Die Zusammenkünfte in Paderborn und Bad Wünnenberg seien nicht angemeldet gewesen, erklärte Polizeisprecher Michael Biermann. Die Treffen seien offenbar über die Sozialen Medien verabredet worden.

Erster Einsatzort war demnach die Lidl-Zentrale in der Navarrastraße. Die Blockade sei von den Landwirten selbst aufgelöst worden. Zwei Stunden später seien dann 19 Trecker in Bad Wünnenberg bei der Netto-Zentrale vorgefahren.

Nachdem auch dort die Zusammenkunft aufgelöst worden sei, sei die Polizei um 23 Uhr zum dritten Einsatz alarmiert worden. Diesmal seien 30 Trecker bei Netto vorgefahren. Einer der Treckerfahrer habe vor der Zentrale in Bad Wünnenberg Mist abgeladen. An dem Fahrzeug seien die Kennzeichen entfernt worden, berichtete der Polizeisprecher.

Kreislandwirtin Susanne Mönnikes erklärte auf Anfrage dieser Zeitung, dass sie über die Proteste nicht informiert gewesen sei. Sie verstehe, dass die Landwirte sauer seien, weil die Erzeugerpreise ein Niveau erreicht hätten, das die Betriebe in ihrer Existenz gefährde. Der Grund für den Preisdruck: Wegen der Afrikanischen Schweinepest ist die Ausfuhr von deutschem Schweinefleisch in Nicht-EU-Länder zum Erliegen gekommen. „Im Februar/März, zum Beginn der Pandemie, waren für das Kilo Schweinefleisch 1,80 Euro zu bekommen. Aktuell liegt der Preis bei 1,19 Euro. Jetzt geht es für die Betriebe ans Eingemachte, weil sie draufzahlen müssen“, führt Mönnikes die Situation der Erzeuger vor Augen.

Gleichzeitig gebe es immer mehr Auflagen und Verordnungen, die die Kosten in die Höhe trieben. „Wenn wir auch in Zukunft unabhängig vom Ausland Lebensmittel produzieren wollen, müssen wir dafür sorgen, dass die Betriebe vernünftig wirtschaften können“, betonte die jüngst frisch gewählte Kreislandwirtin.

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