Die Corona-Lage im Kreis Paderborn: neue Quarantäne-Verordnung des Landes und die Folgen
Ein Todesfall, 22 neue Infektionen, 101 Menschen genesen

Paderborn (WB/LaRo) -

Im Kreis Paderborn ist eine weitere Person aus Altenbeken im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Geschlecht und Alter gab der Kreis am Dienstag nicht bekannt. Seit Pandemie-Beginn gibt es nun 66 Todesfälle im Kreis. Auch am Montag

Dienstag, 01.12.2020, 17:04 Uhr aktualisiert: 01.12.2020, 17:10 Uhr
In Teilen Paderborns herrscht Maskenpflicht. Foto: Jörn Hannemann

22 neue Corona-Fälle sind dem Paderborner Kreisgesundheitsamt am Dienstag (Stand 11 Uhr) gemeldet worden (Vortag: 19). Da 101 Erkrankte als genesen gelten, sind derzeit 650 Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert.

Diese aktiven Fälle verteilen sich wie folgt auf die zehn Kommunen: Paderborn (324), Delbrück (109), Hövelhof (54), Salzkotten (35), Altenbeken (30), Büren (27), Borchen (25), Bad Lippspringe (23), Bad Wünnenberg (13) und Lichtenau (10).

Das Landeszentrum für Gesundheit weist – wie berichtet – eine Sieben-Tages-Inzidenz von 110,4 für den Zeitraum vom 24.11. bis zum 30.11. (Stand 1.12., 0 Uhr). Der Inzidenz-Wert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner.

Die Zahl der laborbestätigten Coronavirus-Infektionen ist seit Ausbruch der Pandemie auf 2971 gestiegen. Die Zahl der Corona-Erkrankten, die eine akute Infektion überstanden haben, beträgt 2255. 44 Corona-Patienten werden zurzeit im Krankenhaus behandelt (+1 zum Vortag), 16 von ihnen intensivmedizinisch (+2). 3159 Menschen befinden sich im vom Paderborner Kreisgesundheitsamt angeordneter Quarantäne (+90).

Aufsummierte Gesamtzahlen seit Ausbruch der Pandemie:

Aufsummierte Gesamtzahlen seit Ausbruch der Pandemie: Foto: Kreis Paderborn

NRW erlässt Quarantäne-Verordnung

Das Land NRW hat eine Quarantäne-Verordnung erlassen (30. November; hier als PDF auf der Website des Landes ). Ziel sei es, so der Kreis Paderborn, die Regelungen zur Quarantäne zu vereinheitlichen und die Kommunen zu entlasten, da es angesichts der aktuell bundesweit hohen Fallzahlen für die örtlichen Gesundheitsämter schwierig sei, zeitnah Quarantänen für positiv Getestete und deren enge Kontaktpersonen auszusprechen.

Das bedeute, das positiv auf das Corona-Virus getestete Personen sowie ihre Haushaltsangehörigen keine Quarantäne-Benachrichtigung mehr vom Gesundheitsamt bekommen. Stattdessen gelten für sie automatisch die Regelungen aus der Landes-Verordnung. Lediglich Kontaktpersonen ersten Grades, die nicht mit dem Infizierten in einem Haushalt leben, erhalten noch eine individuelle schriftliche Benachrichtigung. „Wir schaffen es zurzeit in der Regel, infizierte Personen am Tag, an dem uns das positive Testergebnis vorliegt, zu kontaktieren und mündlich unter Quarantäne zu stellen. Auch die Kontaktpersonen erreichen wir in der Regel am selben Tag und stellen sie ebenfalls mündlich unter bindende Quarantäne. Jedoch geht die anschließende schriftliche Benachrichtigung aufgrund der hohen Arbeitsbelastung mit einigen Tagen Verspätung heraus. Daher bedeutet die neue Verordnung des Landes für uns eine spürbare Erleichterung“, sagte die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes Dr. Constanze Kuhnert die neuen Regelungen.

Die Kernelemente der Verordnung fasst der Kreis wie folgt zusammen:

Personen mit einem positiven Testergebnis: Alle Personen, die mittels eines PCR-Tests positiv getestet wurden, müssen sich unmittelbar nach Bekanntwerden des Testergebnisses in sofortige 10-tägige Quarantäne (häusliche Isolierung) begeben. Leiden die Personen am Ende der Quarantänezeit unter coronatypischen Symptomen, verlängert sich die Quarantäne solange, bis sie 48 Stunden symptomfrei sind.

Haushaltsangehörige von Personen mit positiven Testergebnis: Auch die Haushaltsangehörigen von nachweislich Infizierten müssen sich ebenfalls unmittelbar in Quarantäne begeben. Ihre Quarantäne dauert 14 Tage seit Durchführung des Tests beim nachweislich Infizierten. Nach 10 Tagen haben sie die Möglichkeit, einen PCR- oder einen Schnelltest (Poc-Test) durchzuführen. Ist dieser negativ und sie haben keine coronatypischen Symptome ist die Quarantäne vorzeitig beendet.

Personen, die auf das Ergebnis eines PCR-Test warten: Erstmals müssen sich alle Personen, die einen PCR-Test vorgenommen haben, bis zum Vorliegen des Testergebnisses in Quarantäne begeben. Voraussetzung ist, dass sie coronatypische Symptome zeigen oder einen positiven Schnelltest gemacht haben. Das heißt, Personen, die aus beruflichen Gründen regelmäßig getestet werden wie Lehrkräfte oder Pflegepersonal, müssen nicht während der Wartezeit auf das Testergebnis in Quarantäne, wenn diese Voraussetzungen nicht vorliegen. Fällt der Test negativ aus, ist die Quarantäne beendet.

Kontaktpersonen von Infizierten außerhalb des Haushalts: Das Gesundheitsamt wird weiterhin alle Kontaktpersonen ersten Grades von Personen mit einer bestätigten Infektion ermitteln, um so die Infektionskette zu unterbrechen. Dieser Personenkreis wird auch weiterhin vom Gesundheitsamt angerufen und erhält eine individuelle Quarantäneverordnung. Neu ist allerdings, dass die positiv Getesteten verpflichtet sind, alle Personen, mit denen sie in den letzten 4 Tagen vor Durchführung des Tests oder seit der Durchführung des Tests einen engen persönlichen Kontakt hatten, selbst zu informieren. Diese Regelung dient der Unterstützung der Gesundheitsämter und der schnellen Benachrichtigung der Betroffenen. Auch Kontaktpersonen ersten Grades, die nicht mit dem Infizierten in einem Haushalt leben, können sich 10 Tage nach Erhalt der Quarantäneanordnung des Gesundheitsamtes testen lassen, um mit einem negativen Testergebnis die Quarantäne abzukürzen.

Schulen und Kitas: Weiterhin bleibt die Regelung bestehen, dass bei einem Infektionsfall in einer Schulklasse oder in einer Kita-Gruppe, die gesamte Klasse bzw. Gruppe in Quarantäne muss. Lediglich Personen, die durchgängig eine FFP2-Maske getragen haben, sind von dieser Quarantäneregelung ausgenommen. Die Quarantäne dauert 14 Tage nach Letztkontakt zur infizierten Person und kann am 10. Tag der Quarantäne durch einen negativen Test frühzeitig beendet werden.“

„Uns ist bewusst, dass angesichts dieser neuen Regelungen des Landes viele Menschen Fragen haben werden. Wir werden daher die Anzahl der Mitarbeitenden an unserem Corona-Infotelefon aufstocken“, sagte Kuhnert.

Weitere Informationen

Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr sowie samstags von 12 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/3083333 erreichbar. www.kreis-paderborn.de/corona.

Hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona . Hier geht es direkt zur aktuellen Coronaschutz-Verordnung vom 30. November).

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