Paderbornerin ist ein Gesicht der deutschlandweiten Kampagne zum Welt-Aids-Tag 2020
„Wir leben wie alle anderen“

Paderborn (WB/mai) -

„Unser Problem ist die Hausarbeit – nicht HIV“. Auf großformatigen Plakaten werben die Paderbornerin Johanna Verhoven und ihr Mann Simon anlässlich des Welt-Aids-Tages am Dienstag, 1. Dezember, für ein Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung.

Samstag, 28.11.2020, 05:56 Uhr aktualisiert: 28.11.2020, 06:01 Uhr
Johanna Verhoven und ihr Mann Simon werben deutschlandweit für den Welt-Aids-Tag am 1. Dezember. Sie wollen zeigen, dass Menschen mit HIV-Infektion leben können, wie alle anderen – auch in der Partnerschaft mit Nicht-Infizierten.

Dieser Tag dient seit 1988 der Förderung von Solidarität mit Menschen, die sich mit HIV infiziert haben oder an Aids erkrankt sind und erinnert an diejenigen, die an den Folgen von HIV und Aids verstorben sind. Johanna Verhoven, die Vorsitzende der Paderborner Aidshilfe, ist dieses Jahr ein Gesicht der deutschlandweiten Kampagne.

Die 30-jährige Paderbornerin wohnt und arbeitet mittlerweile in Bielefeld, hat jedoch Sozialarbeit in Paderborn studiert und ist nach einem Praktikum seit 2011 ehrenamtlich für die Aidshilfe tätig. Seit 2014 ist sie im Vorstand der Aidshilfe Paderborn, als Vorsitzende seit März 2019.

Als Johanna Verhoven 2012 positiv auf HIV getestet wurde, hatte sie Angst, dass sie keinen Partner mehr finden würde. Sie hatte sich bei ihrem Ex-Freund infiziert, der damals selbst nicht wusste, dass er das Virus in sich trägt. Doch diese Sorge war in ihrem Fall unbegründet Ein Jahr später traf sie einen alten Bekannten wieder – ihren heutigen Mann Simon, der mit ihr auf den Bildern der Kampagne zu sehen ist. Heute leben die beiden idyllisch in einem Bielefelder Vorort, mit zwei Katzen und einem Hühnerhaus im Garten.

Die HIV-Infektion seiner Partnerin nimmt Simon, der selber HIV-negativ ist, gelassen. Anfangs benutzten die beiden Kondome. Heute verzichten sie darauf, denn sie wissen: Dank Johannas HIV-Therapie kann nichts passieren. HIV ist im Alltag nicht übertragbar. Wenn die HIV-Infektion mit Medikamenten behandelt wird, ist eine Übertragung auch beim Sex nicht mehr möglich.

„Mit HIV kann man heute alt werden und leben wie alle anderen Menschen. Gerade deshalb ist es wichtig, sich nach einem Risiko auf HIV testen zu lassen“, erläutert Johanna Verhoven. Jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat von 18 bis 19 Uhr besteht die Möglichkeit, in der Paderborner Aidshilfe nach vorheriger Anmeldung einen HIV-, Syphilis- und Hepatitis- Schnelltest zu machen.

Rund um den Welt-Aids-Tag hat die Aidshilfe verschiedene Angebote geplant: mit Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln wird es eine Spendensammel-Aktion am 28. November und eine Demonstration als Laternenumzug am 1. Dezember geben. Start ist um 16.30 Uhr am Rathaus.

Der Welt-Aids-Tag steht unter dem Motto „Globale Solidarität, geteilte Verantwortung“. Denn von weltweit etwa 38 Millionen Menschen mit HIV, haben nur etwa 67 Prozent Zugang zu den Medikamenten, die ihr Leben retten können. In Deutschland sind es 96 Prozent. Aber auch hier erleben noch immer Betroffene Diskriminierung und Stigmatisierung. Dabei können Menschen mit HIV heute leben wie alle anderen.

Mehr Informationen zum Welt-Aids-Tag 2020 gibt es hier: www.welt-aids-tag.de.

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