Sexualisierte Gewalt und Missbrauch: Miriam Merschbrock übernimmt Amt von Karl-Heinz Stahl
Neue Präventionsbeauftragte im Erzbistum Paderborn

Paderborn (WV/mba) -

Miriam Merschbrock (37) ist die neue Präventionsbeauftragte im Erzbistum Paderborn. Wie das Erzbistum am Freitag mitteilte, tritt die Sozialpädagogin und Beraterin für Ehe-, Familien- und Lebensfragen am 1. Dezember die Nachfolge von Karl-Heinz Stahl (62) an, der 2013 den Aufgabenbereich übernommen hatte und in den passiven Teil der Altersteilzeit wechselt.

Freitag, 27.11.2020, 21:51 Uhr aktualisiert: 27.11.2020, 21:54 Uhr
Die Präventionsarbeit im Erzbistum Paderborn solle weiterhin mit „Engagement und Ernsthaftigkeit“ auf allen Ebenen wirken, betonte Generalvikar Alfons Hardt (Mitte) im Gespräch mit dem bisherigen Präventionsbeauftragten Karl-Heinz Stahl und dessen Nachfolgerin Miriam Merschbrock. Foto: Thomas Throenle/Erzbistum Paderborn

Seit 2011 führe die Erz­diözese verpflichtende Fortbildungen zur Verhinderung von sexualisierter Gewalt durch, erklärte der scheidende Amtsinhaber. Zwischen 2012 und 2019 hätten etwa 60.000 Personen an entsprechenden Schulungen teilgenommen. Im Erzbistum Paderborn müsse darüber hinaus in jeder Einrichtung eine Präventionsfachkraft benannt und qualifiziert sein, die bei der Umsetzung des Schutzauftrags berate und unterstütze.

„Menschen, die sich an die Kirche wenden, sollen in ihr angenommen, geschützt und sicher sein“, sagte die neue Beauftragte. Es brauche klare Konzepte, um Kinder, Jugendliche und hilfebedürftige Erwachsene zu schützen. Merschbrock war bisher Referentin in der Koordinierungsstelle Prävention. Die Koordinierungsstelle Prävention berät und unterstützt nach eigenen Angaben kirchliche Einrichtungen bei Maßnahmen zur Prävention. Zudem gehören Schulungen, Fachberatungen und Netzwerkarbeit zu ihrer Arbeit.

Mit Blick auf die neue Leitung durch Miriam Merschbrock sagte Generalvikar Alfons Hardt: „Sie übernimmt mit viel Kompetenz und Erfahrung die verantwortungsvolle Aufgabe der Prävention sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im Raum der Kirche.“ Er sei ihrem Vorgänger Karl-Heinz Stahl dankbar, dass er im wichtigen Bereich des Schutzes von Minderjährigen und schutzbedürftiger Erwachsenen im Erzbistum wertvolle Aufbauarbeit geleistet und die Präventionsarbeit kontinuierlich ausgebaut habe. „Die Prävention von sexualisierter Gewalt an Minderjährigen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen ist für uns als Kirche ein wichtiger Auftrag: Sexualisierte Gewalt und Missbrauch verletzen die Glaubwürdigkeit der Kirche und zerstören Vertrauen“, betonte Hardt. „Unser Engagement im Bereich der Prävention zeigt, dass wir uns als Kirche unserer besonderen Verantwortung für den Schutz der uns anvertrauten Menschen in unseren Diensten und Einrichtungen bewusst sind. Um dieser Verantwortung nachzukommen, haben sich kirchliche Rechtsträger auf den Weg gemacht, vielfältige Maßnahmen zur Vorbeugung gegen sexualisierte Gewalt fest in ihr alltägliches Handeln zu integrieren.“ Es sei ihm um der Glaubwürdigkeit der Kirche auf ihrem Weg in die Zukunft willen wichtig, betonte der Generalvikar, dass die Präventionsarbeit im Erzbistum Paderborn weiterhin mit Engagement und „Ernsthaftigkeit“ auf allen Ebenen wirke.

Die neue Präventionsbeauftragte sagte: „Prävention von sexualisierter Gewalt ist zu allererst eine Frage der Haltung.“ Notwendig seien in den Gemeinden Einrichtungen und Dienste, die für das Thema sensibilisieren, sowie die Vermittlung von Wissen, klare Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten und Konzepte, die den Schutz von Kindern, Jugendlichen sowie schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen sicherstellten.

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