Gebürtiger Ettelner Franz-Josef Bode ist seit 25 Jahren Bischof in Osnabrück
„Bin bereit für weitere fünf Jahre“

Paderborn/Osnabrück -

Seit 25 Jahren ist Franz-Josef Bode Bischof von Osnabrück. Als er 1995 nach Osnabrück kam, war er mit 44 Jahren der jüngste Diözesanbischof Deutschlands. Der ehemalige Paderborner Weih­bischof, der in Etteln aufgewachsen ist und 2021 70 Jahre alt wird, ist der dienstälteste Diözesan­bischof Deutschlands.

Freitag, 27.11.2020, 03:30 Uhr
Bischof Franz-Josef Bode ist in Etteln aufgewachsen. Foto: dpa

Auch nach 25 Jahren als Bischof von Osnabrück ist er noch nicht amtsmüde. Er sei bereit für weitere fünf Jahre auf dieser Position, sagte er in einem Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur KNA. „Ich wusste, dass es bis 75 Jahre geht. Und ich möchte das auch gern annehmen.“ Er wolle seine Erfahrungen hinüberbringen über den „epochalen Einschnitt“ durch die Corona-Krise und eine Grundlage schaffen, auf der ein neuer Bischof aufbauen könne. Bode, der als Reformer gilt und Frauen in der katholischen Kirche immer wieder Mut in Bezug auf ein Weiheamt macht, kündigte ein weiteres „Zukunftsgespräch“ im Bistum Osnabrück an. Dabei solle diskutiert werden, „wie wir Christen in einer säkularen Welt leben wollen und was finanziell künftig für die Kirche noch möglich ist“. In der Diözese Osnabrück gab es bislang vier solcher Gesprächsforen, in denen Kirchenvertreter und Laien über Veränderungen der Glaubenswelt diskutieren.

Den wachsenden Einfluss von Populisten bezeichnete Bode als Gefahr für Frieden und Demokratie. „Immer wenn vereinfacht, schwarz-weiß gemalt wird, es angeblich ganz einfache Lösungen gibt, dann wird es schwierig. Weil die Menschen nicht mehr differenzieren. Das Leben ist nicht so eindeutig. Vereinfachung ist auch eine Gefahr für die Kirche. Der Reformprozess der deutschen katholischen Kirche etwa, der Synodale Weg, erfordert ein hohes Maß an Differenzierung. Deshalb wird es auch nicht so schnell gehen. Und am Ende werden wir auch nicht drei, vier Sätze haben, die die Dinge für die Zukunft lösen“, sagte Bode.

Für die kommenden fünf Jahre habe er besonders zwei Großereignisse in Osnabrück im Blick. 2022 finde dort die Eröffnung der bundesweiten „Woche der Brüderlichkeit“ der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit statt. 2023 werde es Feiern zum 375. Jahrestag des Westfälischen Friedens geben. Die Friedensverhandlungen zum Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) hatten ab 1643 in Osnabrück und Münster stattgefunden und wurden 1648 abgeschlossen.

Paderborns Erzbischof Hans-Josef Becker gratulierte Bode am Donnerstag zum silbernen Ortsjubiläum in Osnabrück, teilte das Erzbistum Paderborn mit. Als Vertreter des Metropolitankapitels sendete Dompropst Monsignore Joachim Göbel dem Ehren-Domherrn am Hohen Dom zu Paderborn Glückwünsche: „Sei gut behütet von Gottes Segen!“ Er sei ein „zuverlässiger und leidenschaftlicher Hirte“, würdigte Becker den Bischof des Paderborner Nachbarbistums. „Deine unkomplizierte Nähe zu den Menschen, deine Predigten und Publikationen, deine spirituelle und theologische Kompetenz geben Zeugnis von deiner tiefen Christusverbundenheit im Hirtendienst“, sagte Becker.

Von 1991 bis 1995 war Bode Weihbischof in Paderborn. Am 26. November 1995 wurde er in sein Amt als Bischof von Osnabrück eingeführt. Bode wurde am 16. Februar 1951 in Paderborn geboren und wuchs in Etteln auf. Nach dem Abitur 1969 am Gymnasium Theodorianum studierte er Theologie und Philosophie in Paderborn, Regensburg und Münster. 1975 empfing er im Hohen Dom zu Paderborn das Sakrament der Priesterweihe.

Von 1977 bis 1983 war Bode Präfekt im Erzbischöflichen Theologenkonvikt Paderborn. Die Fortsetzung seiner akademischen Studien in Bonn schloss er 1986 mit der Promotion ab. Am 1. September 1991 empfing er im Hohen Dom zu Paderborn die Bischofsweihe. Seit 1997 ist Bode Ehren-Domherr am Hohen Dom zu Paderborn.

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