Corona-Quarantäne für einzelne Klassen und Lerngruppen an 20 Paderborner Schulen
Stadt will Luftfilter erst testen

Paderborn -

Warme Jacken und in einigen Fällen sogar die Kuscheldecke werden auch weiterhin zur Schulausstattung für Paderborner Schüler gehören. „Am konsequenten, regelmäßigen Querlüften führt kein Weg vorbei. Daran wird auch die mögliche Anschaffung von Luftfiltern nichts ändern“, stellte Schuldezernent Wolfgang Walter am Dienstag im Stadtrat klar.

Donnerstag, 26.11.2020, 07:44 Uhr
Die Corona-Pandemie stellt die Paderborner Schulen vor Herausforderungen. Am Pelizaeus-Gymnasium stand bis Dienstag der gesamte Abitur-Jahrgang unter Quarantäne. „Die Situation war durch Distanzlernen in unterschiedlichen Formaten aber gut handhabbar“, sagt Schulleiter Peter Lütke-Westhues. Foto: Oliver Schwabe

Grundsätzlich seien Luftfilter nicht die ultimative Lösung, sondern vor allem dort allem sinnvoll, wo nicht oder nur bedingt gelüftet werden könne. „Auf eine Abfrage des Schulministeriums zur Möglichkeit des Lüftens in Klassen- und Fachräumen, haben die Paderborner aber nur einen Raum gemeldet, in dem Querlüften nicht möglich war.“ Das Problem in einem Fachraum der Realschule im Neuhäuser Schloß sei aber inzwischen behoben.

„Es geht ja nicht nur um das Herausfiltern von Viren, sondern beispielsweise auch um die Kohlendioxid-Sättigung, Chemikalien, die aus Wänden und Böden in die Raumluft übergehen können und um Wasserdampf. Das kriegen wir nur durch Querlüften aus den Klassenräumen oder eben technische Vorrichtungen, die die Raumluft absaugen und Frischluft reinblasen“, sagte der Schuldezernent.

Die Stadt habe bereits zwei mobile Luftfilter verschiedener Hersteller für jeweils etwa 4500 Euro zum Testen bestellt. „Lieferzeit ist derzeit vier bis fünf Monate“, sagte Walter. Außerdem seien 100 Geräte über ein entsprechendes Förderprogramm des Landes beantragt worden. „Bisher sind diese Geräte aber nicht unter Praxisbedingungen getestet worden. Wir wissen nicht, wie laut sie sind und ob konzentriertes Arbeiten überhaupt noch möglich ist, wenn jeweils zwei davon in einem Raum laufen.“

FÜR Paderborn hatte beantragt, „mobile Luftfilteranlagen für die städtischen Schulen und ähnliche Einrichtungen wie Kitas, etc.“ anzuschaffen. „Bei 1000 Klassen- und Fachräumen in den Schulen und 32 Kitas mit je vier Gruppen- und Nebenräumen wären das 1300 bis 1400 Geräte“, zeigte Walter die finanzielle Dimension der beantragten Anschaffung auf. Franz-Josef Henze (SPD) ergänzte, dass zudem monatlich die Filter gewechselt werden müssten, deren Preis zwischen 39 und 130 Euro liege. Er attestierte dem Ansinnen „marginalen Effekt bei wahnsinnigen Kosten“. Hartmut Hüttemann (FBI) kritisierte den Antrag als „schlecht durchdacht“.

Auf Vorschlag von Petra Tebbe (Grüne) wandelte Rainer Lummer (FÜR) den Antrag schließlich in einen Prüfauftrag für die Verwaltung um, den der Rat mit 42 Ja-Stimmen befürwortete. „Damit geben wir dem von der Verwaltung vorgeschlagenen Weg politischen Rückhalt“, konnten sich CDU und Grüne mit diesem Vorgehen anfreunden.

 

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