Die vom Land finanzierte Sparte für Kinder und Jugendliche in Paderborn will 2021 mit vier Stücken Premiere feiern
Klimawandel im Theater

Paderborn -

Ein hochaktuelles Thema wird den Premierenspielplan der Kinder- und Jugendtheatersparte Jott bestimmen. „Die ganze Spielzeit setzt sich mit dem Klimawandel auseinander“, kündigte die Intendantin des Paderborner Theaters, Katharina Kreuzhage, am Montag an.

Montag, 23.11.2020, 17:40 Uhr
Auch im Theater am Neuen Platz werden die Stücke, die für die Kinder- und Jugendsparte erarbeitet werden, gespielt. Vornehmlich sollen aber Schulen und Kindergärten zur Bühne werden. Foto: Oliver Schwabe

Gespielt wird nicht nur im Theater am Neuen Platz, sondern verstärkt in Schulen und Kindergärten. In engem Kontakt mit Lehrern und Erzieherinnen sollen die Aufführungen vorbereitet werden.

Aufgrund der Corona-Pandemie würden die Stücke „so schlank wie möglich“ besetzt, sagte Katharina Kreuzhage. Demnach werden maximal zwei Schauspieler auf der Bühne stehen und noch die Regieassistentin und eine weitere Person für die Betreuung des Auftritts hinzukommen.

Die Kinder- und Jugendtheatersparte wird von einem achtköpfigen Team betreut. Geleitet wird es von Paulina Neukampf. Die Polin, die seit 2006 in Deutschland ist und 2016 ihr Regiestudium an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg abschloss, hatte zuletzt im Paderborner Theater die griechische Tragödie „Antigone“ inszeniert.

Beeindruckt von Bewegungen wie „Fridays for Future“ will sie das Thema Umweltschutz in vielfältiger Form präsentieren: „Wir befreien gemeinsam mit Finn Flosse das Meer vom Plastikmüll; wir lernen zwei Hasen kennen, die langsam, aber sicher begreifen, dass eine Welt voller Konsum-Berge früher oder später explodieren wird. Wir fahren mit Mel hinaus in die Bucht, um einen gestrandeten Wal zurück ins offene Meer zu lotsen und brechen bei einem Live-Hörspiel in eine Zukunft auf, in der sogar das Essen aus Plastik sein wird.“

Für das junge Publikum werden zwei neue Schauspielerinnen und ein neuer Schauspieler auf der Bühne stehen: Johanna Graen, Veronika Wider und Kai Benno Vos. Lena Kern übernimmt die Regieassistenz, Nele Eilbrecht und Lea Krumme konzipieren das theaterpädagogische Rahmenprogramm mit Einladungen zu Proben, Unterrichtsmaterial und einem Klimaquiz.

Laura Schiller wiederum kümmert sich als Gastspieladministratorin um organisatorische Fragen rund um den Auftrittsort. Für mobile Produktionen gilt eine Mindestteilnehmerzahl von zehn Personen, abgerechnet wird nach der tatsächlichen Zahl der Besucher und eine kostenlose Stornierung ist noch bis 24 Stunden vor dem Termin möglich. Kinder zahlen vier Euro Eintritt, Erwachsene 7,50 Euro. Bei der Anfahrt und dem Transport der Requisiten verhält sich das Theater umweltbewusst: ein Transporter mit Elektromotor und ein E-Lastenfahrrad werden dafür bereitstehen.

Ihre Premiere feiert die neue Sparte des Theaters am 8. Januar 2021 im Studio mit dem Stück „Planet der Hasen“ von Tina Müller, das für Mädchen und Jungen ab sieben Jahre geeignet ist. Am 29. Januar 2021 folgt „Finn Flosse räumt das Meer auf“ (ab drei Jahre) nach dem Bilderbuch von Eva Plaputta. Dem schließt sich am 12. März 2021 „Und morgen streiken die Wale“ für Jugendliche ab 15 Jahre an. Das Live-Hörspiel „Zukunft Müll“ (ab 13 Jahre) komplettiert am 7. Mai 2021 das Programm.

Wie bereits berichtet, haben 1,1 Millionen Euro aus dem Landesprogramm „Neue Wege“ den Aufbau der Theatersparte möglich gemacht. Für die Zukunft des Hauses sei das „ein kleiner, aber ganz wichtiger Baustein“, sagte Intendantin Katharina Kreuzhage: „Wir waren bislang nicht in der Lage, über alle Altersgruppen hinweg ein kontinuierliches Angebot zu machen. Jetzt haben wir ein Komplettangebot für alle von zwei bis 100 Jahre.“ Um Kinder und Jugendliche müsse man sich kümmern, „denn das sind die Theaterzuschauer der Zukunft“.

Die Intendantin verspricht ein ambitioniertes Programm, in dem aktuelle Kinder- und Jugendliteratur aufbereitet werde. Hoffnung, dass im Dezember wieder Theater gespielt werden kann, hat sie wegen der Infektionszahlen „definitiv nicht“.

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