Center-Manager Steffen Richert setzt im Südring auf ein ausgeklügeltes Hygienekonzept
„Einkauf schnell und sicher tätigen“

Paderborn -

Seit der Ankündigung des Lockdown-Light sind in der Paderborner City die Kundenströme rückläufig. Welche Auswirkungen sind im größten Einkaufscenter der Region spürbar? Redakteur Ingo Schmitz hat Center-Manager Steffen Richert befragt. – Lesen Sie in der Donnerstagausgabe des WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATTES zwei Seiten zum Thema „#Füreinander im Kreis Paderborn“.

Donnerstag, 19.11.2020, 06:29 Uhr aktualisiert: 19.11.2020, 06:34 Uhr
Eine Prognose für das Weihnachtsgeschäft mag Steffen Richert nicht abgeben. Der Leiter des Südring-Centers hofft aber auf ein weitestgehend normales Weihnachtsfest Foto: Corinna Mommert

Wie sieht die aktuelle Bilanz im Südring-Center aus? Wie stark ist der Rückgang? Was ist derzeit geschlossen oder nur eingeschränkt möglich?

Richert: Der Monat Oktober war der erste Monat seit Beginn der Corona-Pandemie, in dem das Südring-Center wieder das Niveau des Vorjahres erreicht hat. Genau mit dem Beginn des Lockdown-Lights sind die Frequenzen erneut zurückgegangen. Im Unterschied zum ersten Lockdown waren diesmal deutlich weniger Geschäfte betroffen. Obwohl die Besucherfrequenzen spürbar nachließen, spiegelte sich das nicht 1:1 in den Umsätzen wieder. Wir konnten beobachten, dass unsere Kunden seltener in den Südring kamen, dafür aber pro Besuch mehr einkauften. Besonders betroffen sind aktuell die gastronomischen Betriebe. Diese haben zwar alle geöffnet, können aber Speisen und Getränke nur zum Mitnehmen anbieten. Ansonsten haben alle Geschäfte Montag bis Samstag von 9 bis 20 Uhr geöffnet.

Wie sieht die Umsatzbilanz 2020 bislang ohne Weihnachtsgeschäft aus?

Richert: Auch das Südring-Center konnte sich der aktuellen Entwicklung im Einzelhandel nicht vollständig entziehen. Gespräche mit unseren Mietpartnern vermitteln uns aber den Eindruck, dass die Geschäfte hier deutlich besser laufen als an vergleichbaren Standorten. Dies liegt unserer Meinung nach auch am guten Brachenmix mit einer großen Vielfalt, den durchgehend einheitlichen Öffnungszeiten und der Möglichkeit, den Einkauf schnell und sicher erledigen zu können. Mit einem Besuch im Center lässt sich fast der gesamte Bedarf für Familien abdecken.

Welche Branchen trifft es / hat es in diesem Jahr besonders hart getroffen?

Richert: Die Tatsache, dass die Corona-Pandemie Urlaubsreisen erschwerte oder gar unmöglich machte hat der Reisebranche praktisch die Geschäftsgrundlage nahezu vollständig entzogen. Neben der Gastronomie ebenfalls erheblich betroffen ist die Mode-Branche. Viele für diese Sortimente wichtigen Anlässe zum Kauf neuer Mode wie zum Beispiel Urlaubsreisen, Volksfeste, kulturelle Veranstaltungen und private Feiern sind ausgefallen.

Die IHK hat die Kampagne „Heimat shoppen“ gestartet. Sieht sich das Südring-Center da in einem Boot?

Richert: Der Erhalt und die Attraktivität des stationären Handels hängt maßgeblich von unser aller Einkaufsverhalten ab. Jegliche Bemühungen, dies zu kommunizieren, wird von uns unterstützt.

Das Südring-Center hat ein Hygienekonzept. Was sind die Auflagen und wie aufwändig ist für Sie die Umsetzung? Wie sicher ist man als Kunde im Südring-Center?

Richert: Das Hygienekonzept vom Südring-Center wurde in den vergangenen Monaten immer wieder den jeweiligen Anforderungen der diversen Corona-Schutzverordnungen angepasst und ergänzt. Bereits beim ersten Lockdown haben wir ein System installiert, dass uns permanent über die Anzahl der Besucher im Center informiert. Lange bevor behördlich festgelegte Grenzwerte erreicht werden, schalten Ampelanlagen an allen Eingängen von Grün auf Rot. Die dafür erforderlichen Besucherzahlen (Grenzwerte) sind während der gesamten Corona-Pandemie noch nicht annähernd erreicht worden. An Tagen mit voraussichtlich höherer Frequenz setzen wir zusätzlich Sicherheitspersonal ein, die im Fall der Fälle den Zugang zum Center beschränken. Selbstverständlich gelten im gesamten Center die bereits gelernten AHA-Regeln. Eine Besonderheit ist, dass aktuell im gesamten Center nichts verzehrt werden darf.

Der Black-Friday ist ein Umsatzbringer. Wie positionieren sich Ihre Mieter für 2020?

Richert: Auch in diesem Jahr werden etliche Mietpartner einen Black Friday mit besonderen Angeboten durchführen. Im Unterschied zu den vergangenen Jahren werden wir das Werbekonzept deutlich reduzieren und zum Beispiel auf Radio-Werbung ganz verzichten.

Wie sind Ihre Prognosen für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft?

Richert: Das Weihnachtsgeschäft ist von so vielen externen Faktoren abhängig, dass wir keine Schätzung abgeben können. Wie alle hoffen wir auf eine Verbesserung des Infektionsgeschehens und wünschen uns ein weitestgehend normales Weihnachtsfest.

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