Paderbornerin Anna Grothe bittet um Unterstützung für Odissa-Charles-Verein
„Corona steigert Not in Uganda“

Paderborn (WB). 160 Sponsoren aus Paderborn und Umgebung unterstützen das Entwicklungshilfe-Projekt „Odissa Charles“ in Uganda. Wenn auch die aktuellen Corona-Infektionszahlen gering erscheinen mögen, so stehen die Menschen dort doch vor zusätzlichen existenziellen Problemen, berichtet Projektgründerin Anne Grothe. Die Paderbornerin betont: „Wir machen uns Sorgen, dass in der Pandemie die Menschen in den armen Ländern vergessen werden.“

Donnerstag, 05.11.2020, 01:00 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 16:36 Uhr
Da war die Welt noch in Ordnung: Anna Grothe hilft alleinerziehenden Müttern, indem sie ihnen Ausbildung und Arbeit ermöglicht.

Nach offiziellen Angaben haben sich von den 44 Millionen Einwohnern in Uganda bislang „nur“ 13.000 mit Corona infiziert, 114 Todesfälle werden angegeben. Das Land befindet sich seit Monaten im Shutdown, was auch Auswirkungen auf den Verein hat.

52 Kinder – überwiegend Voll- und Halbwaisen – werden derzeit von dem Projekt gefördert. Der Verein finanziert ihnen den Besuch von Kitas und Internaten und ermöglicht zum Beispiel alleinerziehenden Müttern eine Ausbildung. Eltern mit Krankheiten werden ebenfalls mit Medikamenten unterstützt, erzählt Anna Grothe. Denn: „Alles was für uns eine einfache Erkrankung ist, ist in Uganda ein Todesurteil. Und es passiert dort sehr viel – auch viele Unfälle.“

Anne Grothe und ihre Tochter Lara halten per Video-Schaltung täglich Kontakt mit ihren kleinen und großen Freunden in Uganda. Von Paderborn aus führt die Sozialpädagogin die Geschäfte. Sie hofft, im Frühjahr 2021 wieder einreisen zu können.

Anne Grothe und ihre Tochter Lara halten per Video-Schaltung täglich Kontakt mit ihren kleinen und großen Freunden in Uganda. Von Paderborn aus führt die Sozialpädagogin die Geschäfte. Sie hofft, im Frühjahr 2021 wieder einreisen zu können. Foto: Ingo Schmitz

Das Dramatische: Seit Ausbruch der Pandemie befinde sich das Land Uganda im kompletten Lockdown, der noch bis März 2021 anhalten soll. Die Folge: Schüler, die sonst in den Internaten ihre Mahlzeiten erhalten, befinden sich nun in den Familien, die eh schon nicht genug Nahrungsmittel hätten, erzählt Tochter Lara Grothe, die ebenfalls dem Vereinsvorstand angehört. Hinzu komme, dass durch Corona die Lebensmittelpreise stark gestiegen seien.

Die engagierte Paderbornerin, die jedes Jahr sechs Monate in dem ostafrikanischen Land lebt, hat zudem das Problem, dass sie derzeit selbst nicht nach Uganda einreisen kann, weil das Land die Grenzen geschlossen hat.

Das Besondere des Projekts sei, dass jedes Kind, das unterstützt werde, persönlich bekannt sei. Die Sponsoren hätten somit die Möglichkeit, die Menschen, die gefördert würden, zu besuchen und kennen zu lernen. Das sei auch der Grund gewesen, warum Anna Grothe sich dazu entschlossen hatte, das Freiwilligenprojekt Birungi ins Leben zu rufen. Wohnen können die Helfer auf Zeit in einem Gästehaus mit insgesamt drei Zimmern.

Zehn Arbeitsplätze habe sie dort zur Versorgung der Besucher schaffen können – vom Moped-Taxi über Hausmütter bis zur Gemüsefrau. Doch weil derzeit keine Reisen nach Uganda möglich sind, bleiben die Betten leer und dem Projekt fehlen die Einnahmen, berichtet sie weiter. Es werde immer schwerer, die Beschäftigten zu bezahlen.

Der durch den Lockdown verhängte Unterrichtsstopp auch an den privaten Schulen habe dramatische Auswirkungen, meint Lara Grothe. Nicht nur, dass für die Kinder die Versorgung mit Mahlzeiten wegfalle. Auch die Tatsache, dass die Kinder zuhause keine Möglichkeiten zum Lernen hätten, werde auf Dauer fatale Folgen für das Land haben. „Zuhause haben sie weder Tisch, Stuhl oder Strom“, führt sie die Armut vor Augen.

Schlimm sei auch, dass der Verein bereits das Schulgeld für ein Jahr bezahlen musste, ohne dass es eine Gegenleistung gebe. Vor diesem Hintergrund sei der Verein besonders jetzt auf Spenden angewiesen. Anna Grothe hofft, dass sie im Frühjahr 2021 wieder „ihre“ Kinder in Uganda besuchen kann. Weitere Informationen und Spendenkonten unter www.odissa-charles-verein.de.

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