DAK legt Gesundheitsreport für das Hochstift vor
Zahl der Krankmeldungen geht zurück

Kreis Paderborn/Kreis Höxter (WB). Trotz Corona haben sich im ersten Halbjahr 2020 im Hochstift Paderborn weniger Menschen krank gemeldet, als im Jahr 2019. Das teilt Heinz Steffens, Chef der DAK in Paderborn mit.

Donnerstag, 05.11.2020, 15:55 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 16:00 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Die Gründe sind unklar. Möglicherweise könnten Kurzarbeit und Homeoffice zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Positiv sei, dass die Arbeitnehmer die einfache telefonische Krankschreibung bei Erkältungen sinnvoll genutzt hätten. Steffens: „Hier haben wir eine positive Erfahrung gesammelt. Aus unserer Sicht gibt es einen klaren Beleg dafür, dass einfache Lösungen für das Krankschreibungsgeschehen sehr sinnvoll sind. Für die Patienten im Wartezimmer und für das Personal ist es gut, wenn die Erregen nicht eingeschleppt werden. Bei schweren Erkrankungen ist der Arztbesuch aber weiterhin nicht zu verhindern. Grundsätzlich könnte aber der ‚gelbe Schein‘ via Telefon ein Zukunftsmodell werden.“

Nach Angaben der Angestellten-Krankenkasse waren an jedem Tag des ersten Halbjahres 2020 insgesamt 42 Arbeitnehmer von 1000 krankgeschrieben. Das sind 0,1 Prozent weniger, als im Vorjahreszeitraum. Die meisten Krankmeldungen gab es übrigens im Hochstift im Monat März. Danach nahmen die Zahlen ab: Im März lag der Krankenstand bei 5,8 Prozent und im Juni bei 2,9 Prozent.

Corona-Krise lässt Menschen umsichtiger werden

Erkältungen hätten diesmal kaum eine Rolle gespielt. Die Werte für Atemwegserkrankungen lägen deutlich unterhalb des Grippejahres 2018. Ein Grund könne sein, dass viele Menschen im Homeoffice gearbeitet hätten und somit keine Ansteckungsgefahr im Kollegenkreis bestanden habe. Die Corona-Krise habe dazu geführt, dass die Menschen umsichtiger geworden seien, meint Steffens. Eigenschutz und der Schutz der anderen habe zugenommen.

„Deutschland hat Rücken“ hieß es meist in den vergangenen Jahren im Gesundheitsreport der Krankenkasse. Auch hier gibt es in der Corona-Krise eine interessante Entwicklung. Wie die DAK berichtet, gibt es im ersten Halbjahr 2020 einen Rückgang bei den Fallzahlen um 7,4 Prozent. Allerdings waren Probleme mit dem Muskel-Skelett-System nach wie vor die häufigste Ursache für Fehltage im Job. Sie hatten im Jahr 2019 einen Anteil von 22,8 Prozent am gesamten Krankenstand, heißt es in dem Report. Pro 100 Versicherte gab es 357 Fehltage. Damit liegt das Hochstift sogar deutlich über dem Landesdurchschnitt. Hier wird die Zahl für das Jahr 2019 mit 315 Fehltagen pro 100 Versicherte angegeben.

Depression weiterhin Grund für berufliche Ausfälle

Das Thema Depressionen ist auch weiterhin ein Grund für berufliche Ausfälle. Zwar sanken die Krankmeldungen im ersten Halbjahr 2020 in diesem Bereich um 2,4 Prozent. Allerdings war die Zahl im Jahr 2019 auch schon um 14 Prozent gestiegen. Pro 100 Versicherte gab es hier 236 Fehltage.

„Ich gehe derzeit davon aus, dass die psychischen Erkrankungen in den kommenden Wochen wieder ansteigen werden“, sagte Heinz Steffens mit Blick auf den aktuellen Teil-Lockdown. Durch den Ausfall sämtlicher Veranstaltungen komme das Freizeitverhalten der Menschen einfach zu kurz. „Vielen wird die Decke auf den Kopf fallen“, mahnt der DAK-Chef. Er mache sich zudem Sorgen, dass die häusliche Gewalt zunehmen könne – gerade bei Familien in kleinen Wohnungen.

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